Peinliche Bitcoin-Panne der Krypto-Börse Bithumb
Am 6. Februar 2026, als der Bitcoin-Kurs auf 60.000 US-Dollar crashte, ereignete sich eine der wohl peinlichsten Pannen in der Krypto-Geschichte. Südkoreas zweitgrößte Krypto-Börse Bithumb wollte im Zuge einer Werbeaktion insgesamt 620.000 Koreanische Won auszahlen. Doch ein Mitarbeiter wählte bei den Gutschriften versehentlich Bitcoin als Einheit aus.
Durch diese Panne waren 695 Kunden für kurze Zeit insgesamt 620.000 $BTC reicher. Der Wert der Coins belief sich zu dem Zeitpunkt auf mehr als 43 Milliarden US-Dollar. Bithumb selbst hielt zu der Zeit jedoch nur rund 46.000 $BTC, was bedeutet, dass es sich lediglich um Zahlen in den jeweiligen Konten handelte.
Manche Kunden konnten ihre erhaltenen $BTC aber direkt verkaufen, was zu einem zusätzlichen Einbruch des Bitcoin-Kurses auf Bithumb um etwas mehr als 15 % führte. Der Fehler fiel jedoch schnell auf und die Konten der betroffenen Kunden wurden innerhalb von 35 Minuten eingefroren, um Schlimmeres zu verhindern.
Bithumb konnte so die Schäden begrenzen. Nutzer, die schnell waren, und ihre $BTC verkauft oder in andere Kryptowährungen getauscht hatten, wurden nachträglich direkt kontaktiert, sodass der Großteil der $BTC, die eigentlich so ohnehin nie existiert haben, „zurückerhalten“ wurde.
Doch bis dato fehlen noch insgesamt 7 Bitcoin, bei denen die Rückgabe noch verweigert wird. Welcher Anteil davon in andere Krypto-Assets umgetauscht oder gegen Fiatgeld verkauft wurde, ist unbekannt. Bithumb selbst stellte damals klar, dass keine $BTC-Abflüsse in dem Kontext festgestellt wurden.
Rechtliche Schritte für Rückzahlung der letzten $BTC
Laut lokalen Medienberichten möchte Bithumb nun rechtlich gegen die Verweigerer vorgehen. Diese seien überzeugt, dass ihnen das Geld zustehen würde, da es sich um einen Fehler von Bithumb handelt. Juristen gehen aber davon aus, dass diese Argumentation vor Gericht nicht haltbar sein wird.
Die Krypto-Börse habe nun konkret beantragt, das Vermögen der betroffenen Personen einfrieren zu lassen, bis die Sache geklärt ist. So soll sichergestellt werden, dass kein Schaden entsteht.
Das Problem für die Nutzer: Laut der Rechtsauffassung müssen sie das Geld in Bitcoin zurückzahlen, was zu einem großen Verlustgeschäft werden könnte, wenn der Kurs steigt.
Doch auch gegen Bithumb selbst wird vorgegangen. Nutzer, deren Trades durch den künstlichen Kurseinbruch im Rahmen der Panne liquidiert wurden, drohen mit einer Sammelklage. Wegen des emotionalen Stresses fordern einige sogar Schmerzensgeld. Bithumb hat im Gegenzug eine Entschädigung in Höhe von 110 % des Verlustes angeboten.
Die koreanische Finanzaufsichtsbehörde „Financial Supervisory Service“ (FSS) hat den Fall zudem zum Anlass genommen, Bithumb einer formalen Sonderprüfung zu unterziehen.
Erkenntnisse aus dem Vorfall
Bitcoin-Bestände können nicht eingefroren oder konfisziert werden. Doch über Kontosperrungen oder die Beschlagnahme anderweitigen Vermögens wie Aktien ist es möglich, den nötigen Druck auszuüben beziehungsweise trotzdem Geld zurückzuerhalten.
Unter dem Strich hat der Fall auch ein zentrales Learning für Bitcoin-Halter: Börsen können einem willkürliche Bestände anzeigen. Hält man seine Bitcoin hingegen in Selbstverwahrung, so kann man sich sicher sein, dass sie auch existieren – neben den Vorteilen der wirklichen Kontrolle und Konfiszierungssicherheit.
Es ist überdies auch nicht die einzige peinliche Krypto-Panne aus Südkorea. Behörden fielen beispielsweise auf eine Phishing-Website herein, wobei 320 $BTC geklaut wurden. Außerdem teilte die nationale Steuerbehörde in einer Pressemitteilung ein Foto einer „Seed Phrase“ zu Krypto-Werten im Gegenwert von rund 5 Millionen US-Dollar.