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Jacob Kobler wechselt als Managing Director von KuCoin zu Bitget EU

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Das Personal-Karusell dreht sich weiter. Jacob Kobler, zuletzt als Head of Operations & Strategy bei KuCoin EU tätig, wechselt zur Kryptobörse Bitget und übernimmt dort die Rolle des Chief Operating Officer (COO) und Managing Director für das EU-Geschäft. Der Wechsel fällt in eine turbulente Phase für KuCoin in Europa, das im Februar 2026 sein Neukundengeschäft vorübergehend einstellen musste. Bitget hingegen befindet sich noch im Aufbau und setzt dabei auf dasselbe Rezept wie seine Mitbewerber: Wien als regulatorischen Heimathafen in der EU.

Koblers Wechsel und seine neue Rolle bei Bitget EU

Jacob Kobler bringt umfangreiche Erfahrung aus dem Krypto-Regulierungsumfeld mit. Vor seiner Zeit bei KuCoin EU war er Mitgründer von Consola.finance, einem Unternehmen, das später von Request Finance übernommen wurde. Bei Bitget EU arbeitet er nun eng mit Oliver Stauber zusammen, der als CEO von Bitget EU ebenfalls zuvor bei KuCoin tätig war.

Kobler beschreibt die erste Mission des Teams klar: die Etablierung von Bitget in der EU unter vollständiger Regulierung, inklusive MiCAR-Lizenz, DORA-Compliance und realer operativer Substanz vor Ort. Damit folgt Bitget einem Ansatz, den andere große Kryptobörsen bereits erfolgreich in Wien umgesetzt haben.

Was Bitget in Europa plant

Bitget, aktuell die sechstgrößte Kryptobörse der Welt nach Handelsvolumen mit über 125 Millionen Nutzern weltweit, positioniert sich als sogenannte Universal Exchange (UEX). Das Unternehmen bietet Zugang zu zahlreichen Krypto-Token sowie tokenisierten Aktien, ETFs, Rohstoffen und Edelmetallen.

Für den europäischen Markt verfolgt Bitget einen sogenannten „Governance-first“-Ansatz. Der Wiener Standort soll als operatives Zentrum für Compliance, Governance und aufsichtsrechtliche Koordinierung im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) fungieren. Bitget EU bietet derzeit noch keine Dienstleistungen in der EU oder im EWR an und wird den Betrieb erst nach Erhalt der entsprechenden regulatorischen Genehmigung aufnehmen.

Warum Wien der bevorzugte Standort für Kryptobörsen in der EU ist

Wien hat sich in den vergangenen Monaten als bevorzugter Standort für internationale Kryptobörsen etabliert, die eine MiCA-Lizenz für den EU-Markt anstreben. Neben Bitget haben bereits KuCoin und Bybit ihre EU-Zentralen in der österreichischen Hauptstadt eröffnet und sich bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) die entsprechenden Lizenzen gesichert.

Die FMA hat sich dabei einen Ruf als kooperativer Regulierungspartner erarbeitet. Dieses sogenannte „Vienna Playbook“ bietet Unternehmen einen klaren regulatorischen Rahmen unter der EU-weiten Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR), die einheitliche Standards für Governance, Nutzerschutz und operative Resilienz vorschreibt. Ohne eine gültige MiCA-Lizenz droht Kryptobörsen ab Mitte 2026 der Ausschluss aus dem EU-Markt.

KuCoin musste Neukundengeschäft vorübergehend stoppen

Während Bitget seinen Aufbau in Wien vorantreibt, geriet der bisherige Arbeitgeber von Kobler und Stauber in regulatorische Schwierigkeiten. Die FMA verhängte gegen die KuCoin EU Exchange GmbH ein Neugeschäftsverbot, nachdem festgestellt wurde, dass das Unternehmen mehrere gesetzlich vorgeschriebene Schlüsselpositionen nicht mehr ordnungsgemäß besetzt hatte.

Konkret fehlten der Geldwäschebeauftragte samt Stellvertretung sowie der Sanktionenbeauftragte samt Stellvertretung. Diese Funktionen sind eine zentrale Voraussetzung für den ordnungsgemäßen Betrieb eines Kryptowerte-Dienstleisters unter MiCAR und dem österreichischen Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GWG). Die FMA forderte das Unternehmen auf, den rechtmäßigen Zustand unverzüglich wiederherzustellen.

KuCoin EU hatte den Handel und Einzahlungen bereits am 4. Februar 2026 ausgesetzt. Auf der Unternehmenswebseite wurde dies zunächst mit der „Verbesserung der Systemstabilität“ begründet. In einem offiziellen Statement gegenüber Medien erklärte KuCoin:

„Nach den jüngsten personellen Veränderungen, von denen zwei für AML und Sanktions-Compliance zuständige Mitarbeiter in Österreich betroffen waren, haben wir proaktiv mit der Suche nach Ersatz begonnen und die Aufnahme neuer Kunden in Europa freiwillig ausgesetzt, noch bevor die FMA eine formelle Mitteilung herausgegeben hat.“

Das Unternehmen betonte, dass die Vermögenswerte der Kunden sicher und unbeeinträchtigt seien, und verwies darauf, dass die Rekrutierung für die offenen Positionen bereits laufe. Die FMA hatte KuCoin EU die MiCA-Zulassung erst am 27. November 2025 erteilt, zu einem Zeitpunkt, als alle erforderlichen Schlüsselfunktionen ordnungsgemäß besetzt waren.

Einordnung: Regulierung als zentrales Thema der Branche

Der Wechsel von Kobler und Stauber von KuCoin zu Bitget sowie die regulatorischen Schwierigkeiten von KuCoin EU verdeutlichen, wie anspruchsvoll der Aufbau eines regulierten Krypto-Geschäfts in der EU ist. Compliance-Fachkräfte mit MiCAR-Erfahrung sind gefragt, und der Wettbewerb um qualifiziertes Personal in diesem Bereich ist spürbar. Wien bleibt dabei ein zentraler Schauplatz, an dem sich entscheidet, welche internationalen Kryptobörsen langfristig im EU-Markt Fuß fassen können.

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