Kraken: Deutsche Behörden besonders strikt bei Krypto-Überwachung
Die US-amerikanische Krypto-Börse Kraken belegt eine besonders strenge Krypto-Überwachung seitens deutscher Behörden. Der jüngst veröffentlichte Transparenzbericht 2025 zeigt: Deutsche Behörden fragen Nutzerdaten so häufig ab wie kaum ein anderer Staatsapparat.
“Jedes Jahr veröffentlichen wir unseren Transparenzbericht, um einen klaren Einblick in unseren Umgang mit Anfragen von Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden weltweit zu geben. Wir sind der Ansicht, dass eine konsequente Offenlegung ein wesentlicher Bestandteil eines verantwortungsvollen Handelns in einem regulierten Finanzökosystem ist”, leitet Kraken seinen Bericht ein.
Das Unternehmen entstand 2011 und gehört damit zu den Urgesteinen der Branche. Unter dem langjährigen Geschäftsführer Jesse Powell baute man eine Reputation auf, die branchenweit noch heute zu den besten zählt.
Kraken stellte 2025 die Fortsetzung eines mehrjährigen Trends fest: Die Überwachung der Krypto-Sphäre durch Behörden nimmt immer weiter zu. Im vergangenen Kalenderjahr erhielt die Börse Anfragen von staatlichen Einrichtungen aus 74 verschiedenen Ländern. Die absolute Zahl der Anfragen stieg um 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 7.957 Fälle.
Staatliche Einrichtungen fragen dabei genauere Informationen zu bestimmten Nutzern ab. Anfragen können etwa das Volumen des Tradings sowie die Zieladressen der ausgezahlten Kryptowährungen beinhalten. Kraken stellt keine Informationen darüber bereit, welche spezifischen Daten am meisten angefragt werden.
Behörden können mit den Informationen versuchen, Cyberkriminalität aufzuklären oder die korrekte Zahlung von Steuern zu überprüfen. Eine Anfrage setzt kein Vergehen voraus. Laut Kraken sind viele der Anfragen unzulässig. Nur auf 51,3 Prozent der Bitten habe man deshalb reagiert – also in 4.082 Fällen.
13.082 Konten wollten die Behörden durchleuchten. Die meisten der Nutzer stammen aus den USA (27,8 Prozent), gefolgt von Großbritannien (11,3 Prozent) und Deutschland (6,2 Prozent).
Warum die Krypto-Überwachung 2026 rasant ansteigt
Krakens Daten belegen: Deutsche Behörden weisen bei der Überwachung von Krypto-Dienstleistern bereits besondere Aktivität auf. Mit 857 Anfragen im Kalenderjahr 2025 nehmen sie nach den USA den zweiten Platz ein. 10,7 Prozent aller Anfragen stammen aus der Bundesrepublik.
Das ist insbesondere insofern eine Auffälligkeit, da deutsche Nutzer nur die viertgrößte Nutzergruppe bei Kraken ausmachen. 5,11 Prozent von Krakens Kunden stammen aus Deutschland. Höhere Nutzerzahlen weisen die USA, Großbritannien und Kanada auf, wie Daten von Datawallet zeigen.
Die Krypto-Überwachung wird ab dem Jahr 2026 voraussichtlich rasant ansteigen. Eine neue EU-Richtlinie macht dies möglich. Seit dem 1. Januar ist DAC8 in der Europäischen Union aktiv. Jährlich müssen Krypto-Dienstleister die Transaktionen ihrer Kunden an die Steuerbehörden der EU melden.
Bis spätestens zum 30. September 2027 ist der erste Bericht fällig. Die EU möchte damit die korrekte Umsetzung von Steuerabgaben überprüfen. Statt der bisher händischen Überprüfung arbeiten die Krypto-Dienstleister den Steuerbehörden zu.
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