Das mögliche neue Verfahren gegen Tornado-Cash-Gründer Roman Storm ist um sechs Monate verschoben worden. Der US-Entwickler sollte im Oktober erneut vor Gericht erscheinen; neuer Termin ist nun der 26. April 2027.
Parallel wartet Storm auf eine noch wichtigere Entscheidung. Er hat das Gericht gebeten, ihn freizusprechen. Wird dem Antrag stattgegeben, könnte sich das auch auf das neue Verfahren auswirken.
Zwei schwere Anklagepunkte bleiben für Storm bestehen
Richterin Katherine Polk Failla stimmte der Verschiebung am Dienstag zu, nachdem Storms Anwälte dies beantragt hatten. Sie wollen nach der Entscheidung über seinen Freispruchsantrag mindestens 90 Tage Zeit zur Vorbereitung. Die US-Staatsanwaltschaft wollte hingegen am Termin im Oktober festhalten.
Storm stand bereits im vergangenen Jahr vor Gericht. Die Geschworenen konnten sich damals bei zwei schweren Anklagepunkten nicht einstimmig einigen: Verschwörung zur Geldwäsche und Verschwörung zur Umgehung von US-Sanktionen. Genau diese beiden Vorwürfe können erneut einer Jury vorgelegt werden.
In einem dritten Punkt wurde Storm dagegen schuldig gesprochen. Die Jury befand im August 2025, er habe sich verschworen, einen illegalen Geldtransferdienst zu betreiben. Dafür drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.
Im Zentrum steht Tornado Cash, ein Kryptodienst, der es erschwert, Herkunft und Ziel von Kryptotransaktionen nachzuvollziehen. Das verschafft Nutzern mehr Privatsphäre. Nach Darstellung der US-Behörden wurde die Technologie jedoch auch eingesetzt, um illegal erlangte Gelder schwerer rückverfolgbar zu machen.
Storm will ein neues Verfahren verhindern
Storm hat Richterin Failla gebeten, ihn in allen drei Anklagepunkten freizusprechen. Seine Anwälte argumentieren, die Anklage habe nicht ausreichend belegt, dass er Kriminellen beim Missbrauch von Tornado Cash helfen wollte.
Damit berührt der Fall eine zentrale Debatte in der Kryptobranche: Kann ein Entwickler strafrechtlich dafür verantwortlich gemacht werden, wie andere seine Software nutzen?
Eine Entscheidung von Failla steht bislang aus. Storm schrieb am Dienstag auf X, die Unsicherheit halte weiter an.
„Mein Antrag auf Freispruch liegt dem Gericht weiterhin vor, entschieden ist noch nichts“, schrieb er. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann das endet.“
Ob Storm am 26. April 2027 tatsächlich erneut vor einer Jury steht, hängt damit zunächst davon ab, wie die Richterin über seinen Freispruchsantrag entscheidet.