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Wie das Schweizer SRO-Modell einen Krypto-Regelungsrahmen geschaffen hat, den man im Auge behalten sollte

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Die Schweiz hat einen schnelleren Weg geschaffen, ohne Abstriche zu machen

Diese Aufsichtsorgane werden als Selbstregulierungsorganisationen (SROs) bezeichnet. Anstatt alle Finanzunternehmen in denselben regulatorischen Topf zu werfen, passt die Schweiz die Aufsicht an das tatsächliche Risiko an. Kleinere Kryptobörsen, Broker und Anbieter von Verwahr-Wallets treten einer SRO bei, die im Auftrag der FINMA die Kontrollen zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) prüft. Dieser Ansatz hat durchweg seriöse Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte angezogen und gleichzeitig Firmen aussortiert, die nicht auf echte Compliance vorbereitet waren.

Dieses Rahmenwerk bestimmt heute fast jedes Krypto-Unternehmen, das in die Schweiz eintritt. Die Aufsichtsbehörden beurteilen Unternehmen danach, was sie tatsächlich tun – sei es der Handel mit Token, die Verwahrung von Kunden-Wallets oder die Ausgabe von Zahlungstoken. Sobald diese Aktivitäten als Finanzvermittlung im Sinne des Geldwäschereigesetzes gelten, gibt es nur zwei Wege: den Erwerb einer vollständigen FINMA-Lizenz oder den Beitritt zu einer SRO. Ein solches Maß an Rechtssicherheit ist fast überall sonst nach wie vor selten. Vier SROs beaufsichtigen den Großteil der Krypto-Aktivitäten: VQF in Zug, PolyReg in Zürich, ARIF in Genf und SO-FIT, ebenfalls in Genf. VQF hat sich nach und nach zur bevorzugten Anlaufstelle für Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte entwickelt, da sein Prüfungsverfahren auf jahrelanger Erfahrung im Fintech-Bereich basiert. Das Crypto Valley in Zug hat sich seinen Ruf durch vorhersehbare Regulierung und nicht durch Hype erworben, was den Unternehmen die Gewissheit gibt, dass sich die Regeln nicht plötzlich ändern werden.

Der Beitritt zu einer SRO erfolgt nach einem Verfahren, das weitaus schneller abläuft als Lizenzierungsverfahren anderswo. Unternehmen reichen Geschäftspläne, Organigramme, AML-Verfahren sowie Nachweise darüber ein, dass Führungskräfte und Compliance-Beauftragte die Eignungs- und Zuverlässigkeitsstandards erfüllen. Die Prüfungen sind in der Regel innerhalb von zwei bis vier Monaten abgeschlossen. Nach der Genehmigung unterziehen sich die Unternehmen unabhängigen Audits, schulen ihre Mitarbeiter und melden verdächtige Aktivitäten an die Schweizer Meldestelle für Geldwäscherei (MROS), wodurch hohe Standards gewahrt werden, ohne den Geschäftsbetrieb zum Erliegen zu bringen. Die FINMA überprüft nicht jedes Kryptowährungs- und Blockchain-Unternehmen selbst, da das Regulierungssystem nie dafür ausgelegt war. Stattdessen beaufsichtigt sie die SROs, überprüft jährlich die Struktur, Größe und das Risikoengagement jeder Organisation und passt die Aufsicht an, sobald Schwachstellen auftreten. Wenn eine SRO versagt, greift die FINMA ein und schafft so ein System der Rechenschaftspflicht, das sich in anderen Rechtsordnungen als schwer nachahmbar erwiesen hat.

Warum sich Krypto-Unternehmen immer wieder für die Schweiz entscheiden

Dieser mehrschichtige Rahmen bietet seinen größten Vorteil genau dort, wo Unternehmen ihn am dringendsten benötigen: bei den Bankbeziehungen. Viele Schweizer und internationale Banken betrachten die Mitgliedschaft in einer SRO als bedeutendes Compliance-Signal und verlangen diese oft als Voraussetzung für die Eröffnung von Krypto-Konten. Diese Glaubwürdigkeit wurde nicht durch Branding geschaffen. Sie wurde durch ein bereits 1977 eingeführtes Due-Diligence-Rahmenwerk erworben, das wiederholt auf den Prüfstand gestellt, verschärft und verfeinert wurde und die Schweiz zu einer der weltweit strengsten Rechtsordnungen im Bereich der Finanz-Compliance gemacht hat.

Die Struktur der Schweiz ist konkurrierenden Rechtsordnungen weiterhin überlegen. Die Verordnung der Europäischen Union über Märkte für Krypto-Vermögenswerte (MiCA) zwingt Krypto-Unternehmen vor Aufnahme des Betriebs zur Erfüllung umfangreicher Anforderungen in Bezug auf Kapital, Unternehmensführung und Verhaltensregeln. Die Schweiz bietet einen schlankeren Weg. Unternehmen können bereits mit 20.000 Schweizer Franken als GmbH oder 100.000 Franken als AG starten, bevor sie einer SRO beitreten. Diese Kombination zieht immer wieder Gründer an, die auf Schnelligkeit setzen, ohne dabei auf Rechtssicherheit zu verzichten.

Die Regulierungsbehörden legen die Messlatte immer höher

Die Schweizer Krypto-Aufsicht ist nicht untätig geblieben. PolyReg, VQF, ARIF und SO-FIT haben Anfang 2026 gemeinsam strengere Mindestaufsichtsstandards für Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte (VASPs) eingeführt und damit die Erwartungen hinsichtlich Transaktionsüberwachung, Blockchain-Analytik und technologischer Kontrollen erweitert. Diese Zusammenarbeit spiegelt ein erfahrenes Regulierungssystem wider, das darauf ausgerichtet ist, Schwachstellen zu schließen, anstatt durch eine schwächere Aufsicht im Wettbewerb zu stehen.

Die Schweiz plant bereits die nächste Entwicklungsstufe. Ende 2025 leitete der Bundesrat eine Vernehmlassung zu neuen Lizenzkategorien im Rahmen des Finanzinstitutsgesetzes ein: Eine davon betrifft die Krypto-Verwahrung und die Handelsinfrastruktur, eine weitere zielt auf Emittenten von Zahlungsinstrumenten wie Stablecoins ab. Der Vorschlag zeigt, dass sich die Regulierungsbehörden auf eine größere Branche vorbereiten, noch bevor der heutige Rechtsrahmen an seine Grenzen stößt.

Ein Vorbild, dem andere Länder noch immer nacheifern

Der beaufsichtigte Kryptosektor der Schweiz ist gewachsen, ohne dass die Compliance darunter gelitten hätte, und internationale AML-Prüfungen bestätigen diesen Ansatz weiterhin. Nachhaltiges Wachstum, gestützt durch glaubwürdige Aufsicht, war kein Zufall. Es wurde durch einen Rahmen geschaffen, der Transparenz belohnte und gleichzeitig wenig Raum für Abkürzungen ließ, was dazu beitrug, die Stellung der Schweiz als eine der vertrauenswürdigsten Rechtsordnungen im Kryptobereich zu festigen.

Der vom Bundesrat vorgeschlagene Lizenzierungsrahmen wird bestimmen, wie es mit dem System weitergeht. Krypto-Unternehmen, die als Mitglieder einer SRO tätig sind, sollten die Übergangsbestimmungen genau verfolgen, während der Gesetzgeber die Regeln fertigstellt. Bis dahin bleibt das Schweizer SRO-Modell das, was sich in jahrelanger Praxis bereits bewährt hat: einer der schnellsten, glaubwürdigsten und vollständig legalen Wege zum Aufbau eines Geschäfts mit digitalen Vermögenswerten.

Bildnachweis für Titelbild/Feature-Bild: Octavian Lazar

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