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Kehrtwende in Budapest: Ungarn schafft drakonische Krypto-Gesetze wieder ab

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Die regulatorische Landschaft für digitale Vermögenswerte in Europa kommt immer stärker in geordneten Bahnen an. In einer überraschenden Kehrtwende hat die ungarische Regierung angekündigt, die unter der früheren Orbán-Administration eingeführten, extrem restriktiven Krypto-Gesetze vollständig zu entschärfen. Wie Regierungssprecherin Anita Köböl mitteilte, wird das Land den Handel mit Kryptowährungen entkriminalisieren und drakonische Strafen rückgängig machen.

Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass isolierte, politisch motivierte Sonderwege innerhalb der Europäischen Union zunehmend an Rückhalt verlieren. Für den europäischen Finanzraum und die Schweiz bedeutet dieser Schritt eine weitere Angleichung an einheitliche Standards.

Bis zu acht Jahre Haft: Das Erbe der Orbán-Regulierungen

Die im Sommer 2025 in Kraft getretenen Gesetze gehörten zu den strengsten Regelungen weltweit und gingen weit über die gemeinsamen EU-Richtlinien hinaus. Das damalige Gesetzespaket stellte die Nutzung nicht staatlich lizenzierter Krypto-Börsen unter Strafe.

  • Harte Strafen für Nutzer: Wer unlizenzierte Plattformen nutzte oder unautorisierte Transaktionen mit hohem Gegenwert durchführte, dem drohten Haftstrafen von zwei bis zu fünf Jahren.
  • Druck auf Anbieter: Betreibern von Krypto-Dienstleistungen, die ohne eine offizielle Lizenz der ungarischen Nationalbank agierten, drohten sogar bis zu acht Jahre Gefängnis.

Die drakonischen Massnahmen führten dazu, dass grosse internationale Plattformen wie Revolut oder Bitstamp ihre Krypto-Dienste für ungarische Staatsbürger komplett einstellten, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Dies hatte einen massiven Einbruch des inländischen Handelsvolumens zur Folge und rief schliesslich eine Untersuchung der Europäischen Union auf den Plan, die prüfen sollte, ob die ungarischen Regeln gegen geltendes EU-Recht verstiessen.

Politisch motiviert statt marktkonform

Der ungarische Minister für Wissenschaft und Technologie, Zoltán Tanács, erklärte nun offiziell, dass die Regierung beabsichtige, diese Strafen komplett zu streichen. Er bezeichnete die alten Regeln rückblickend als politisch motiviert und betonte, dass sie nicht als notwendige Sicherheitsmassnahmen für den Markt dienten. Mit dem Abbau dieser Barrieren reagiert Ungarn auch auf den Druck der heimischen Krypto-Community, da schätzungsweise 500’000 Ungarianer digitale Assets besitzen und durch die alten Gesetze in eine rechtliche Grauzone gedrängt wurden.

Fazit: Krypto wird zur normalen Finanzrealität in Europa

Die regulatorische Rolle rückwärts in Budapest ist mehr als nur eine rein nationale Kurskorrektur. Sie ist ein klares Signal dafür, dass sich der europäische Kontinent im Rahmen des MiCA-Regelwerks (Markets in Crypto-Assets) auf einen harmonisierten, rechtssicheren Standard zubewegt, der Innovationen fördert, anstatt sie zu kriminalisieren.

Die Zeiten, in denen Staaten versuchten, Kryptowährungen durch Verbote oder existenzbedrohende Strafen aus dem öffentlichen Leben zu drängen, neigen sich dem Ende zu. Stattdessen zeigt das Beispiel Ungarn, dass digitale Assets endgültig in der normalen Finanzrealität angekommen sind. Ein moderner Finanzplatz kommt im Jahr 2026 nicht mehr an Bitcoin und Co. vorbei und die Integration in das reguläre Banken- und Aufsichtssystem wird europaweit zum unumkehrbaren Standard.

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