Südkoreanische Aufsichtsbehörden haben gegen Coinone wegen Verstößen gegen die Anti-Geldwäsche-Vorschriften Durchgriffsmaßnahmen ergriffen, was eine Reihe von Sanktionen gegen lokale Krypto-Börsen ergänzt.
Laut lokalen Medienberichten vom Montag stellte die Financial Intelligence Unit (FIU) unter der Financial Services Commission fest, dass Coinone wesentliche Anti-Geldwäsche-Pflichten nicht erfüllt hat, darunter die Überprüfung von Nutzeridentitäten in rund 70.000 Fällen.
Die Behörden erklärten ferner, die Börse habe mehr als 10.000 Transaktionen mit 16 ausländischen Plattformen verarbeitet, die trotz vorheriger Warnungen nicht bei den heimischen Aufsichtsbehörden registriert waren.
Regulierer wiesen außerdem auf Mängel bei der Kundensorgfaltspflicht hin und bemerkten, dass einige Konten als vollständig verifiziert gekennzeichnet waren, obwohl wesentliche Informationen fehlten.
In anderen Fällen wurden Transaktionen für Nutzer, deren Verifizierungsprozess nicht abgeschlossen war, nicht eingeschränkt, was Bedenken hinsichtlich interner Compliance-Kontrollen aufwarf.
Die FIU hat Berichten zufolge eine Geldstrafe von 5,2 Milliarden Won (etwa 3,5 Mio. $) verhängt und eine dreimonatige teilweise Aussetzung angeordnet.
In diesem Zeitraum dürfen neue Kunden keine Ein- oder Auszahlungen vornehmen.
Coinones Geschäftsführer Cha Myung-hoon erhielt zudem eine formelle Rüge; die Maßnahme sei administrativ und nicht strafrechtlich.
Die Börse hat 10 Tage Zeit, die Entscheidung anzufechten, bevor sie endgültig wird.
Strengere Prüfungen nach früheren Ausfällen bei Börsen
Der Druck auf Coinone folgt kurz nach Maßnahmen gegen Bithumb, das im März mit 24 Mio. $ belegt und mit einer sechsmonatigen teilweisen Aussetzung belegt wurde wegen ähnlicher Anti-Geldwäsche-Probleme.
Bithumb erregte großes Aufsehen, nachdem die Börse bei einer Werbeaktion irrtümlich 620.000 Bitcoin verschickt hatte, die zum Zeitpunkt etwa 42 Mrd. $ wert waren, statt 620.000 koreanischer Won.
Regulierer sagten, der Vorfall habe gravierende Lücken in den internen Kontrollen offengelegt und Forderungen nach strengeren Schutzmaßnahmen im gesamten Sektor ausgelöst.
Die Bank of Korea hat seitdem Gesetzgeber aufgefordert, Regeln zu prüfen, die Börsen erlauben würden, den Handel bei ungewöhnlichen Aktivitäten oder plötzlichen Kursschwankungen auszusetzen.
Börsen müssen nun ihre internen Konten alle fünf Minuten mit den tatsächlichen Vermögenswerten abgleichen alle fünf Minuten, eine wesentliche Änderung gegenüber der früheren Praxis, bei der einige Plattformen Salden nur einmal alle 24 Stunden überprüften.
Offizielle warnten, dass solche Verzögerungen es erschwerten, Unstimmigkeiten rechtzeitig zu erkennen und zu reagieren, bevor sich Probleme verschärfen.
Im Rahmen des aktualisierten Regelwerks müssen Unternehmen klare Schwellenwerte festlegen, die automatisch Transaktionsstopps auslösen können, wenn Abweichungen definierte Grenzen überschreiten.
Die Aufsicht erstreckt sich jetzt auch auf interne Prozesse; risikoreiche Aktivitäten wie Werbeauszahlungen erfordern mehrstufige Genehmigungen und Prüfungen durch Dritte.
Prüfungszyklen werden ebenfalls verkürzt, von vierteljährlichen auf monatliche Überprüfungen, während Offenlegungsregeln detailliertere Berichte über Wallet-Salden und interne Aufzeichnungen verlangen werden.
„Die Finanzbehörden und die DAXA planen, die zur Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen erforderlichen Regeländerungen noch im April dieses Jahres abzuschließen“, sagte die FSC.
Daten der FSC zeigen, dass Kapital weiterhin von lokalen Plattformen abfloss: Krypto-Abflüsse erreichten in der zweiten Hälfte 2025 90 Billionen Won (etwa 60 Mrd. $), nach 78,9 Billionen Won in der ersten Hälfte.
Der Trend hat den Regulierungsdruck erhöht, da Behörden versuchen, das Vertrauen in den Betrieb der Börsen wiederherzustellen.
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