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SEC-Krypto-Plan gelangt ans Weiße Haus, Safe-Harbor-Regeln nehmen Gestalt an

source-logo  invezz.com 07 April 2026 05:15, UTC
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Der Vorsitzende der US Securities and Exchange Commission, Paul Atkins, sagte, ein vorgeschlagenes Safe-Harbor-Rahmenwerk für Krypto sei zur Prüfung beim Weißen Haus eingereicht worden.

Auf dem Digital Assets and Emerging Technology Policy Summit bestätigte der Vorsitzende der US Securities and Exchange Commission, Paul Atkins, dass das Rahmenwerk der Agentur „Regulation Crypto Assets“, das Mitte März erstmals skizziert wurde, dem Office of Information and Regulatory Affairs vorgelegt wurde, ein erforderlicher Schritt vor der öffentlichen Veröffentlichung.

„Wir werden bald Reg Crypto vorschlagen. Es befindet sich tatsächlich gerade beim OIRA, was der nächste Schritt vor der Veröffentlichung ist“, sagte Atkins und deutete an, dass bald ein formelles Regelsetzungsverfahren folgen könnte.

Der Vorschlag skizziert eine dreiteilige Struktur, die klären würde, wie Krypto-Projekte Kapital beschaffen und innerhalb der Grenzen des Wertpapierrechts operieren.

Er führt eine Startup-Ausnahme ein, die es frühen Projekten erlauben würde, Mittel über einen vierjährigen Zeitraum mit geringeren Offenlegungspflichten zu beschaffen.

Eine separate Fundraising-Ausnahme würde Emittenten erlauben, innerhalb eines 12-monatigen Zeitraums Kapital zu beschaffen und gleichzeitig weiterhin Zugang zu anderen Registrierungsausnahmen nach dem föderalen Wertpapierrecht zu behalten.

Im Kern des Rahmenwerks steht ein Safe-Harbor für Investmentverträge.

Nach dieser Bestimmung könnten bestimmte digitale Vermögenswerte schließlich außerhalb der Definition eines Wertpapiers fallen, sobald Projektteams sich von jeglicher Managementrolle zurückziehen, die während der Kapitalbeschaffung versprochen oder impliziert worden war.

Atkins deutete an, dass die Behörde weiterhin Elemente des Vorschlags ausgestaltet und Input von Branchenbeteiligten einholt, bevor die endgültigen Bedingungen festgelegt werden.

Das Ziel, sagte er, sei sicherzustellen, dass das Rahmenwerk in der Praxis umsetzbar ist, wobei zusätzliche Bestimmungen wie Ausnahmeregelungen und Safe-Harbor-Schutzmaßnahmen als Teil des umfassenderen Pakets geprüft würden.

Im standardmäßigen Regelsetzungsverfahren muss die SEC den Vorschlag zunächst intern genehmigen, bevor er zur Prüfung an das OIRA gesandt wird.

Nach Freigabe wird er im Federal Register veröffentlicht und der öffentlichen Kommentierung geöffnet, wodurch Marktteilnehmer vor einer endgültigen Annahme Stellung nehmen können.

Regulatorische Fortschritte zeichnen sich ab

Die Dynamik rund um den Vorschlag entsteht zu einem Zeitpunkt, an dem Washington weiterhin an einem umfassenderen Krypto-Regulierungsrahmen arbeitet.

Gesetzgeberische Bemühungen wie der Digital Asset Market Clarity Act sind seit Monaten in Verhandlungen festgefahren, insbesondere in Fragen der Stablecoin-Regelungen und der Aufteilung der Aufsicht zwischen den Regulierungsbehörden.

Gesetzgeber und Branchenverbände arbeiten weiterhin auf einen Kompromiss hin, mit einer möglichen Markup-Sitzung im Senat im April, falls die Gespräche halten.

Die Regulierungsbehörden haben sich derweil enger abgestimmt, während sie sich auf mögliche Regeländerungen vorbereiten.

Die SEC und die Commodity Futures Trading Commission haben kürzlich ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das darauf abzielt, die Aufsicht zu harmonisieren und widersprüchliche Anforderungen auf den Märkten zu verringern.

Die Vereinbarung legt Pläne für gemeinsame Politikgestaltung, koordinierte Durchsetzungsmaßnahmen und klarere Produktdefinitionen sowie eine breitere Initiative zur Straffung der Berichterstattung und Verbesserung der marktübergreifenden Überwachung fest.

Der Vorschlag der SEC, der sich nun in der Prüfung beim Weißen Haus befindet, könnte einen der ersten konkreten Schritte hin zu einem klarer definierten Betriebsumfeld für Krypto-Firmen in den USA darstellen, während der Kongress weiterhin über Regelungen zur breiteren Marktstruktur debattiert.

invezz.com