Web3-Gaming hat bis zu 15 Milliarden US-Dollar verbrannt, um einer tokengetriebenen Zukunft nachzujagen, in die Gamer nie investiert haben.
Daten von Caladan, ein Market-Making- und Handelsunternehmen, zeigt, dass etwa 93 % der sogenannten GameFi-Projekte mittlerweile de facto tot sind, wobei die Tokenwerte im Vergleich zu ihren Höchstständen im Jahr 2022 um etwa 95 % gefallen sind und die Finanzierungen für Studios bis 2025 um 93 % zusammenbrechen werden.
Investoren und Studios investierten Milliarden in Token und Non-Fungible Tokens (NFTs), bevor sie blockchain-basierte Spiele mit handelbaren Eigenschaften entwickelten. Anschließend verlagerte sich das Kapital in KI, Asset-Tokenisierung und Infrastruktur, während mehr als 300 Spiele den Betrieb einstellten, wodurch das Web3-Gaming zu einer mahnenden Geschichte über die Verfolgung von Spekulationen statt Produkt-Markt-Fit wurde.
"Kapital wurde gleichzeitig auf allen Ebenen vernichtet," heißt es im Bericht, der auf Risikokapital, private $NFT-Käufer, Gaming-Gilden und Telegrams 300-Millionen-Nutzer starke Tap-to-Earn-Welle als parallele Opfer hinweist. Hamster Kombat allein verlor innerhalb von sechs Monaten nach dem Start 96 % seiner Nutzer. YGG, der Flaggschiff-Token der Gaming-Gilden, handelt 99,6 % unter seinem Höchststand von November 2021.

Einzelne Nachbetrachtungen sind schonungslos. Pixelmon sammelte 2022 bei einem $NFT-Mint 70 Millionen US-Dollar ein und hat vier Jahre später noch immer kein öffentliches Spiel. Ember Sword verbrauchte über einen Zeitraum von sieben Jahren 18 Millionen US-Dollar für die Entwicklung, bevor im vergangenen Mai ohne Rückerstattungen der Betrieb eingestellt wurde. Gala Games ist in einen Rechtsstreit verwickelt, bei dem dem Mitbegründer vorgeworfen wird, 130 Millionen US-Dollar in Token abgezweigt zu haben. Square Enix stellte im vergangenen Juli stillschweigend sein Symbiogenesis-Experiment ein.
Strukturelle Diskrepanz
Das Scheitern war nicht nur ein schlechter Zyklus oder eine schwache Ausführung. Die Daten deuten darauf hin, dass es sich um eine strukturelle Fehlanpassung zwischen einem Modell, das auf finanziellen Anreizen basiert, und einem Publikum handelte, das konsequent signalisiert hat, stattdessen Unterhaltung zu wünschen.
Im Zentrum des Booms stand GameFi, das Play-to-Earn-Modell, das das Gameplay in eine finanzielle Rückkopplungsschleife verwandelte.
Spieler kauften Token oder NFTs, verdienten Belohnungen in denselben Vermögenswerten und lösten diese ein, solange kontinuierlich neue Teilnehmer hinzukamen. Sobald die Zuflüsse sich verlangsamten, brach die Rechnung zusammen. Die Tokenpreise fielen, die Belohnungen wurden knapper, und die Nutzer zogen sich zurück – wodurch ganze In-Game-Ökonomien mit heruntergezogen wurden.
Axie Infinity, einst das Flaggschiff der Branche, verzeichnete einen dramatischen Rückgang der täglich aktiven Nutzer von etwa 2,7 Millionen auf rund 5.500 heute, so DappRadar-Daten.
Die Nachfrageseite konnte mit der Kapitalflut nie Schritt halten. Selbst auf dem Höhepunkt der Manie hatten laut einer von Caladan zitierten Umfrage von Coda Labs nur 12 % der Spieler ein Krypto-Spiel ausprobiert.
Die Kapitalallokation verschärfte das Problem. Studios sammelten zehn- oder hundert Millionen Dollar ein, bevor sie marktfähige Produkte lieferten, wodurch der Druck entfiel, Spiele zu entwickeln, die Spieler langfristig binden könnten.

Der aussagekräftigste Datenpunkt könnte stattdessen sein, wohin das Geld geflossen ist. Im Jahr 2022 entfielen 62,5 % aller Web3-Risikokapitalinvestitionen auf Gaming; bis 2025 war sein Anteil auf einstelliges Niveau eingebrochen, da KI, die Tokenisierung von Realweltvermögenswerten und Layer-2-Infrastrukturen das verdrängte Kapital aufnahmen.

Sogar Animoca Brands, der produktivste Investor der Branche, hat den Bereich Gaming auf etwa 25 % seines Portfolios reduziert und wendet sich nun Stablecoins, realweltlichen Vermögenswerten (RWAs) und KI zu.
Gleichzeitig verlängerten sich die Entwicklungszeiträume auf drei bis fünf Jahre, während die Tokens in Echtzeit gehandelt wurden und kontinuierliche Dynamik verlangten. Bis viele Projekte bereit für den Start waren, hatten ihre zugehörigen Tokens bereits stark an Wert verloren.
Das Ergebnis ist ein Sektor, der sich durch spekulative Nachfrage schnell ausgeweitet und ebenso rasch wieder zusammengezogen hat, sobald diese Nachfrage nachließ. Laut DappRadar wurden mehr als 300 Blockchain-Spiele eingestellt, und die verbleibenden Investitionen verlagern sich von Spielen hin zur Infrastruktur.
Was einst als die Zukunft des Gamings angepriesen wurde, gleicht nun eher einem warnenden Beispiel dafür, was passiert, wenn finanzielle Ingenieurskunst der Produkt-markt-Passung zu weit vorausläuft.