Cathie Wood hat jahrelang Herausforderer dominanter Technologieunternehmen unterstützt, doch ihr jüngster Schritt im Halbleiterbereich tendierte klar zum Marktführer.
ARK Invest verkaufte in den Trades vom 28. August etwa $72.8 million an AMD-Aktien und kaufte gleichzeitig rund $53 million an Nvidia-Aktien.
Der AMD-Verkauf wurde mit etwa $74.5 million bewertet, der Nvidia-Kauf mit $55.6 million.
Der Schritt erfolgte Tage, nachdem Nvidia ein weiteres herausragendes Quartal geliefert hatte. ARK hat jedoch nicht erklärt, dass der Trade einen Vertrauensverlust in AMD widerspiegelt.
Die plausiblere Interpretation ist, dass Wood auf eine klarere kurzfristige Sichtbarkeit der KI-Erträge umschichtete.
Nvidia bietet etwas, das AMD noch nicht hat: außergewöhnliche Sichtbarkeit
Nvidia hatte gerade Umsatzerlöse des zweiten Geschäftsquartals von $96.2 billion gemeldet, ein Plus von 106 % gegenüber dem Vorjahr, während der Umsatz im Data Center um 117 % auf $89 billion gestiegen ist. Das Unternehmen leitete einen Umsatz von rund $108 billion für das nächste Quartal an.
Nvidia verlangt Investoren nicht länger, mehrere Produktzyklen abzuwarten, bis sich die KI-These in den Finanzzahlen niederschlägt.
Die Nachfrage schlägt sich bereits in enormen Umsätzen nieder, und das Management sagt, dass die Angebotsseite weiterhin einschränkend wirkt.
TD Cowen-Analyst Joshua Buchalter bezeichnete Nvidia-Aktien nach den Zahlen laut MarketWatch als „erheblich unterbewertet“. Er argumentierte, dass ohne Angebotsbeschränkungen die Kundennachfrage auf eine nahezu doppelte Umsatzentwicklung hindeuten könnte.
Bank of America-Analyst Vivek Arya stellte vor den Ergebnissen eine ähnliche Bewertungsargumentation auf.
Arya sah die Nvidia-Aktie mit einem Abschlag von 34 % bis 50 % gegenüber dem, was ihre Fundamentaldaten rechtfertigen könnten, gehandelt, während er ein Kursziel von $350 beibehielt.
Für ARK könnte diese Kombination aus dominanter Marktstellung und sichtbarem Ertragswachstum Nvidia zum attraktiveren Ziel für zusätzliches Engagement im Halbleiterbereich gemacht haben.
Auch AMD boomt, doch Helios muss sich noch beweisen
AMDs eigene Zahlen deuten kaum auf eine gescheiterte Entwicklung hin.
Der Umsatz im zweiten Quartal erreichte mit $11.5 billion ein Rekordhoch, ein Anstieg von 50 % im Jahresvergleich, während der Umsatz im Data Center sich mehr als verdoppelte.
CEO Lisa Su sagte, Helios, AMDs rack-scale-KI-Plattform, beginne in der zweiten Jahreshälfte hochzufahren.
Der Unterschied ist, dass Investoren noch abwarten, wie schnell Helios in einen deutlich größeren KI-Umsatzstrom umgemünzt werden kann.
Daniel Newman, CEO der Futurum Group, fasste diese Spannung nach den AMD-Zahlen zusammen.
Yahoo Finance berichtete, Newman habe das Quartal als gut bewertet, gleichzeitig aber gesagt, Investoren hätten auf eine deutlich stärkere Prognose gehofft, die von Helios angetrieben würde.
Der Verkauf von AMD bedeutet nicht, dass Nvidia gewonnen hat
Die Wall Street bleibt weiterhin konstruktiv in Bezug auf AMD.
Goldman Sachs hob die Aktie im Mai auf Buy und argumentierte, dass AMD ein überproportionaler Profiteur der unternehmensweiten Einführung agentenbasierter KI sein könnte, da die Nachfrage sowohl Server-CPUs als auch das künftige GPU-Wachstum in Rechenzentren stützt.
Die Bank sagte außerdem, sie bevorzuge Nvidia und Broadcom weiterhin auf relativer Basis.
Dieser letzte Punkt passt besonders gut zu ARKs Aktivitäten am 28. August: Wood verkaufte nicht einfach AMD und kaufte Nvidia. ARK fügte außerdem rund $20 million an Broadcom-Aktien hinzu.
Das wirkt eher wie eine Neugewichtung der Halbleiter-Exponierung über mehrere KI-Gewinner hinweg als ein binäres Urteil, dass AMD verloren habe.
invezz.com