Institutionelle Investoren prägen die Kryptomärkte mittlerweile stärker als Privatanleger, was Wintermute als Wendepunkt in der Entwicklung digitaler Vermögenswerte bezeichnet hat.
Laut dem neuesten Marktbericht des Unternehmens entfielen etwa 72 % des Spot-Handelsvolumens an seinem Over-the-Counter-(OTC)-Desk im ersten Halbjahr 2026 auf institutionelle Anleger, der höchste Anteil seit Beginn der Aufzeichnungen und ein deutlicher Anstieg gegenüber etwa 61 % im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres.
"Während sich der Kryptowährungsmarkt durch einen Bärenmarkt arbeitet, wobei der Einzelhandel weitgehend abwesend ist und sich auf Aktien konzentriert, wird die zugrundeliegende Struktur leichter erkennbar", heißt es in dem Bericht. "Die Anlageklasse reift, unabhängig davon, was die jüngsten Kursbewegungen vermuten lassen."
Statt kurzfristigen Preisschwankungen nachzujagen, agieren institutionelle Investoren in der Regel unter klar definierten Mandaten und Risikolimiten und halten Positionen über längere Zeiträume. Das Ergebnis, so der Bericht, ist ein Markt mit geringerer Volatilität und einer Liquiditätskonzentration auf eine kleinere Gruppe von Vermögenswerten.
Die realisierte Volatilität ist laut der Analyse von Wintermute von etwa 70 % in früheren Marktzyklen auf rund 45 % im aktuellen Zyklus gefallen. Der Bericht stellte zudem fest, dass institutionelle Anleger ein vergleichsweise enges Universum an Token handeln, während Privatanleger ihre Aktivitäten auf eine wesentlich größere Anzahl von Assets ausweiten.
Diese Konzentration könnte zukünftige Altcoin-Rallyes selektiver gestalten.
"Das Ergebnis ist ein Markt, in dem der Fluss, der zunehmend die Richtung vorgibt, auf weniger Namen konzentriert ist, die selektiver gehandelt werden", heißt es in dem Bericht. Es wird hinzugefügt, dass breit angelegte Rallyes, bei denen die meisten alternativen Kryptowährungen gemeinsam steigen, immer unwahrscheinlicher werden, da sich institutionelles Kapital auf eine Handvoll Vermögenswerte konzentriert.
Derivate und Tokenisierung gewinnen an Bedeutung
Der Bericht weist außerdem auf den zunehmenden Einsatz von Derivaten als einen weiteren prägenden Trend hin. Wintermute gab an, dass das nominale Handelsvolumen bei Altcoin-Optionen an seinem OTC-Desk von der zweiten Hälfte 2025 bis zur ersten Hälfte 2026 um etwa das 3,4-fache gestiegen ist, was vor allem auf Anleger zurückzuführen ist, die eher nach Rendite als nach direkter Kursexposition suchen. Gleichzeitig werden Contracts for Difference (CFDs) über eine breitere Palette von Kryptowährungen hinweg für Richtungs-Trading, Absicherung und Korbstrategien eingesetzt.
Über den Handel hinaus gewannen tokenisierte reale Vermögenswerte weiterhin an Dynamik, wobei der Wert der tokenisierten Vermögenswerte in den ersten sechs Monaten des Jahres um fast 50 % auf 31 Milliarden US-Dollar anstieg, während das durchschnittliche monatliche Transfervolumen auf 9 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt wurde. Das Unternehmen erklärte, dass Institutionen überwiegend tokenisierte Staatsanleihen, Geldmarktfonds und Private Credit übernehmen, während Privatanleger weiterhin aktiver in tokenisierten Aktien sind.