Nutzung steigt, Einnahmen in Dollar sinken
Während die Gebühreneinnahmen in Dollar-Terms von rund 131 Millionen im zweiten Quartal des Vorjahres auf etwa 64 Millionen fielen, entwickelte sich die tatsächliche Nutzung gegenläufig. Ethereum verarbeitete im zweiten Quartal 203,9 Millionen Transaktionen, verglichen mit 121,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Transaktionsdurchsatz stieg von 15 auf 26 Transaktionen pro Sekunde. Ermöglicht wurde dies unter anderem durch eine Erhöhung des Block-Gas-Limits auf 60 Millionen. „Die Divergenz zwischen Einnahmen und Aktivität ist das Thema des Quartals. Während die Gebühren sanken, stieg die Nutzung“, heißt es im Bitwise-Bericht.
In $ETH gemessen erstmals seit über einem Jahr wieder gestiegen
Die rückläufigen Dollar-Zahlen verdecken dabei eine wichtige Entwicklung. In $ETH gemessen stiegen die Netzwerkeinnahmen von 27.670 $ETH im ersten Quartal auf 31.166 $ETH im zweiten Quartal. Das war der erste Quartalsanstieg seit über einem Jahr. Der Rückgang in Dollar-Terms ist laut Bitwise vor allem auf den schwächeren $ETH-Preis im Berichtszeitraum zurückzuführen, nicht auf eine geringere Inanspruchnahme des Netzwerks.
Staking auf Rekordhoch, institutionelle Zuflüsse halten an
Auch beim Staking gab es positive Entwicklungen. Der aktive Stake erreichte mit 40,2 Millionen $ETH einen neuen Rekordwert, was rund 33 Prozent des gesamten Angebots entspricht. Bitwise führt dies auf anhaltende institutionelle Zuflüsse zurück. Der hohe Staking-Anteil gilt als Indikator für das langfristige Vertrauen großer Marktteilnehmer in das Netzwerk.
Kein Einzelphänomen: Auch Solana und Avalanche betroffen
Das Muster beschränkt sich nicht auf Ethereum. Bitwise beobachtete ähnliche Entwicklungen bei anderen Blockchain-Netzwerken. Solana verarbeitete 9,8 Milliarden Nicht-Voting-Transaktionen, nahe dem Allzeithoch, während die Dollar-Einnahmen ebenfalls sanken. Avalanche verzeichnete auf seiner C-Chain 236 Millionen Transaktionen, nach 58 Millionen im Vorjahreszeitraum. Auch hier führte Bitwise den Gebührenrückgang auf geringere Netzwerküberlastung zurück, nicht auf schwächere Nutzung.
Einordnung: Günstigerer Blockspace als Designziel
Die Analysten von Bitwise betonen, dass der Rückgang bei den Gebühren ein bewusstes Ergebnis von Protokollentwicklungen sei. Netzwerke hätten Blockspace bewusst günstiger und reichlicher gemacht, damit Nutzer weniger pro Transaktion zahlen. Sinkende Gebühreneinnahmen in Dollar sind demnach kein Zeichen für schwindendes Interesse, sondern können Ausdruck einer wachsenden und effizienter werdenden Infrastruktur sein.