Injective zielt mit dem Status als SEC-Transferagent auf vier Anlageklassen ab
Injective erweitert seine Blockchain um eine regulierte Wertpapierinfrastruktur, um sich als Plattform für die institutionelle Tokenisierung zu positionieren. Das Layer-1-Netzwerk gab am 19. August bekannt, dass sein Geschäftsbereich für institutionelle Dienstleistungen nun als Transferagent bei der SEC registriert ist. Injective bezeichnete die Registrierung als die erste ihrer Art für eine Layer-1-Blockchain.
Transferagenten führen offizielle Aufzeichnungen darüber, wem Wertpapiere gehören, und unterstützen Funktionen wie Übertragungen, Ausschüttungen und die Aktionärsverwaltung. Injective erklärte, die Registrierung werde es ermöglichen, diese Prozesse über eine Distributed-Ledger-Infrastruktur abzuwickeln und dabei die US-amerikanischen Wertpapiervorschriften einzuhalten. „Die Registrierung als Transferagent [is] die regulierte Buchführungsschicht, die die amerikanischen Märkte erfordern. Der vollständige Stack für On-Chain-Kapitalmärkte ist nun verfügbar“, erklärte Injective in einem Beitrag auf X.
Tokenisierte Märkte dehnen sich über öffentliche Aktien hinaus aus
Die Registrierung baut auf einer breiteren Expansion in den Bereich realer Vermögenswerte auf. Injective hat Märkte eingeführt, die an Treasury-Unternehmen für digitale Vermögenswerte, börsennotierte Aktien und Anteile privater Unternehmen wie SpaceX und OpenAI gekoppelt sind. Außerdem hat das Unternehmen „Injective Mint Alpha“ eingeführt, eine Plattform zur Ausgabe tokenisierter Vermögenswerte.
Das Netzwerk dringt zudem weiter in den Bereich der Unternehmensfinanzierung vor. Im Juli wählten POSCO International, Südkoreas größtes Handelsunternehmen, und LG CNS, der Technologiezweig der LG Group, Injective für ein Live-Pilotprojekt im Bereich Handelsfinanzierung aus.
Das Projekt dient der Emission, Übertragung, Verwaltung und Abwicklung von Handelsforderungen, die im internationalen Handel entstehen. Injective fasste die Strategie in seiner Ankündigung wie folgt zusammen: „Institutionelle Fonds. Börsennotierte Aktien. Anteile an privaten Unternehmen. Unternehmensforderungen. Vier verschiedene Anlageklassen. Ein Netzwerk. Alles live.“
Regulierung wird Teil des Produkts
Durch die Registrierung als Transferagent erhält Injective eine formelle Rolle im Prozess der rechtlich vorgeschriebenen Buchführung für Wertpapiere – ein Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, da traditionelle Vermögenswerte auf die Blockchain verlagert werden. Institutionen benötigen mehr als nur eine schnelle Abwicklung und programmierbare Vermögenswerte. Sie benötigen zudem konforme Eigentumsnachweise, Unterstützung bei Kapitalmaßnahmen und eine Infrastruktur, die sich in bestehende regulatorische Rahmenbedingungen einfügen lässt.
„Mit diesem Schritt wird Injective zur ersten Layer-1-Blockchain, die über die erforderliche RWA-Infrastruktur und regulatorische Bereitschaft verfügt, um die Tokenisierung auf ein neues Niveau zu heben“, so das Projekt.
Die größere Frage ist, ob sich dieser regulatorische Rahmen in nachhaltige institutionelle Aktivitäten umsetzen lässt. Injective hat mehrere Bausteine zusammengestellt, von der Emission über die Abwicklung bis hin zur Buchführung. Die nächste Bewährungsprobe besteht darin, ob große Vermögensverwalter, Banken und Emittenten sich dafür entscheiden, diese in großem Maßstab zu nutzen.