Der Kryptomarkt trat monatelang nahezu auf der Stelle. In dieser Zeit baute sich Druck auf, der sich nun in Kurssprüngen entlädt, mit denen kaum jemand gerechnet hatte. Die Geduld der Anleger zahlt sich aus: Für Bitcoin ($BTC) und Ripple ($XRP) könnte es die beste Woche seit 2024 werden. Damals gab es für beide Coins klare Katalysatoren, heute ist die Lage weniger eindeutig.
$BTC und $XRP legen zweistellig zu
Kryptoanleger dürften diese Woche so schnell nicht vergessen. Seit Montag ist der Wert des Kryptomarkts um fast 17 Prozent gestiegen.
Bitcoin hat mit einem Plus von mehr als 19 Prozent selbst erfahrene Marktbeobachter überrascht. $XRP von Ripple zählt mit einem außergewöhnlichen Gewinn von 30 Prozent sogar zu den stärksten Werten innerhalb der Top 100.
Bitcoin startete bei 62.900 Dollar in die Woche und hat nun erstmals seit dem 27. Mai wieder die Marke von 75.000 Dollar erreicht.
Was hat das gebracht? Der Kurs hat die Abwärtstrendlinie durchbrochen, die vom Rekordhoch ausgeht. Das ist keine Garantie dafür, dass der Boden des Bärenmarkts bereits hinter uns liegt. Die Wahrscheinlichkeit dafür scheint aber zuzunehmen.
Der König des Kryptomarkts hat damit sogar stärker zugelegt als nach der Wiederwahl von Donald Trump im November 2024. Damals löste sein Sieg eine Welle des Optimismus aus, weil Trump inzwischen als wichtiger Verbündeter der Branche gilt.
Eine ähnlich starke Woche hatte Bitcoin zuletzt in der Woche ab dem 26. Februar. Damals erhielt der Kurs Rückenwind durch den Start der ersten börsengehandelten Bitcoin-Fonds in den USA einen Monat zuvor.
$XRP begann die Woche knapp unter der wichtigen Marke von 1 Dollar, notiert inzwischen aber bei 1,31 Dollar. Damit liegt der Kurs über dem zentralen Widerstandsniveau, das gestern von Newsbit-Technikanalyst Erik Juffermans hervorgehoben wurde. In kurzer Zeit hat sich damit viel verändert.
Nach Trumps Sieg in der zweiten Novemberwoche gewann $XRP sogar 79 Prozent an Wert. Ripple steckte zu diesem Zeitpunkt bereits seit vier Jahren in einem Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Mit dem von Trump angekündigten Abgang des SEC-Vorsitzenden bekam der Fall jedoch plötzlich eine andere Perspektive.
Wer treibt die Rally an?
Diesmal sind die Kurse vor allem deshalb so stark gestiegen, weil der Markt zuvor von Pessimismus geprägt war. Short-Positionen im Milliardenvolumen wurden liquidiert. Händler, die mit geliehenem Geld auf fallende Kurse gesetzt hatten, trugen damit zur historischen Rally bei, weil sie Coins zurückkaufen mussten.
Der Auslöser kam aus Washington. Das US-Finanzministerium verdoppelte überraschend seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen, um die Renditen zu drücken.
Dass sich die Renditen danach weitgehend erholt haben, wirkte sich nicht mehr auf die Kurse aus. US-Finanzminister Scott Bessent hat jedenfalls klargemacht, dass die Regierung eingreifen will, wenn die Zinsen zu stark steigen. Niedrigere risikofreie Zinsen machen Bitcoin als Anlage attraktiver und stützen zugleich die Liquidität, weil mehr Geld im System verfügbar ist und damit mehr Kapital investiert werden kann.
Zudem leistete auch Trump erneut seinen Beitrag, und zwar bei einem Treffen im Weißen Haus mit den wichtigsten Vertretern der Kryptoindustrie. Er sprach sich für den CLARITY Act aus, ein wichtiges Kryptogesetz, und sagte sogar, die Regierung prüfe den Kauf „erheblicher“ Mengen an Bitcoin und anderen Kryptowährungen für die Staatskasse.