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Hohe Wahrscheinlichkeit für Sieg der Demokraten: Wie reagiert der Bitcoin-Kurs auf die Midterm-Wahlen?

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Als Donald Trump im November 2024 die Präsidentschaftswahl gewinnen konnte, sicherten sich die Republikaner auch die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus. Das machte der Trump-Administration die Regierung des Landes grundsätzlich leichter.

Doch die prominentesten Maßnahmen des US-Präsidenten – etwa die Zölle – wurden ohnehin durch präsidiale Dekrete veranlasst.

Außerdem bedeutete die republikanische Mehrheit im Kongress nicht gleich, dass es keine Zustimmung der Demokraten mehr bräuchte. Diese können beispielsweise durch Blockaden bei Verfahrensabstimmungen verhindern, dass Gesetzentwürfe der Republikaner durchgewunken werden, wie sich beim Krypto-Gesetz CLARITY Act gezeigt hat.

Demokraten bald mit Mehrheit im Kongress?

Da in der US-amerikanischen Bevölkerung eine große Unzufriedenheit mit der Politik des Präsidenten herrscht, sieht es momentan so aus, als würden die Demokraten die Midterm-Wahlen gewinnen. Die US-Amerikaner klagen in erster Linie über hohe Lebenshaltungskosten. Trumps Zollpolitik sowie der Irankrieg gelten als primäre Inflationstreiber.

Am Wahltag liegt die Wahrscheinlichkeit für eine blaue Welle auf der Wettplattform Polymarket bei 77 % – im August lag dieser Wert noch unter 50 %.

Wahrscheinlichkeiten für die jeweiligen Ausgänge bei den Midterm-Wahlen – Quelle: Polymarket

Bei den Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu gewählt. Da Senatoren eine Amtszeit von sechs Jahren haben, steht regulär alle zwei Jahre rund ein Drittel der Sitze zur Wahl. Diesmal kommen zwei Nachwahlen hinzu. Der neu gewählte Kongress tritt erst am 3. Januar 2027 zusammen.

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Gegenwind an den Märkten voraus?

Eine weitverbreitete Annahme ist, dass die Midterm-Wahlen die Aktienmärkte sowie Bitcoin weiter unter Druck bringen könnten.

Zum einen positionieren sich die Demokraten als Gegner des Ausbaus von Rechenzentren, womit die weiteren Investitionen in die KI‑Infrastruktur, die ein zentraler Treiber des Aktienmarkts sind, gebremst werden könnten.

Zum anderen sind die Demokraten Bitcoin und Kryptowährungen tendenziell feindlicher gegenüber eingestellt, womit es umso schwieriger werden dürfte, Pro-Krypto-Gesetzgebungen durch den Kongress zu bekommen.

Doch allen voran ist wichtig, festzuhalten, dass ein demokratischer Sieg wegen der hohen Wahrscheinlichkeiten schon zu großen Teilen an den Märkten eingepreist sein dürfte. Das könnte auch erklären, wieso KI-Aktien und Bitcoin in den vergangenen Wochen geschwächelt haben.

Märkte oft stärker nach Midterm-Wahlen

Grundsätzlich sind Midterm-Jahre auch für schwächere Kurse bekannt. Seit dem Jahr 1950 sind die 12 Monate vor den Wahlen mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,9 % der schlechteste Jahreszeitraum des Politikzyklus für den US-amerikanischen Aktienindex S&P 500, wie die Grafik von Fidelity zeigt.

Durchschnittliche Performance des S&P 500 seit 1950 je Jahr im Politikzyklus – Quelle: Fidelity

Ein Grund dafür scheint die damit einhergehende Unsicherheit zu sein, mit der Märkte generell nicht so gut umgehen können. In diesem Jahr ist der S&P 500 aktuell rund 10 % im Plus.

Dafür wird bei einem Blick auf die Daten von Fidelity aber auch deutlich, dass das Post-Midterm-Jahr im Durchschnitt das mit Abstand beste für die Aktienmärkte ist.

Dies gilt tatsächlich insbesondere für eine gespaltene Regierung des Landes. Denn grundsätzlich schlagen sich die Aktienmärkte nach den Midterms besser, wenn die Präsidentenpartei nicht die Mehrheit im Kongress hat.

12-Monats-Performance nach Midterms: gespaltene vs. einheitliche Regierung – Quelle: Motley Fool

In den vergangenen Tagen war wieder beobachtbar, dass Bitcoin eine höhere Korrelation mit Technologieaktien aufgewiesen hat. Demnach ist die Sorge einiger $BTC-Halter, dass die Midterm-Wahlen nicht nur zu einem Crash bei Aktien, sondern auch bei $BTC führen könnten.

Die historischen Daten machen jedoch selbst bei einer demokratischen Welle eher Hoffnung auf eine Erholung an den Aktienmärkten nach den Midterm-Wahlen.

Durchschnittliche Performance des S&P 500 seit 1970 rund um die Midterms – Quelle: BlackRock

Bitcoin-Boden aber immer erst nach Midterms erreicht

Bei Bitcoin selbst zeichnet sich mit einem Blick auf die Vergangenheit aber ein anderes Bild. Denn nachdem jedes Midterm-Jahr bislang von einem Bärenmarkt begleitet war, wurde der Boden immer erst kurz nach den Wahlen erreicht. Das Jahr 2010 bleibt aufgrund des damals noch sehr jungen und illiquiden Bitcoin-Marktes unberücksichtigt.

Jahr Midterm-Wahl $BTC-Jahresperformance Bärenmarkt-Boden Abstand zur Wahl
2014 04.11.2014 –56,4 % 14.01.2015 +71 Tage
2018 06.11.2018 –73,4 % 15.12.2018 +39 Tage
2022 08.11.2022 –64,2 % 21.11.2022 +13 Tage
2026 03.11.2026 –12,3 %* 01.07.2026* −125 Tage*

*Stand jetzt.

Ob die Midterm-Wahlen, der 4‑Jahres-Zyklus von $BTC oder etwas anderes die treibende Kraft dahinter war, ist schwer auszumachen.

Letztlich würden sich aktuell auch Argumente finden, dass sich dieses Muster wiederholen könnte.

Doch dass sich $BTC trotz Einpreisung eines demokratischen Sieges, Binance-Hack, Korrektur bei KI-Aktien und potenziell weiteren Zinsanhebungen der Federal Reserve noch mehr als 30 % über dem Tief vom 1. Juli hält, könnte auch als äußerst positives Zeichen gewertet werden.

Eine Kaufgelegenheit für $BTC?

Ein demokratischer Midterm-Sieg alleine, der ohnehin schon weitestgehend eingepreist sein dürfte, wird wohl kaum einen richtigen Crash auslösen können.

Außerdem gab es schon mehrere Einschätzungen von großen Finanzinstitutionen zu den Kursen von Bitcoin und Kryptowährungen im Kontext der Midterm-Wahlen, die positiv ausfielen.

Jim Ferraioli von der Großbank Charles Schwab teilte im Oktober die Einschätzung, dass ein potenzieller Kursrutsch wegen der Wahlen voraussichtlich eine Kaufgelegenheit darstellen würde. Ferraioli verwies dabei unter anderem darauf, dass Krypto-Kurse nur gering auf höhere Siegeswahrscheinlichkeiten der Demokraten reagiert hätten, während die gesamte Branche wohl kaum gestoppt werden könne.

Deshalb gehen wir davon aus, dass ein solcher Kursrückgang, sollte der Markt erneut so reagieren, wahrscheinlich eine gute Kaufgelegenheit darstellen würde. Schließlich gibt es, wie bereits besprochen, im Kongress weiterhin breite parteiübergreifende Unterstützung für Kryptowährungen. Wir glauben außerdem, dass die Branche inzwischen so weit gereift ist, dass sie nicht mehr einfach verschwinden wird.
Jim Ferraioli, Charles Schwab

Robbie Mitchnick von BlackRock erklärte im Sommer sogar, dass das Momentum von $BTC im Zuge der Midterm-Wahlen sogar zurückkehren könnte. Dies begründete er damit, dass dann die Staatsschulden und das Gelddrucken in den Fokus der Märkte rücken dürften.

Ich denke, wenn die US-Schuldenstände und die Defizitsituation wieder stärker in den Fokus rücken – was rund um die Midterms ziemlich wahrscheinlich ist –, dann werden auch einige existenzielle Diskussionen wieder aufkommen. Ich glaube, dann werden wir wahrscheinlich eine erneute Belebung des Momentums sehen.
Robbie Mitchnick, BlackRock

Der Leiter der Abteilung für digitale Assets bei @BlackRock, @RobbieMitchnick, glaubt, dass das Momentum bei Bitcoin wieder zurückkommen wird, wenn sich der Markt im Zuge der Midterm-Wahlen wieder auf die ausufernden US-Staatsschulden und das Gelddrucken fokussieren wird. 📈👀 pic.twitter.com/UeEZrMxFZE

— Blocktrainer (@blocktrainer) June 22, 2026

Apropos Staatsschulden. Die aktuelle Schuldenobergrenze der USA beträgt 41,1 Billionen US-Dollar. Momentan sind es schon mehr als 40,5 Billionen US-Dollar, nachdem im August die 40-Billionen-Marke geknackt wurde.

Bei einer Fortsetzung dieses Trends könnte das Limit in wenigen Monaten erreicht sein, womit sich dann im potenziell demokratisch dominierten Kongress auf eine Anhebung geeinigt werden müsste. Nach der letzten Einigung im Rahmen des Haushaltsgesetzes Big Beautiful Bill, das im Juli 2025 verabschiedet wurde, legte $BTC eine Rally hin.

Wie auch immer es sich in den kommenden Wochen und Monaten ausspielen wird: Bitcoin kann als Asset mit begrenzter Gesamtmenge einen Schutz vor den Schuldenexzessen und der damit einhergehenden Ausweitung der Geldmenge darstellen. Ob dieses Narrativ, wie von BlackRocks Mitchnick erwartet, bereits jetzt, bei dem nächsten Erreichen des Schuldenlimits oder noch später wieder in den Fokus rücken wird, dürfte für langfristig orientierte $BTC-Sparer zweitrangig sein.

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