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Bitcoin fällt auf 80.400 Dollar: Milliarden-Liquidationen und neue Zinssorgen belasten Kryptomarkt

source-logo  decentralist.de 09 Oktober 2026 08:51, UTC
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Bitcoin ist am Donnerstag, dem 8. Oktober, zeitweise auf rund 80.400 Dollar eingebrochen. Der Kursrutsch löste Liquidationen von mehr als einer Milliarde Dollar aus. Gleichzeitig belasten steigende Anleiherenditen, neue Zinserhöhungserwartungen und massive Kapitalabflüsse aus Krypto-ETFs den Markt. Nun steht eine wichtige technische Unterstützung auf dem Spiel.

Über eine Milliarde Dollar an Krypto-Positionen liquidiert

Der Bitcoin-Kurs fiel am Donnerstag zwischenzeitlich auf 80.393 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 21. September. Auch Ethereum geriet unter Druck und verlor rund 4,1 Prozent auf 2.460 Dollar. Anschließend konnte sich Bitcoin wieder über die Marke von 82.000 Dollar erholen.

Besonders heftig traf der Kursrückgang gehebelte Marktteilnehmer. Laut Daten von CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden Krypto-Positionen im Umfang von mehr als einer Milliarde Dollar zwangsliquidiert. Rund 930 Millionen Dollar entfielen dabei auf Long-Positionen. Es handelte sich um die größte Liquidationswelle auf der Long-Seite seit 90 Tagen. Allein innerhalb einer Stunde wurden Positionen im Wert von mehr als 600 Millionen Dollar geschlossen.

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Die Entwicklung fällt unmittelbar vor den Jahrestag des historischen Krypto-Crashs vom 10. Oktober 2025, als gehebelte Positionen im Umfang von rund 19 Milliarden Dollar liquidiert wurden. Von einem vergleichbaren Ereignis ist der Markt aktuell allerdings noch weit entfernt.

Fed, Ölpreise und Anleiherenditen setzen Bitcoin unter Druck

Die Ursachen für den jüngsten Ausverkauf liegen nicht ausschließlich im Kryptomarkt. Insbesondere das makroökonomische Umfeld hat sich zuletzt weiter verschärft.

Das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank deutet darauf hin, dass die meisten Fed-Mitglieder eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende für angemessen halten. Fed-Gouverneur Christopher Waller bekräftigte diese Haltung am Donnerstag und erklärte, dass zusätzliche Zinsschritte notwendig sein könnten, um die Inflation nachhaltig auf zwei Prozent zurückzuführen. Laut CME FedWatch lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember zuletzt bei über 70 Prozent.

Gleichzeitig erreichte die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen zwischenzeitlich 5,73 Prozent und damit ein neues 24-Jahres-Hoch. Die Rendite zehnjähriger Anleihen bewegte sich zeitweise um 5,3 Prozent.

Zusätzliche Inflationssorgen entstehen durch den Energiemarkt. Berichte über mögliche neue US-Militärschläge gegen Iran trieben den Brent-Ölpreis auf zeitweise 105,88 Dollar je Barrel. Steigende Energiepreise könnten den Inflationsdruck verstärken und die Fed zu einer längerfristig restriktiven Geldpolitik veranlassen.

Krypto-ETFs verzeichnen fast eine Milliarde Dollar Abflüsse

Auch von institutioneller Nachfrageseite fehlen derzeit positive Impulse. Laut Farside Investors verzeichneten die US-Bitcoin-Spot-ETFs am Mittwoch Nettoabflüsse von 484,9 Millionen Dollar – der höchste Tageswert seit Ende Juni. Am Donnerstag folgten weitere Abflüsse von 244,1 Millionen Dollar.

Bei den Ethereum-ETFs setzte sich die Serie negativer Handelstage ebenfalls fort. Insgesamt summierten sich die Nettoabflüsse aus Bitcoin- und Ethereum-Spot-ETFs seit Monatsbeginn auf rund 986 Millionen Dollar.

Die Entwicklung passt zur jüngsten Einschätzung von Glassnode: Dem Analyseunternehmen zufolge wurde die vorherige Bitcoin-Erholung überwiegend von bestehenden Marktteilnehmern getragen, während frische Kapitalzuflüsse aus ETFs, Stablecoins und Unternehmensbilanzen zunehmend nachließen.

Bitcoin: Entscheidet die Marke von 82.500 Dollar über den Aufwärtstrend?

Aus technischer Perspektive richtet sich der Blick nun auf den Bereich um 82.500 Dollar. Analyst Rekt Capital betrachtet diese Marke als entscheidend für die weitere Marktstruktur. Sollte Bitcoin die Unterstützung auf Wochenschlussbasis verlieren und anschließend als Widerstand bestätigen, könnte eine Rückkehr in die vorherige übergeordnete Akkumulationsspanne drohen.

Andere Marktbeobachter verweisen auf die Zone um 75.000 Dollar als mögliches nächstes Abwärtsziel. Dort befinden sich laut Glassnode weitere relevante gehebelte Positionierungen.

Entscheidend werden damit der Wochenschluss am Sonntag, dem 11. Oktober, sowie die für den 14. Oktober angesetzten US-Inflationsdaten. Sie könnten neue Hinweise darauf liefern, ob die jüngste Korrektur nur eine Unterbrechung der Bitcoin-Erholung darstellt oder eine umfassendere Neubewertung am Kryptomarkt bevorsteht.

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