- Google schätzt den Bedarf für einen Angriff auf unter 500.000 physische Qubits
- Der Vorschlag BIP-360 sieht Bitcoin-Adressen mit nicht sichtbarem Schlüssel vor
- Drei Standards für quantensichere Verfahren liegen seit August 2024 vor
Google beziffert den Ressourcenbedarf neu
Google Quantum AI, das Quantenforschungsteam des Konzerns, hat am 31. März ein Whitepaper zum Ressourcenbedarf für das Brechen elliptischer Kryptografie vorgelegt. In einem Blogbeitrag von Google Research erläutern die Autoren Ryan Babbush und Hartmut Neven die Ergebnisse. Grundlage ist das 256 Bit große Problem des diskreten Logarithmus auf elliptischen Kurven, auf dem die Sicherheit der meisten Blockchains und Kryptowährungen beruht. Das Team hat zwei Quantenschaltkreise berechnet, den ersten mit weniger als 1.200 logischen Qubits und 90 Millionen Toffoli-Gattern, den zweiten mit weniger als 1.450 logischen Qubits und 70 Millionen Toffoli-Gattern. Ausgeführt werden könnten sie auf einem supraleitenden Quantencomputer mit weniger als 500.000 physischen Qubits innerhalb weniger Minuten, was etwa einer Verringerung um den Faktor 20 entspricht. Die Schaltkreise selbst hat Google nicht veröffentlicht. Die Schätzungen lassen sich stattdessen über einen Zero-Knowledge-Beweis überprüfen, ohne Angriffsdetails preiszugeben. Vorab stimmte sich das Unternehmen mit der US-Regierung ab. Die eigene Umstellung auf quantensichere Verfahren plant Google bis 2029.
Drei Studien senken die Hürden
Das Fachportal The Quantum Insider, das über Quantentechnologie berichtet, ordnet die Google-Arbeit in eine Reihe von drei Studien ein. Im Mai 2025 hatte Google-Forscher Craig Gidney die Zahl der für das Knacken von RSA-2048 nötigen physischen Qubits von rund 20 Millionen auf unter eine Million gesenkt. Im Februar 2026 kam das in Sydney ansässige Startup Iceberg Quantum mit einer neuen Architektur auf weniger als 100.000 Qubits für dieselbe Aufgabe. Die Google-Studie vom März betrifft die elliptische Kryptografie, auf der Bitcoin aufbaut. Sobald ein öffentlicher Schlüssel bekannt ist, dauert die verbleibende Rechenarbeit demnach etwa neun Minuten, bei einer durchschnittlichen Blockzeit von Bitcoin von zehn Minuten. Unter idealisierten Bedingungen beziffert Google die Wahrscheinlichkeit, dass ein vorbereiteter Quantencomputer einen privaten Schlüssel vor der Bestätigung einer Transaktion ableitet, auf rund 41 Prozent. Einschränkungen nennt das Portal ebenfalls. Die Architektur von Iceberg Quantum ist bislang nur in Simulationen überprüft, und Gidney erwartet ohne geänderte Annahmen keine weitere Verringerung um den Faktor zehn. Jede Reduktion verlagert die Schwierigkeit zudem auf technische Probleme, die noch nicht gelöst sind.