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Bitcoin peilt 86.000 USD an: Ein Ausbruch könnte den Short-Squeeze zünden

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Bitcoin hat innerhalb von 21 Handelstagen 23 Prozent zugelegt und liegt nun unter der entscheidenden Widerstandszone zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar. Laut einer neuen Analyse von Glassnode bündeln sich dort die Kostenbasis langfristiger Halter, ein großes Short-Liquidationsniveau und die Gewinnschwelle der US-Spot-ETFs.

Bitcoin läuft auf eine dreifache Widerstandszone zu

Während der S&P 500 und der Nasdaq 100 in den letzten drei Wochen stagnierten, legte Bitcoin eine starke Performance hin. Seit Jahresbeginn liegt der $BTC-Kurs aber immer noch rund zehn Prozent im Minus, während der S&P 500 13 Prozent gewann. Am 3. September stieg $BTC auf 82.300 US-Dollar und wurde im ersten Versuch an der entscheidenden Widerstandszone abgewiesen.

Rund 1,07 Millionen $BTC wurden zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar erworben, fast vollständig von langfristigen Haltern. Der größte Kostenbasis-Cluster liegt nahe 85.000 US-Dollar und hat sich in den letzten 30 Tagen kaum bewegt. Glassnode erklärt:

„Bitcoin konsolidiert knapp unter einer Obergrenze, bei der drei unabhängige Quellen übereinstimmen: die Kostenbasis langfristiger Halter, das Liquidationscluster und die Gewinnschwelle der ETFs – zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar. Das aktuelle Regime ist eine Handelsspanne mit einem Boden und einer noch nicht getesteten Oberseite. Der Unterschied zum Anlauf im August ist das Ausbleiben der Verkäufer.“

Rund 1,07 Millionen $BTC wurden zwischen 83.000 und 86.000 US-Dollar erworben, überwiegend von langfristigen Haltern. Der größte Kostenbasis-Cluster liegt nahe 85.000 US-Dollar. Quelle: Glassnode

Die Short-Liquidationszone zwischen 82.000 und 86.000 US-Dollar ist seit dem Squeeze vom 19. August um 21 Prozent gewachsen, wobei die potenzielle Liquidationssumme um ein Drittel sank.

Ein Ausbruch über 86.000 US-Dollar könnte aber den dichtesten Short-Cluster auflösen. Auf der Unterseite liegt die größte Long-Liquidationszone bei 60.000 bis 63.000 US-Dollar.

Die Bitcoin-Liquidationskarte zeigt einen wachsenden Short-Cluster zwischen 82.000 und 86.000 US-Dollar. Auf der Unterseite konzentrieren sich Long-Liquidationen zwischen 60.000 und 63.000 US-Dollar. Quelle: Glassnode

Nach der Erfolgsserie der letzten Wochen erreichen die US-Spot-ETFs laut Glassnode bei etwa 86.000 US-Dollar die Gewinnschwelle. Nach 228 Handelstagen darunter ist ihr unrealisierter Verlust von rund 18 Milliarden US-Dollar am 5. Februar auf zuletzt 3,9 Milliarden US-Dollar geschrumpft. Unternehmens-Treasuries liegen bei rund 80.500 US-Dollar leicht über dem Break-even.

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs nähern sich ihrer Gewinnschwelle bei rund 86.000 US-Dollar. Ihr unrealisierter Verlust ist von etwa 18 Milliarden auf zuletzt rund 3,9 Milliarden US-Dollar gesunken. Quelle: Glassnode

Langfristige Halter verkaufen nicht

Die Sell-Side Risk Ratio ist auf Sieben-Tage-Basis auf sieben Basispunkte pro Tag gesunken, weniger als die Hälfte des August-Hochs von 16 Basispunkten. Der Anteil langfristiger Halter an den realisierten Gewinnen fiel zugleich von 88 auf 47 Prozent:

„Die Verkäufer in diesem Monat sind jüngere Käufer, und selbst sie verkaufen weniger. Ein nachhaltiger Anstieg zurück über 16 Basispunkte würde anzeigen, dass Verkäufer in der Größenordnung vom August zurückkehren; bis dahin fehlt es dem Spotmarkt bei diesen Preisen an Verkäufern.“

Von 45 Zyklusindikatoren lagen Ende Juni 82 Prozent im kältesten Bewertungsband. Inzwischen beträgt dieser Anteil nur noch zwei Prozent, während drei Viertel der Messgrößen weiterhin unter 50 notieren. Glassnode-Gründer Rafael Schultze-Kraft schreibt dazu auf X:

„Der Markt hat seine Bewertungszone verlassen, ohne teuer geworden zu sein. Dass eine Mehrheit der Indikatoren über 50 steigt, wäre die klarste Bestätigung dafür, dass sich die Position im Zyklus gedreht hat.“

Lesetipp: Bitcoin-Rallye bleibt aus: Steigende Renditen überschatten Bessents 6-Mrd.-USD-Rückkaufplan

Eine für Höchststände typische Altcoin-Rotation fehlt ebenfalls. Die Altcoin-Marktkapitalisierung stieg binnen eines Monats zwar um 21 Prozent, ihr Anteil gegenüber Bitcoin sank über 90 Tage jedoch um 0,9 Prozentpunkte. Vor drei der vier untersuchten Bitcoin-Hochs hatte er um mindestens 2,8 Punkte zugelegt.

Die bei früheren Bitcoin-Hochs beobachtete Rotation in Altcoins ist bislang ausgeblieben. Über 90 Tage sank der Altcoin-Anteil am gemeinsamen Marktwert von Bitcoin und Altcoins um 0,9 Prozentpunkte. Quelle: Glassnode

Makrodaten werden zum nächsten Test

Das Makroumfeld liefert derzeit das größte Gegenargument für eine Rallye: Wie wir gestern berichteten, ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 4,8 Prozent auf ein Zweijahreshoch gestiegen, während die Kerninflation auf ein Zweijahrestief von 2,5 Prozent gefallen ist. Inflationserwartungen von 3,6 Prozent könnten in den kommenden Monaten jedoch zum Problem werden. Glassnode schreibt:

„Renditen auf Zyklushochs bei gleichzeitig nachlassender Kerninflation machen eine Zinserhöhung schwer zu rechtfertigen; die Veröffentlichung der Verbraucherpreise (CPI) für August am 11. September 2026 und die FOMC-Entscheidung am 16. September 2026 werden dies unmittelbar auf die Probe stellen. Sollte die Kerninflation in Richtung der Erwartungen steigen, spricht mehr für eine straffere Geldpolitik; verharrt sie hingegen auf ihrem niedrigen Niveau, ist der Renditeanstieg der Datenlage vorausgeeilt.“

Für Bitcoin schlussfolgert Glassnode:

„Ein nachhaltiger Schlusskurs über 86.000 US-Dollar bei einer weiterhin niedrigen Sell-Side Risk Ratio würde die Absorption des Widerstandsniveaus bestätigen; ein Anstieg des Verkaufsdrucks oder ein Unterschreiten der Unterstützungszone zwischen 62.000 und 65.000 US-Dollar würde dieses Szenario hingegen hinfällig machen.“

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