Wenn ein Mann wie Changpeng «CZ» Zhao öffentlich sagt, Bitcoin werde bald wertvoller sein als Gold, horcht die Kryptoszene auf. Für Schweizer Anleger ist die Aussage doppelt spannend: Die Schweizerische Nationalbank sitzt selbst auf einem der grössten Goldreserven-Bestände Europas – und genau dieses Modell stellt CZ nun infrage.
Die Bühne: Bitcoin Asia 2026 in Hongkong
CZ machte seine Aussagen am 27. und 28. August 2026 an der Bitcoin Asia 2026 in Hongkong, im Rahmen der Session «The Bitcoin Century». Der Binance-Mitgründer gilt als eine der einflussreichsten Figuren der globalen Kryptoindustrie, und seine Wortmeldungen bewegen regelmässig den Markt – unabhängig davon, ob man seine Binance-Vergangenheit kritisch sieht oder nicht.
Die Aussage im Wortlaut
CZ liess keine Zweifel offen: «I think Bitcoin will, for sure, become more important than gold» – auf Deutsch: «Ich denke, Bitcoin wird ganz sicher wichtiger werden als Gold.» Auf die Frage nach dem Zeitpunkt meinte er, das könne «pretty soon», also ziemlich bald, geschehen – möglicherweise bereits im nächsten Bullenmarkt.
Die Ausgangslage bleibt allerdings deutlich: Gold kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 32,4 Billionen US-Dollar, Bitcoin auf etwa 1,6 Billionen US-Dollar – ein Faktor von rund zehn. Bitcoin hatte zum Zeitpunkt der Konferenz gerade eine starke Woche hinter sich, mit einem Plus von über 25 Prozent auf rund 79’700 US-Dollar.
CZ betonte, das grösste Hindernis sei nicht technischer, sondern institutioneller Natur: «Major countries have built complete valuation, reserve, and trading systems around gold, so a shift to Bitcoin will not happen overnight» – grosse Staaten hätten komplette Bewertungs-, Reserve- und Handelssysteme rund um Gold aufgebaut, ein Wechsel zu Bitcoin geschehe deshalb nicht über Nacht.
CZ’s Blaupause für staatliche Krypto-Reserven
Besonders interessant für die Schweiz: CZ skizzierte konkret, wie eine staatliche Krypto-Reserve seiner Meinung nach aussehen sollte – etwa 50 Prozent Bitcoin, 10 bis 20 Prozent Ethereum, der Rest verteilt auf weitere grosskapitalisierte Kryptowährungen, darunter auch Binance Coin ($BNB). Er räumte selbst ein, dass die $BNB-Erwähnung «a little bit self-serving» sei, also nicht ganz uneigennützig – schliesslich ist er wirtschaftlich eng mit Binance verbunden.
Warum das für die Schweiz relevant ist
Die Schweiz ist historisch eng mit Gold verbunden: Die Nationalbank hält traditionell hohe Goldreserven, und Gold gilt hierzulande seit Jahrzehnten als Symbol für Stabilität und Unabhängigkeit. Gleichzeitig hat sich die Schweiz – allen voran das Crypto Valley in Zug – als eines der wichtigsten Kryptozentren Europas etabliert, mit zahlreichen Blockchain-Stiftungen, Börsen und Fintech-Unternehmen.
CZ’s Wette auf Bitcoin trifft also auf ein Land, das beide Welten in sich vereint: die traditionelle Goldkultur und die aufstrebende Kryptoindustrie. Sollte sich sein Szenario bewahrheiten – dass Staaten ihre Goldreserven mittelfristig durch digitale Vermögenswerte ergänzen oder gar ersetzen –, wäre die Schweiz mit ihrer dualen Positionierung in einer besonders spannenden Ausgangslage.
Ein Wort zur Vorsicht
CZ selbst dämpfte die Erwartungen: Der Umbau jahrzehntealter, staatlicher Reservesysteme brauche Zeit. Zudem lohnt sich ein kritischer Blick auf seine eigenen Interessen – ein Reserve-Modell, das explizit auch $BNB berücksichtigt, ist nicht neutral, sondern kommt von jemandem, der wirtschaftlich direkt von einer höheren Nachfrage nach genau diesem Token profitiert. Anleger sollten seine Marktargumente daher zwar ernst nehmen, aber nicht unkritisch übernehmen.
CZ: Bitcoin to Overtake Gold — Prediction From Hong Konghttps://t.co/AsLa8aeNRg #bitcoin #asia @Bitcoinconfasia pic.twitter.com/MZZTMCrffL
— Bitcoin News Asia (@bitcoinnewsasia) August 30, 2026
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