Der Bitcoin-Kurs ist am Dienstag über 80.000 Dollar gestiegen. Nach Ansicht von BitMEX-Gründer Arthur Hayes ist das erst der Anfang. Er geht davon aus, dass eine wichtige Maßnahme der US-Regierung den Auftakt für einen neuen Bitcoin-Bullenmarkt gegeben hat.
Hayes verweist vor allem auf die Entscheidung des US-Finanzministeriums, mehr langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen. Dadurch könnte zusätzliche Dollarliquidität entstehen und der Druck auf die langfristigen Renditen nachlassen. Genau diese Kombination kann aus seiner Sicht deutlich mehr Kapital in Richtung Bitcoin (BTC) lenken.
Bitcoin-Kurs steigt über 80.000 Dollar
Die Kursreaktion seit der Ankündigung ist bemerkenswert. Kurz bevor das US-Finanzministerium am 19. August seine neuen Pläne vorstellte, notierte Bitcoin noch unter 65.000 Dollar. Heute durchbrach der Bitcoin-Kurs die Marke von 80.000 Dollar.
Hayes führt den Anstieg auf den US-Anleihemarkt zurück. Ab dem 9. September verdoppelt sich der Höchstbetrag für bestimmte Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar je Transaktion. Nach aktueller Planung gelten diese höheren Limits bis Anfang November.
Nach Einschätzung von Hayes könnte das Bitcoin zugutekommen. Mit dem verstärkten Rückkauf langlaufender Staatsanleihen versucht das Ministerium, den Handel mit diesen Papieren zu stabilisieren. Die zusätzliche Nachfrage kann zugleich die Anleihekurse stützen und die langfristigen Renditen drücken.
Das ist entscheidend. Niedrigere Zinsen machen risikoreiche Anlagen wie Bitcoin relativ attraktiver und können laut Hayes zudem für lockerere Finanzierungsbedingungen sorgen. Er sieht die Maßnahme daher als neue Quelle von Dollarliquidität, die die Bitcoin-Rally weiter antreiben könnte.
Mehr Rückenwind für die Bitcoin-Rally
Die Maßnahme aus Washington ist nicht der einzige Grund für den kräftigen Anstieg des Bitcoin-Kurses. Auch über die US-Spot-Bitcoin-ETFs fließt wieder viel Geld in den Markt. Allein am 19. August kamen netto rund 517 Millionen Dollar hinzu.
Anschließend gewann die Rally durch einen großen Short-Squeeze zusätzlich an Dynamik. Händler, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hatten, wurden durch den steigenden Kurs gezwungen, ihre Positionen zu schließen. Dafür mussten sie Bitcoin zurückkaufen, was zusätzlichen Kaufdruck erzeugte.
Auch die Schwäche des US-Dollars gab Bitcoin zusätzlichen Rückenwind.
Für Hayes bleibt dennoch vor allem die zunehmende Dollarliquidität ausschlaggebend. Er geht davon aus, dass die Entwicklungen am US-Anleihemarkt das finanzielle Umfeld strukturell günstiger für Bitcoin machen. Seine Botschaft fällt entsprechend klar aus: Aus seiner Sicht hat der nächste Bullenmarkt gerade begonnen.
Weitere 940 Milliarden Dollar Rückenwind für Bitcoin?
Hayes sieht noch eine mögliche Quelle zusätzlicher Liquidität: das Treasury General Account (TGA). Dabei handelt es sich um das Konto der US-Regierung bei der Federal Reserve, auf dem derzeit rund 940 Milliarden Dollar liegen.
Gibt Washington Geld von diesem Konto aus, fließt dieses Kapital in das Finanzsystem. Nach Einschätzung von Hayes könnte ein deutlicher Rückgang des TGA-Saldos daher zusätzliche Liquidität schaffen und risikoreiche Anlagen wie Bitcoin stützen.
Wie groß dieser Impuls tatsächlich ausfällt, ist noch unklar. Die US-Regierung hat keinen Plan angekündigt, die gesamten 940 Milliarden Dollar auszugeben oder für Anleiherückkäufe zu verwenden. Von gesicherter neuer Liquidität im Umfang von fast 1 Billion Dollar kann also keine Rede sein.
Mehr noch: Das Finanzministerium rechnet damit, Ende September rund 950 Milliarden Dollar auf dem Konto zu halten und zum Jahresende noch 850 Milliarden Dollar.
Dennoch fügt sich auch das für Hayes in ein größeres Bild. Die Ausweitung der Anleiherückkäufe und ein möglicher Rückgang des TGA-Saldos könnten die finanziellen Bedingungen lockern. Sinken zugleich die langfristigen Renditen, sieht er genügend Rückenwind, damit aus der aktuellen Bitcoin-Rally ein neuer Bullenmarkt werden kann.