Bitcoin hat nach dem ereignisreichen Mittwoch innerhalb dieser Woche ein neues Monatshoch erreicht. Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Artikels kratzte der Bitcoin-Kurs knapp unterhalb der Marke von 80.000 US-Dollar. Die Erholung dürfte maßgeblich durch die Ankündigung des US-Finanzministeriums sowie durch das positive Marktumfeld rund um das White-House-Treffen begünstigt worden sein.
Am Mittwoch kündigte man eine Erhöhung pro Operation der Anleihenrückkäufe an. Noch am gleichen Tag kam es im Weißen Haus zu einem hochkarätigen Treffen zwischen den wichtigsten Vertretern der US-Krypto-Branche, der Börsen und den Aufsichtsbehörden SEC und CFTC. Auf Seiten der Spitzenpolitik waren der Finanzminister und der Handelsminister anwesend und selbstverständlich US-Präsident Donald Trump.
Obwohl dieses Meeting zunächst keine bahnbrechenden Ergebnisse produzierte, hatten die Dinge, die gesagt wurden, offensichtlich einen erheblichen Einfluss auf den Markt. Trumps Bestätigung, dass staatliche Bitcoin-Käufe ein Thema waren, wurde auf Social Media schnell in ein bullisches Signal umgedeutet.
Faktisch sind die Hürden für Zukäufe, die aus dem US-Staatshaushalt finanziert würden, genauso hoch wie im vergangenen Jahr. Es wäre also eine echte Überraschung, wenn sich in dieser Hinsicht plötzlich etwas bewegt.
Dem Markt war und ist das freilich egal. Beide Narrative trieben die Kurs-Rallye an und erzeugten eine Situation, die nur allzu gut bekannt ist.
Knapp 3 Milliarden US-Dollar an Shorts liquidiert
Weil der Kurs in Richtung Norden gedrückt wurde, kam es zu Zwangsschließungen von Shortpositionen. Binnen 24 Stunden wurden Shortpositionen im Wert von knapp 3 Milliarden US-Dollar liquidiert.
Wenn das in einer solchen Größenordnung passiert, dann wird zwangsweise zugekauft, daher wird der Kurs durch die Liquidationen zusätzlich nach oben gedrückt. Weitere Liquidationen folgen und der Effekt ebbt erst ab, wenn alle wackeligen Positionen aus dem Markt gespült worden sind.
An dieser Stelle offenbart sich jedoch auch ein Problem, denn diese Bewegungen sind ausschließlich auf dem Futures-Markt relevant. Für eine gesunde Rallye ist aber immer die Spotnachfrage ein entscheidender Faktor. Diese blieb zwar nicht vollständig aus, aber das Spot-CVD verrät, dass die Futures der dominante Faktor waren und aktuell auch bleiben. Heilsame Wirkung haben hingegen die ETF-Flows, diese waren seit dem 17. August positiv. Insgesamt waren in dieser Woche 1,6 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen zu verzeichnen, wobei die Zahlen für den Freitag noch ausstehen.
Was braucht es, damit die Kursrallye stabil bleibt?
Aus Sicht der Charttechnik wäre eine Korrektur nach einem so rapiden Anstieg nicht verwunderlich. Sollte eine Gegenbewegung einsetzen, dann wäre es wünschenswert, wenn sich spätestens bei 71.600 US-Dollar eine Unterstützung bildet. Weil Bitcoin einfach durchmarschiert ist, wurden viele Preislevel gar nicht erst gehandelt, was den Markt vor Herausforderungen stellen könnte.
Im Zweifelsfall bleibt im täglichen Chart die 200-EMA-Linie als Orientierungspunkt. Solange sie nicht unterschritten wird, darf man den Aufwärtstrend als intakt betrachten. Bullische Faktoren in den kommenden Wochen könnten konstante ETF-Flows sein sowie weitere Zukäufe durch Strategy. Letzteres dürfte aber auch davon abhängen, ob sich STRC wieder erholt.
Das Jahr 2026 zeigt vom Gesamtbild her eine große Müdigkeit im Retailsegment. Privatanleger sind längst nicht so aktiv wie in vorherigen Bullenmärkten. Sie könnten deshalb mit einer Rückkehr an den Markt für eine Überraschung sorgen und die Rallye weiter beschleunigen.
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