Die Renditen langfristiger Staatsanleihen steigen auf Niveaus, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden, da Investoren mit einer Welle von Schuldenemissionen und zunehmenden Sorgen über die Staatsfinanzen konfrontiert sind, während die US-Staatsverschuldung sich der Marke von 40 Billionen US-Dollar nähert.
Anleihepreise und Renditen bewegen sich invers, was bedeutet, dass die Renditen steigen, wenn Investoren Anleihen verkaufen. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe hat mit 5,33 % ihren höchsten Stand seit 2007 erreicht, während die entsprechende britische Gilt-Rendite sich der 6 %-Marke nähert. Die französischen Finanzierungskosten sind auf dem höchsten Stand seit 2008, und die langfristigen Renditen Japans setzen weiterhin Rekorde.
TLT, der börsengehandelte Fonds (ETF), der langlaufende US-Staatsanleihen abbildet, fiel am Montag auf ein Allzeittief von 81,35 USD.
Öl bleibt ein Thema von Sorge, da WTI-Rohöl über 84 Dollar pro Barrel gehandelt wird, ein Anstieg von 25 % seit dem Tief im Juli, und seit Beginn des Krieges im Februar über 70 Dollar geblieben ist. Allerdings waren die Inflationserwartungen für fünf und zehn Jahre in der vergangenen Woche mit 2,25 % bzw. 2,28 % relativ stabil. Das deutet darauf hin, dass die Inflation nicht die Hauptsorge des Marktes ist.

Die Aufmerksamkeit richtet sich zunehmend auf das Angebot an Schuldtiteln und das Refinanzierungsrisiko beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Hyperscaler haben gemeinsam $159 Milliarden Anleihen im Jahr 2026, ein Anstieg von 47 % gegenüber dem Vorjahr, hauptsächlich zur Finanzierung der KI-Infrastruktur. Goldman Sachs erwartet Die Gesamtauflage wird in diesem Jahr 400 Milliarden US-Dollar erreichen. Jeder Anstieg um einen Basispunkt erhöht die Kosten für die Refinanzierung dieser Schulden.
Das bearishe Argument für Krypto und Risikoanlagen lautet, dass höhere Renditen auch Kapital von spekulativen Vermögenswerten abziehen können. Wie CNBC’s Jim Cramer bemerkte: „5,31 % sind für eine 20-jährige Anleihe nicht so schlecht.“
Gold und Bitcoin, die keine Rendite abwerfen, sollten theoretisch weniger attraktiv werden, wenn die Anleiherenditen steigen. Gold hingegen hat in diesem Monat um 10 % zugelegt, was darauf hindeutet, dass Investoren den Ausverkauf bei Staatsanleihen teilweise als Vertrauensverlust in die fiskalische Glaubwürdigkeit der Staaten ansehen könnten.
Bitcoin sollte eigentlich diese potenzielle Absicherungs-Erzählung teilen, hat diese jedoch bisher nicht erfüllt, da es neun Monate lang unterdurchschnittlich abgeschnitten hat und sich nun in einer Phase geringer Volatilität über 64.000 US-Dollar in einem sommerlichen Tief befindet.