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Bitcoin vor wichtiger Woche: Fed-Protokoll, hohe Renditen und CLARITY Act im Fokus

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Bitcoin startet mit leichten Gewinnen in die neue Handelswoche, doch das Marktumfeld bleibt angespannt. Während der US-Makrokalender deutlich ruhiger ausfällt als zuletzt, könnten mehrere Termine dennoch für neue Volatilität sorgen. Gleichzeitig belasten historisch hohe Anleiherenditen den Kryptomarkt, während die Chancen auf eine Verabschiedung des wichtigen US-Kryptogesetzes CLARITY Act weiter sinken.

Fed-Protokoll könnte neue Hinweise auf den Zinskurs liefern

Nach einem schwachen Wochenende konnte sich Bitcoin zum Wochenauftakt leicht erholen und zeitweise bis auf rund 63.500 Dollar steigen. Der Fokus der Anleger richtet sich nun vor allem auf die Federal Reserve. Das wichtigste Ereignis der kommenden Tage ist die Veröffentlichung des Protokolls der FOMC-Sitzung vom 28. und 29. Juli.

Damals hatte die Fed den Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert gelassen. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass die Meinungsverschiedenheiten innerhalb des geldpolitischen Ausschusses zunehmen. Drei Mitglieder hatten sich für eine Zinserhöhung ausgesprochen.

Für den Markt dürfte daher entscheidend sein, wie groß die Sorge der Fed vor erneut steigendem Inflationsdruck tatsächlich ist und ob sich weitere Mitglieder einer restriktiveren Position annähern. Hinweise auf zusätzliche Zinserhöhungen könnten insbesondere riskante und liquiditätssensitive Anlageklassen wie Kryptowährungen unter Druck setzen.

Zuletzt hatten die Konjunkturdaten allerdings eher gegen einen unmittelbar bevorstehenden Zinsschritt gesprochen. Die US-Einzelhandelsumsätze gingen im Juli überraschend um 0,6 Prozent zurück – der erste Rückgang seit neun Monaten. Zusammen mit schwächeren Arbeitsmarktdaten und moderateren Inflationszahlen hat dies die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September zuletzt deutlich reduziert.

Weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung könnten am Donnerstag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Philadelphia Fed Manufacturing Index liefern.

Hohe Anleiherenditen werden zum strukturellen Gegenwind

Unabhängig von kurzfristigen Fed-Erwartungen bleibt das Umfeld an den globalen Anleihemärkten problematisch. Die Renditen langfristiger Staatsanleihen haben Niveaus erreicht, die teilweise zuletzt vor der Entstehung von Bitcoin zu beobachten waren.

Ein Bloomberg-Index für Staatsanleihen mit Laufzeiten von mindestens zehn Jahren erreichte bereits im Mai die höchste Rendite seit Juli 2008. Das Bitcoin-Whitepaper wurde erst einige Monate später veröffentlicht, der Genesis Block entstand Anfang Januar 2009.

Besonders auffällig ist die Entwicklung in den USA. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren derzeit mit rund 4,69 Prozent. Zum Vergleich: Anfang Januar 2009 lag die Rendite noch bei 2,46 Prozent.

Noch deutlicher ist die Bewegung am langen Ende der Zinskurve. Bei einer Auktion am 13. August musste das US-Finanzministerium für 30-jährige Staatsanleihen eine Rendite von 5,216 Prozent bieten – den höchsten Wert seit 2001. Gleichzeitig fiel die Nachfrage etwas schwächer aus als im Durchschnitt.

Realzinsen machen sichere Anlagen wieder attraktiver

Auch real, also nach Abzug der Inflation, sind US-Staatsanleihen wieder attraktiv geworden. Die reale Rendite zehnjähriger Treasuries lag Mitte August bei rund 2,41 Prozent.

Für Bitcoin ist das ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Die Kryptowährung generiert keinen laufenden Cashflow oder Zins und muss Anleger daher über höhere erwartete Kursgewinne für das zusätzliche Risiko entschädigen.

Hinzu kommt, dass die höheren Renditen längst kein rein amerikanisches Phänomen mehr sind. Zehnjährige britische Staatsanleihen rentieren mit rund 5,05 Prozent, deutsche Bundesanleihen mit etwa 3,21 Prozent und japanische Staatsanleihen mit rund 2,88 Prozent.

Damit werden heimische Anleihemärkte auch für europäische und japanische Investoren wieder attraktiver. Das könnte den globalen Kapitalpool reduzieren, der in riskantere Anlagen wie Aktien oder Kryptowährungen fließt.

Gold profitiert bislang stärker vom Schuldenrisiko

Bemerkenswert ist zudem die starke Divergenz zwischen Bitcoin und Gold. Während Gold auf Jahressicht rund 32 Prozent zulegen konnte, verlor Bitcoin im gleichen Zeitraum etwa 46 Prozent.

Das legt nahe, dass Anleger die zunehmenden Sorgen über Staatsverschuldung, fiskalische Nachhaltigkeit und hohe Finanzierungskosten bislang vor allem über Gold spielen.

Entscheidend dürfte deshalb sein, warum die Renditen weiter steigen. Werden höhere Zinsen vor allem durch starkes Wachstum und anhaltende Inflation getrieben, wäre dies grundsätzlich negativ für Bitcoin. Sollte dagegen zunehmendes Misstrauen gegenüber der langfristigen Tragfähigkeit staatlicher Schulden zum entscheidenden Faktor werden, könnten knappe und nichtstaatliche Assets langfristig wieder stärker profitieren.

CLARITY Act: Galaxy sieht nur noch zehn Prozent Chance

Neben Makro- und Zinsrisiken wächst gleichzeitig die regulatorische Unsicherheit in den USA. Galaxy Digital hat die Wahrscheinlichkeit, dass der Digital Asset Market Clarity Act noch 2026 verabschiedet wird, auf nur noch zehn Prozent gesenkt.

Noch Ende Mai hatte das Unternehmen die Chancen auf 75 Prozent beziffert. Anfang Juni sank die Prognose zunächst auf 60 Prozent, Ende Juni auf 50 Prozent und nun auf lediglich zehn Prozent.

Ein zentrales Problem ist der knappe Zeitplan im US-Senat. Nach der Sommerpause sollen die Senatoren erst am 14. September nach Washington zurückkehren. Nach Einschätzung von Galaxy-Research-Chef Alex Thorn bleiben anschließend lediglich zwei bis drei Arbeitswochen, um das Gesetz durch den Senat zu bringen.

Sollten die notwendigen Verfahrensschritte nicht unmittelbar nach der Rückkehr eingeleitet werden, müsste das Gesetz praktisch die gesamte verbleibende Sitzungsperiode dominieren, damit eine Verabschiedung noch in diesem Jahr möglich wäre.

Stablecoin-Renditen bleiben politischer Streitpunkt

Zusätzlich bestehen weiterhin erhebliche politische Differenzen. Umstritten sind unter anderem Ethikregeln für Regierungsvertreter mit wirtschaftlichen Interessen im Kryptosektor sowie die Frage, ob Kryptounternehmen Renditen auf Stablecoins anbieten dürfen.

Vor allem die Bankenbranche sieht darin einen möglichen regulatorischen Vorteil für Kryptounternehmen, da diese ähnliche Produkte wie Banken anbieten könnten, ohne denselben Anforderungen zu unterliegen. Auch zahlreiche Demokraten stehen Teilen des Gesetzes kritisch gegenüber.

Der CLARITY Act soll erstmals einen umfassenden regulatorischen Rahmen für digitale Assets in den USA schaffen und damit unter anderem Zuständigkeiten und Marktstrukturen klarer definieren. Der Entwurf hatte im Mai bereits den zuständigen Senatsausschuss passiert, doch die endgültige Verabschiedung bleibt zunehmend fraglich.

Bitcoin bleibt zwischen Fed-Hoffnung und Renditedruck gefangen

Für Bitcoin ergibt sich damit ein widersprüchliches Gesamtbild. Kurzfristig nimmt der Druck vonseiten der Federal Reserve etwas ab, da schwächere Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen reduzieren. Gleichzeitig bleiben die langfristigen Finanzierungskosten und Realrenditen auf historisch hohen Niveaus.

Hinzu kommt die wachsende Unsicherheit über die regulatorische Entwicklung in den USA. Die kommenden Tage dürften daher zeigen, ob Bitcoin von nachlassenden Zinserhöhungserwartungen profitieren kann oder ob die hohen Anleiherenditen und die schwächere regulatorische Perspektive weiterhin den Ton angeben.

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