Eine langfristige Wette, neu formuliert
Das Unternehmen von Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, hob diese Woche seine mehrjährige Aktienperformance hervor und teilte seinen Anhängern mit, dass MSTR eine annualisierte Rendite von 42 % erzielt habe, seit das Softwareunternehmen am 10. August 2020 auf eine Bitcoin-basierte Treasury-Strategie umgestellt habe. Diese Zahl übertrifft Bitcoin ($BTC), die sogenannte „Magnificent Seven“-Gruppe der Large-Cap-Technologieaktien sowie den S&P-500-Index im gleichen Zeitraum.
Dieser Vergleich wird von Saylor regelmäßig wieder aufgegriffen. Anhand des Fünfjahres-Kurscharts von MSTR argumentiert er, dass die Umwandlung eines Mid-Cap-Softwareunternehmens in ein gehebelter Bitcoin-Holdingvehikel fast jede andere Anlageklasse übertroffen hat, die Anlegern auf dem öffentlichen Markt zur Verfügung steht. Strategy hat seit 2025 wiederholt Varianten desselben „Bitcoin-Standard“-Charts veröffentlicht, wobei sich der annualisierte Wert entsprechend den Kursschwankungen von MSTR im Gleichschritt mit denen von Bitcoin verändert.
Diese Volatilität zeigte sich im Jahr 2026 besonders deutlich. Die Aktie von Strategy ist von ihren Höchstständen stark gefallen, obwohl das Unternehmen weiterhin Bitcoin angekauft hat – eine Divergenz, die Saylor dazu gezwungen hat, neue Wege zu finden, um den Aktionären die Position zu erklären.
Neue Kennzahlen für eine komplexe Bilanz
Am 24. Juli stellte Strategy ein neues Berichtsrahmenwerk vor, das auf den Kennzahlen „Net $BTC Per Share“, „$BTC Hurdle ARR“ und „$BTC Floor ARR“ basiert – drei Kennzahlen, die Anlegern verdeutlichen sollen, welchen tatsächlichen Wert die Bitcoin-Bestände des Unternehmens haben, sobald Schulden und Verpflichtungen aus Vorzugsaktien abgezogen sind.
„Net $BTC Per Share“ funktioniert wie eine herkömmliche Berechnung des Buchwerts pro Aktie, ist jedoch in Bitcoin statt in Dollar denominiert. „$BTC Hurdle ARR“ stellt die annualisierte Bitcoin-Rendite dar, die Strategy benötigt, um lediglich seine Finanzierungskosten zu decken, während „$BTC Floor ARR“ die minimale jährliche Rendite angibt, die erforderlich ist, um den Verschuldungsgrad des Unternehmens – bekannt als „$BTC Rating“ – auf einem nachhaltigen Wert von 1,0x zu halten.
Saylor erklärte, die Überarbeitung spiegele wider, wie viel komplexer die Kapitalstruktur von Strategy geworden sei, da das Unternehmen seine ursprüngliche Bitcoin-Wette um mehrere Klassen von Vorzugsaktien erweitert habe.
Die andere Seite der Bilanz des Treasury
Das neue Rahmenwerk tritt zu einem Zeitpunkt in Kraft, zu dem die zugrunde liegende Bitcoin-Position von Strategy deutlich unter ihrem Kaufpreis liegt. Zum 29. Juli hält das Unternehmen 843.775 $BTC, die für insgesamt 63,69 Milliarden US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 75.476 US-Dollar pro Coin erworben wurden. Diese Zahlen bedeuten für Strategy einen geschätzten Buchverlust von 11,4 Milliarden US-Dollar, was etwa 17,9 % unter den Anschaffungskosten liegt.
Diese Differenz verdeutlicht die Mechanismen hinter der Behauptung einer annualisierten Rendite von 42 %. Da die MSTR-Aktie nicht als direkte Beteiligung, sondern als gehebelter Stellvertreter für Bitcoin gehandelt wird, kann sie über einen mehrjährigen Zeitraum hinweg überdurchschnittliche annualisierte Gewinne verzeichnen, selbst wenn die reine Bitcoin-Position des Unternehmens in US-Dollar ausgedrückt vorübergehend im Minus liegt.
Frühe Käufe von Strategy aus den Jahren 2020 und 2021, die getätigt wurden, als Bitcoin zu einem Bruchteil der aktuellen Preise gehandelt wurde, stützen nach wie vor die langfristigen Renditezahlen der Aktie, auch wenn neuere, teurere Käufe die durchschnittlichen Anschaffungskosten des Bestands belasten.
Strategy hat seine Bitcoin-Bestände trotz des Kursrückgangs bis 2026 weiter aufgestockt; das Unternehmen hat kürzlich beschlossen, seine Dollarreserve um 525 Millionen Dollar aufzustocken (vor allem, um die Dividendendeckung für seine Vorzugsaktien zu stärken).