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Bitcoin kämpft um die Trendwende: Darauf kommt es jetzt an

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Laut der führenden Krypto-Datenanalyseplattform Glassnode befindet sich Bitcoin aktuell in einer fortgeschrittenen Bodenbildungsphase. Die entscheidenden Bestätigungssignale fehlen laut dem Unternehmen jedoch weiterhin.

Bitcoin seit fünf Monaten in der „Deep-Value“-Zone

Der Bitcoin-Kurs konnte sich seit dem Tiefstand bei 58.700 US-Dollar am 1. Juli um etwa 10 Prozent erholen und ist am heutigen Freitag zeitweise über die Marke von 64.000 US-Dollar gestiegen.

Damit liegt der Bitcoin-Kurs jedoch noch immer deutlich unter dem True Market Mean bei 76.600 US-Dollar und der Kostenbasis kurzfristiger Halter bei 72.200 US-Dollar.

Seit rund fünf Monaten liegt der $BTC-Kurs damit unter beiden wichtigen Kennzahlen – eine der längsten Phasen unterhalb dieser sogenannten “Deep-Value-Zone.” Glassnode führt dazu aus:

„Eine lang anhaltende Akkumulation mit einem derartigen Abschlag diente in der Vergangenheit häufig als Grundlage zyklischer Böden und stellt für wertorientierte Investoren eine attraktive Zone dar. Die Daten deuten darauf hin, dass sich dieser Prozess seiner späteren Phase nähert. Dennoch kann ein Rückgang bis zur unteren Begrenzung der Bärenmarktspanne am realisierten Preis von rund 53.000 US-Dollar nicht ausgeschlossen werden.“

Der stärkste Verkaufsdruck kommt laut Glassnode derzeit nicht von kurzfristigen Spekulanten, sondern von Langzeitinvestoren. Der Anteil realisierter Verluste dieser Gruppe am gesamten On-Chain-Transaktionswert stieg seit Anfang Februar von 15 auf 43 Prozent.

Besonders auffällig ist das Volumen der Verluste: Halter, die ihre Bitcoin seit mindestens 155 Tagen besitzen, realisieren derzeit im geglätteten 30-Tage-Durchschnitt Verluste von rund 280 Millionen US-Dollar pro Tag. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2022.

Entscheidend wäre nun ein anhaltender Rückgang von diesem Extremwert. Glassnode erklärt:

„Entscheidend ist, dass die aktuelle Kapitulationswelle bislang nicht auf ein niedrigeres Niveau zurückgefallen ist. Solange sich dieser Indikator nicht deutlich abschwächt, bleibt der Weg zu einer glaubwürdigen Rückkehr in einen Bullenmarkt versperrt. Seine Entwicklung dürfte in den kommenden Wochen und Monaten zu den wichtigsten Signalen für eine mögliche Erschöpfung der Verkäuferseite gehören.“

Bitcoin-ETF-Nachfrage bleibt schwach

Ein entscheidender Faktor wird auch eine Trendwende bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs sein. Die durchschnittlichen täglichen Nettoabflüsse verringerten sich zwar von 193 Millionen US-Dollar Anfang Juni auf aktuell 88,9 Millionen US-Dollar. Auf Monatssicht fließt institutionelles Kapital jedoch weiterhin im großen Stil aus dem Markt ab.

Das tägliche ETF-Handelsvolumen steckt ebenfalls tief im Bärenmarkt und liegt lediglich zwischen 650 und 950 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Höchststand von 4,4 Milliarden US-Dollar im Oktober 2025 entspricht das einem Rückgang von rund 80 Prozent.

Am Derivatemarkt zeigt sich dagegen eine vorsichtige Stabilisierung. Das Put-Call-Verhältnis beim offenen Optionsinteresse ist auf 0,56 und damit auf den niedrigsten Stand des Jahres gefallen. Auf jeden Put kommen inzwischen ungefähr zwei Calls. Glassnode schlussfolgert:

„Insgesamt sind die Voraussetzungen für eine Bodenbildung gegeben, doch die Bestätigungssignale stehen noch aus. Der Markt benötigt eine weitere Abkühlung des Kapitulationsdrucks, eine Stabilisierung der institutionellen Kapitalflüsse und idealerweise eine nachhaltige Rückeroberung des True Market Mean, bevor die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende konstruktiv bewertet werden kann.“

Bollinger-W benötigt Ausbruch über 67.300 US-Dollar

Der Erfinder der Bollinger-Bänder, John Bollinger, sieht im Bitcoin-Tageschart unterdessen ein potenziell bullisches W-Muster. Aus technischer Sicht fehlt jedoch auch hier noch die Bestätigung für eine Trendwende. Bollinger schrieb via X:

„Bitcoin hat bereits eine Reihe bullischer Formationen nach unten gebrochen, was die Stärke des Abwärtstrends zeigt. Wird dieses W das Muster sein, das den Trend schließlich durchbricht?“

Bitcoin Trendwende durch W-Muster, Quelle: X @bbands

Auch wenn das Chart schon ein paar Tage alt ist, ist es noch immer top-aktuell. Mit dem aktuellen Anstieg hat der Bitcoin-Kurs das fallende mittlere Bollinger-Band überwunden.

Die Bewegung in Richtung 64.000 US-Dollar ist damit ein erstes bullisches Signal. Die eigentliche Bestätigung des W-Musters erfolgt jedoch erst bei etwa 67.300 US-Dollar, wenn $BTC nachhaltig die sogenannten Nackenlinie überwindet. Unterhalb dieser Marke bleibt es ein potenzielles, aber unbestätigtes W-Muster.

Zuletzt hatte sich auch Bitwise CIO Matt Hougan bullish geäußert. Laut ihm ist die aktuelle Phase eine Marktbereinigung, die langfristig positiv zu bewerten ist. Außerdem wurde vergangene Woche bekannt, dass US-Präsident Donald Trump 50 Millionen US-Dollar in $BTC und ETH besitzt.

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