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Fortschritte bei der Errichtung? US-Finanzminister Scott Bessent äußert sich zur Bitcoin-Reserve

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Viel Unklarheit nach Trumps Dekret

Am 6. März 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump das Dekret zur Schaffung der strategischen Bitcoin-Reserve und des „Digital Assets Stockpile“. Dieses sieht vor, dass die USA keine Bitcoin mehr aus ihrem Besitz verkaufen, und es erlaubt sogar die weitere Akkumulation von $BTC, sofern dies nicht auf Kosten der Steuerzahler geschieht.

Bis heute gab es aber noch keine offiziellen Informationen dazu, wie viele Bitcoin die USA in ihrer Reserve halten. Genau genommen ist die richtige Reserve offenbar noch nicht einmal errichtet worden.

In einem Fernsehinterview mit FOX Business erklärte Finanzminister Bessent im August 2025 lediglich, er glaube, die Bitcoin-Reserve sei zwischen 15 und 20 Milliarden US-Dollar schwer. Zu der Zeit handelte Bitcoin bei über 120.000 US-Dollar, was bedeutet hätte, dass es zwischen 125.000 und 170.000 $BTC gewesen sein müssten.

Seitdem ereignete sich aber auch noch ein weiterer größerer Zugriff. Mehr als 127.000 $BTC wurden von einem Betrugsnetzwerk aus Kambodscha konfisziert. Dadurch sind die $BTC-Bestände, die den USA von der Analyseplattform Arkham Intelligence zugeordnet werden, von um die 200.000 auf über 328.000 $BTC angestiegen.

Doch damit Bitcoin auch in einer potenziellen Reserve landen können, müssen die jeweiligen Besitzansprüche geklärt sein. Einige der Coins dürften rechtlich betrachtet nämlich noch Dritten zustehen. Dies betonte kürzlich auch Patrick Witt, der Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, in einem Interview mit Coindesk.

Vermeintliche Fortschritte bei der Bitcoin-Reserve

Als Patrick Witt Ende April dieses Jahres bei der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas zugegen war, kündigte er eine große Mitteilung zu einer Art Durchbruch bei der strategischen Bitcoin-Reserve an, die in wenigen Wochen kommen sollte.

Der Präsident hat vergangenes Jahr die Executive Order zur strategischen Bitcoin-Reserve unterzeichnet, und wir haben uns seitdem damit befasst, genau herauszufinden, welche Schritte und rechtlichen Auslegungen notwendig sind, um das korrekt umzusetzen, zu festigen und die digitalen Vermögenswerte – insbesondere Bitcoin – in der Regierungsbilanz zu schützen. In den nächsten Wochen werden wir daher eine große Ankündigung machen. Ich glaube, wir haben dabei einen echten Durchbruch erzielt.
Patrick Witt

Laut @PatrickJWitt, dem leitenden Direktor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, wird es in den kommenden Wochen eine große Ankündigung zu einer Art „Durchbruch“ bei der strategischen Bitcoin-Reserve geben. 🇺🇸👀 pic.twitter.com/xaZIiNv0pm

— Blocktrainer (@blocktrainer) April 27, 2026

Noch wurden die „guten Nachrichten“, von denen Witt bei einem späteren Interview sprach, nicht mit der Öffentlichkeit geteilt. Es sind auch erst wenige Wochen vergangen. Aus dem Kontext ging dabei jedoch hervor, dass es sich um Informationen rund um die Verwahrung der $BTC handeln dürfte.

Wir müssen uns mit den beteiligten Behörden abstimmen und wollen ihnen bei keiner Ankündigung vorgreifen. Aber es gibt gute Neuigkeiten auf diesem Gebiet. […] Es gab einen großen Durchbruch, viel Arbeit ist hineingeflossen – vieles davon unter der Oberfläche. Und wir sind jetzt an einem Punkt, an dem es eine gute Ankündigung geben wird: dass wir vorankommen, diese Vermögenswerte ordnungsgemäß verwahren und zentralisieren können.
Patrick Witt

Der Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, @PatrickJWitt, betonte in dieser Woche noch einmal, dass es bald „gute Neuigkeiten“ zur strategischen Bitcoin-Reserve geben wird. 🇺🇸👀

Dabei erklärte er, dass im Hintergrund große Anstrengungen… pic.twitter.com/qErDVmB2Tj

— Blocktrainer (@blocktrainer) May 7, 2026

Seither erwartet die Bitcoin-Community, dass es zeitnah die tatsächliche Errichtung der strategischen Bitcoin-Reserve geben wird, was die Zusammenführung der Coins in einer sicheren Verwahrstruktur bedeuten dürfte. Dabei könnte dann auch offengelegt werden, wie viele $BTC die USA zur Wertaufbewahrung halten.

Bessent spricht von Anstrengungen bei der $BTC-Reserve

Der US-Finanzminister Scott Bessent, der laut seiner finanziellen Auskunft aus Januar 2025 selbst in $BTC investiert war, stellte sich gestern bei einer Anhörung zum Haushaltsentwurf für 2027 den Fragen der Senatoren. Dabei wurde er mehrfach auch auf Bitcoin und Kryptowährungen angesprochen.

Zunächst erklärte er, dass sein Finanzministerium „unermüdlich“ an der Umsetzung des Dekrets von US-Präsident Donald Trump arbeite. Dabei dürfte sich Bessent auf das zur Bitcoin-Reserve bezogen haben, da er in dem Kontext auch von der Verwahrung digitaler Vermögenswerte sprach:

Seit Präsident Trump seine Executive Order erlassen hat, arbeitet das Finanzministerium unermüdlich daran, die Maßnahmen im Bereich digitaler Vermögenswerte umzusetzen. […] Wir arbeiten außerdem unermüdlich daran, diese Vermögenswerte sicher zu verwahren und zu schützen, um die USA zum Innovationszentrum der Welt zu machen.
Scott Bessent

pic.twitter.com/VuhjvkNicH

— Tristan – Blocktrainer.de 🧡⚡️ (@tristanblcktrnr) June 4, 2026

Später hakte Tim Scott, der Vorsitzende des Bankenausschusses, noch explizit einmal hinsichtlich der Bitcoin-Reserve nach. Er wollte von Bessent konkret wissen, wie es um die Umsetzung der Bitcoin-Reserve und des „Digital Assets Stockpile“ steht.

Herr Minister, wie Sie wissen, ist wirtschaftliche Sicherheit nationale Sicherheit, und das Finanzministerium spielt eine entscheidende Rolle innerhalb des nationalen Sicherheitsapparats der Vereinigten Staaten. Angesichts des Aufkommens digitaler Vermögenswerte würde mich interessieren, ob Sie etwas zur Rolle des Finanzministeriums bei der Umsetzung von Präsident Trumps Executive Order sagen könnten, mit der die Strategische Bitcoin-Reserve und der Bestand an digitalen Vermögenswerten (Digital Asset Stockpile) eingerichtet wurden. Können Sie uns ein Update zum Stand der Umsetzung dieser Executive Order geben?
Tim Scott

Bessent erklärte daraufhin, dass sorgfältig daran gearbeitet werde, um etwas Nachhaltiges zu schaffen.

Ja, Sir. Und ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass wirtschaftliche Sicherheit nationale Sicherheit ist. Ich habe in einer Rede in der Reagan Library meine Ansichten dazu dargelegt und erläutert, wie die USA in den vergangenen 25 Jahren in diesem Bereich geschlafen haben.

Unter der Führung von Präsident Trump gehen wir nun sehr schnell voran, und ein Teil davon ist unsere Initiative für digitale Vermögenswerte.

Die Strategische Bitcoin-Reserve ist ein Vorhaben im Bereich einer neuen Technologie. Wir betreten hier Neuland. Wir gehen hier mit gebotener Geschwindigkeit vor und stellen gleichzeitig sicher, dass wir in diesem komplexen Prozess bewährte Verfahren anwenden und Strukturen schaffen, die auch in Zukunft Bestand haben werden.

Ich freue mich darauf, dabei mit Ihnen und Ihrem Team zusammenzuarbeiten, und ich freue mich darauf, dass der Clarity Act noch in diesem Sommer verabschiedet wird.
Scott Bessent

Hier der gesamte Kontext der Aussage: pic.twitter.com/QxFmNQfmhD

— Blocktrainer (@blocktrainer) June 4, 2026

Dass die Errichtung der strategischen Bitcoin-Reserve schon weit mehr als ein Jahr auf sich warten ließ, dürfte demnach nicht nur dadurch zu erklären sein, dass es nicht die allerhöchste Priorität innerhalb der Trump-Administration hatte, sondern auch, dass es „Neuland“ für das Finanzministerium ist.

Patrick Witt teilte kürzlich sogar mit, dass teilweise Hardware-Wallets in Schreibtischschubladen der jeweiligen Behörden aufbewahrt wurden. Dies könnte auch erklären, wieso es einem Insider offenbar gelingen konnte, mehrere Millionen US-Dollar an Krypto-Assets zu entwenden.

Positives Signal für den angeschlagenen Markt

Der Bitcoin-Kurs ist in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck gekommen. Die Bestätigung vonseiten Bessents, dass weiter an der Bitcoin-Reserve gearbeitet werde, konnte daran nichts ändern.

Auch wenn es eine positive Signalwirkung hat, dass die USA ihre Bitcoin-Bestände ernstnehmen und diese offenbar gerade für eine Reserve in sicherer Verwahrung zusammenführen, hätten viele wohl mit mehr gerechnet.

Die Hoffnung war groß, dass die USA selbst Bitcoin kaufen würden. Dies ist ohne Genehmigung des Kongresses aber wohl nicht möglich, wie Patrick Witt kürzlich unterstrich.

Und dann, in Zukunft, sollte der Kongress letztendlich beschließen, diesen Weg einzuschlagen, könnten wir dies möglicherweise durch direkte Käufe ergänzen – doch dafür wäre ein Beschluss über die Mittelzuweisung erforderlich.
Patrick Witt bei einem Interview im Februar 2026

Der leitende Direktor des US-Krypto-Beirats, @PatrickJWitt, äußerte sich in einem neuen Interview zur Bitcoin-Reserve. 🇺🇸

Dabei verwies er auf Gesetzentwürfe wie den von @SenLummis und erklärte, dass es bei Zustimmung des Kongresses künftig richtige $BTC-Käufe geben könnte. 🛒 pic.twitter.com/DcBQmtbDmP

— Blocktrainer (@blocktrainer) February 13, 2026

Demzufolge müsste ein Gesetz verabschiedet werden, das die Bitcoin-Reserve gesetzlich verankert und die erlaubten budgetneutralen Käufe auch möglich macht. Der Kongressabgeordnete Nick Begich reichte genau dazu kürzlich einen überparteilichen Gesetzentwurf mit mittlerweile 22 Co-Sponsoren ein.

Doch da bislang noch nicht einmal das Krypto-Marktstrukturgesetz CLARITY Act, das Finanzminister Bessent unterstützt, verabschiedet wurde, könnte es schwierig werden, Gesetzgebung zur Bitcoin-Reserve durch den Senat und das Repräsentantenhaus zu bekommen – insbesondere auch, weil bald die Midterm-Wahlen anstehen, nach denen die Demokraten potenziell beide Kammern des Kongresses dominieren werden.

Unter dem Strich sind die neuesten Aussagen von Bessent dennoch positiv zu werten. Interessanterweise gab es Anfang Februar, ziemlich genau zu der Zeit, als $BTC schon einmal auf 60.000 US-Dollar crashte, eine Anhörung, bei der er sagte, dass er nicht die Autorität dazu habe, Steuergelder in Bitcoin zu investieren beziehungsweise einen „Bailout“ vorzunehmen. Dies wurde damals eher negativ vom Markt aufgefasst.

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