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Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und tilgt Wandelanleihen über 1.5 Mrd. USD

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Strategy meldet in einer Wochenmitteilung erstmals seit Monaten keinen Bitcoin-Kauf, sondern den Rückkauf eigener Schulden. Konkret löst das Unternehmen Wandelanleihen im Nennwert von 1.5 Mrd. USD für rund 1.38 Mrd. USD in bar ab. Michael Saylor spricht öffentlich vom "ladenden BitVac".

Strategy, vormals MicroStrategy, ist die weltweit grösste börsennotierte Bitcoin-Haltegesellschaft. Seit 2020 wandelte sich das Unternehmen vom Business-Intelligence-Anbieter zum reinen Bitcoin-Vehikel und hält per 25. Mai 2026 insgesamt 843'738 $BTC im Marktwert von rund 65.25 Mrd. USD. Eine Pressemitteilung nennt den jüngsten Eckpunkt: In privat ausgehandelten Transaktionen kauft Strategy eigene Wandelanleihen mit Fälligkeit 2029 im Nominalwert von rund 1.5 Mrd. USD zurück. Der Kaufpreis liegt bei rund 1.38 Mrd. USD und kann je nach Kursverlauf der MSTR-Aktie während der Messperiode leicht variieren. Die Papiere tragen einen Kupon von 0%.

Rückkauf der Nullkupon-Anleihen 2029

Ursprünglich dienten die nun zurückgekauften Anleihen der Finanzierung von Bitcoin-Käufen. Seit Mitte 2020 nahm Strategy über 7 Mrd. USD durch Wandelanleihen auf, die ausstehenden Schulden überstiegen zuletzt 4 Mrd. USD bei Fälligkeiten zwischen 2027 und 2030. Erstmals reduziert das Unternehmen seine Verbindlichkeiten damit in nennenswertem Umfang, anstatt das aufgenommene Kapital direkt in $BTC umzuschichten.

Als Finanzierungsquellen für den Rückkauf nennt Strategy vorhandene Barreserven, Aktienverkäufe über At-the-Market-Programme sowie gegebenenfalls Bitcoin-Verkäufe. Saylor selbst bezeichnete begrenzte Bitcoin-Verkäufe vor Jahresende als "nicht unwahrscheinlich". Welcher Anteil dieser drei Quellen am Rückkauf hängt, bleibt offen.

Vom Daueremittenten zum Schuldentilger

Der Schritt markiert eine Zäsur im operativen Muster des Unternehmens. In der Vorwoche kaufte Strategy noch 24'869 $BTC für rund 2.01 Mrd. USD und finanzierte den Kauf über Verkäufe der STRC-Vorzugsaktie sowie MSTR-Stammaktien. Diese Sequenz aus Kapitalaufnahme und unmittelbarer $BTC-Akkumulation war seit 2024 der Standardmodus.

Strategy sitzt aktuell auf einem unrealisierten Buchgewinn von rund 1.5 Mrd. USD. Die Anschaffungskosten des $BTC-Bestands liegen bei rund 63.9 Mrd. USD, was einem Durchschnittspreis von etwa 75'700 USD pro Bitcoin entspricht. Damit hätte das Unternehmen die Schulden aus laufenden Marktwertgewinnen bedienen können, ohne neue Kapitalmassnahmen anzustossen.

"Diese Woche kauften wir Anleihen, nicht Bitcoin. Der BitVac lädt auf." - Michael Saylor, Executive Chairman, Strategy

Der "BitVac"-Begriff stammt aus Saylors Vokabular und beschreibt die Rolle des Unternehmens als Marktmengen-Absorber. Strategy zieht damit Bitcoin aus dem zirkulierenden Angebot. Das "Aufladen" deutet eine Phase der Liquiditätsbildung an, die einer neuen Kaufrunde vorausgeht.

Hintergrund 21/21-Plan und Million-$BTC-Ziel

Die Schuldentilgung steht im Spannungsverhältnis zum erklärten Wachstumsziel. Im Herbst 2024 hatte Strategy den "21/21-Plan" angekündigt: je 21 Mrd. USD Kapitalaufnahme über Aktien und Anleihen. 2026 stockte das Unternehmen das Programm auf 42 Mrd. USD auf, denn das Ziel lautet 1 Million $BTC bis Jahresende. Bis dahin fehlen noch rund 156'000 $BTC.

Bitcoin-Bestände der Treasury-Firma Strategy (MSTR) / Quelle: Bitcointreasuries.net

Laut SEC-Proxy-Filing nahm Strategy 2025 insgesamt 25.3 Mrd. USD am Kapitalmarkt auf. Damit war das Unternehmen nach eigenen Angaben zwei Jahre in Folge der grösste Eigenkapitalemittent unter US-Publikumsgesellschaften. Daneben legte das Unternehmen fünf Vorzugsaktien-Gattungen auf, vermarktet als "Digital Credit"-Instrumente: STRK, STRF, STRD, STRC und STRE. Die STRC-Marktkapitalisierung erreichte im April 2026 rund 6.4 Mrd. USD.

Dabei signalisiert der Anleihenrückkauf eine veränderte Prioritätensetzung. Statt Bilanzverlängerung steht punktuell Bilanzbereinigung im Vordergrund. Ob es sich um eine taktische Reaktion auf den ausstehenden Schuldenwall der Jahre 2027 bis 2030 handelt oder um eine strukturelle Anpassung der Finanzierungsstrategie, lässt sich aus den vorliegenden Mitteilungen nicht abschliessend beurteilen. Saylors X-Post deutet ein Innehalten an, keinen Strategiewechsel. Die nächste Wochenmeldung am 2. Juni 2026 dürfte zeigen, wie schnell der BitVac wieder saugt.

cvj.ch