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Analyst sagt, der Tiefpunkt von Bitcoin sei „noch nicht erreicht“ da On-Chain-Daten lediglich auf eine Stresstestphase hindeuten

source-logo  blockzeit.com 16 März 2026 10:08, UTC
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  • Bitcoin erholte sich auf 72.700 $, doch On-Chain-Kennzahlen deuten darauf hin, dass sich der Markt noch immer in einer „Stresstest“-Phase befindet, ohne dass ein Tiefpunkt getreten ist.
  • Der MVRV-Wert liegt weiterhin über 1,0, was darauf hindeutet, dass die für Zyklustiefs typischen Kapitulationsniveaus noch nicht erreicht wurden.
  • Eine hartnäckige Kerninflation und eine schwache Nachfrage könnten $BTC in einer Spanne von 60.000 bis 80.000 $ gefangen halten, bevor sich eine echte Trendwende abzeichnet.

Bitcoin-Händler beobachteten heute einen Kursanstieg auf 72.791 $, doch der Chart und die On-Chain-Daten lieferten gerade eine widersprüchliche Botschaft – der Tiefpunkt ist nicht getreten.

Daten von CryptoQuant stufen Bitcoin als in einer „Stresstest“-Phase befindlich ein, da lang- und kurzfristige Halter erste Anzeichen von Kapitulation zeigen. Mittelfristige Halter (6–12 Monate) sitzen mit einer Anschaffungskostenbasis nahe 100.000 $ im Minus und sorgen für ein Überangebot.

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Bitcoin-Langzeit-Halter SOPR | Quelle: CryptoQuant

Der MVRV ist nicht unter 1,0 gefallen – das Niveau, das für einen echten strukturellen Tiefpunkt nötig ist. Die kurzfristige Nachfrage ist stabil geblieben, aber nicht stark genug gewachsen, um eine klare Trendwende auszulösen. Der Boden bleibt fragil, und Vorsicht ist in diesem Markt immer noch wichtiger als Aggressivität.

On-Chain-Daten treten zu dem Ergebnis zusammen: Struktureller Tiefpunkt hat sich noch nicht gebildet

Die Top-Analystin bei CryptoQuant, Sunny Mom, hat gerade prognostiziert, dass der $BTC-Tiefpunkt noch nicht erreicht ist. Sie merkt an, dass sich ein echter „struktureller Tiefpunkt“ noch nicht gebildet hat. 

Die Analystin stellt fest, dass die 6- bis 12-Monats-Inhaber immer noch im Minus sind, da ihr Realized Price (RP) bei fast 100.000 $ liegt.

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Bitcoin-Realized-Price nach Haltedauer | Quelle: CryptoQuant

Zudem pendelte sich der MVRV bei 1,2 ein – zwar ein Wertbereich, aber bei weitem nicht in der Nähe der Kapitulationszone unter 1,0, die Zyklustiefs kennzeichnet. Langfristige Halter machen nur 15 % der realisierten Marktkapitalisierung aus, was immer noch unter den historischen 20 %+ liegt, die für eine solide Bodenbildung nötig sind.

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Bitcoin-MVRV-Verhältnis | Quelle: CryptoQuant

Der Analyst skizzierte zwei mögliche Wege, die $BTC einschlagen könnte: einen schnellen „Black Swan“-Crash, um schwache Hände aus dem Markt zu drängen, oder das „Great Boring“, das monatelanges Dahindümpeln zwischen 60.000 und 80.000 $ mit sich bringt, während neues Geld zu langfristigen Beständen reift. So oder so bleibt Volatilität zwischen 60.000 und 70.000 $ auf der Tagesordnung.

Gesamt-PCE bei 2,8 %, aber Kern-PCE bleibt hartnäckig

Die heutigen PCE-Daten sind gerade eingetroffen und fallen etwas kühler aus als erwartet. Der Gesamt-PCE im Jahresvergleich lag bei 2,8 % gegenüber den erwarteten 2,9 %, während der Kern-PCE im Jahresvergleich genau bei 3,1 % blieb.

Die niedrigere Gesamtinflation sorgte bei den Bullen kurzzeitig für Jubel, doch die hartnäckige Kerninflation dürfte die Fed davon abhalten, die Zinsen zu senken. Risikoanlagen wie Bitcoin werden wahrscheinlich unter Druck geraten, da kein Katalysator für Zinssenkungen eingetreten ist, der einen Ausbruch befeuern oder die aktuelle Erholungsrallye treten lassen könnte.

Die kurzfristige Nachfrage scheint noch nicht stark genug zu sein, um $BTC über den Widerstand zu treiben. Die On-Chain-Kurven verlaufen weiterhin steil nach oben, anstatt sich abzuflachen – was historisch gesehen ein Zeichen für eine Bodenbildung ist. 

Die Volatilität zwischen den 60.000- und 70.000-Dollar-Marken hält an, und die nächste Phase könnte weiter nach unten gehen oder sich bis Ende 2026 seitwärts hinziehen. Liquidationskarten zeigen bereits, dass bei einem Rückgang um 10 % Long-Positionen im Wert von über 4 Milliarden Dollar gefährdet sind.

Anleger, die den letzten Zyklus mit „Diamanthänden“ überstanden haben, haben diese Entwicklung schon einmal erlebt. Der Stresstest hat schwache Hände erschüttert und Stopps ausgelöst, aber es steht noch eine letzte Abwärtsbewegung bevor. Der Chart, die Daten und die Makroökonomie stimmen überein: Vor einem möglichen Höhenflug sind weitere Schmerzen möglich.

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