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XRP überholt Bitcoin – doch die Erholung bleibt fragil

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$XRP kletterte am Mittwoch um etwa 3,8 Prozent auf rund 1,44 Dollar und ließ damit Bitcoin, Ethereum und Solana hinter sich, während Bitcoin nahe 79.000 Dollar weiterhin um die Rückeroberung der 80.000-Dollar-Marke ringt. Verstärkt wurde das Bild durch die US-Spot-ETF-Flows: $XRP-Produkte verzeichneten am Dienstag Zuflüsse von rund 1,55 Millionen Dollar, während Bitcoin-, Ethereum- und Solana-Fonds laut SoSoValue-Daten Nettoabflüsse hinnehmen mussten.

Parallel dazu meldete die On-Chain-Plattform Glassnode einen Rückgang des Bitcoin-Spotmomentums um 30 Prozent binnen einer Woche. Die Daten stützen den vermeintlichen Reclaim über 80.000 Dollar damit nicht eindeutig als spotgetrieben – ein Detail, das die Tagesbewegung deutlich fragiler erscheinen lässt, als es der reine Kursverlauf suggeriert.

Das Wichtigste in Kürze

$XRP stieg um etwa 3,8 Prozent auf rund 1,44 Dollar, Bitcoin um etwa 1 Prozent auf nahe 79.000 Dollar. Bei den ETF-Flows vom Dienstag standen 1,55 Millionen Dollar Zuflüssen bei $XRP Abflüssen von 46,65 Millionen Dollar bei Bitcoin, 24 Millionen Dollar bei Ethereum und 667.720 Dollar bei Solana gegenüber. Glassnode bezifferte den Rückgang des Bitcoin-Spotmomentums auf 30 Prozent binnen einer Woche, während das Futures-Open-Interest um 1 Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar stieg und die Long-Funding-Zahlungen um 32,8 Prozent auf 1,3 Millionen Dollar fielen.

Warum $XRP Bitcoin am 9. September übertraf

Der Vergleich der Tagesgewinne fällt eindeutig aus: $XRP legte um knapp 3 Prozent zu, während Bitcoin nur rund 1 Prozent, Ethereum etwa 1,4 Prozent und Solana unter 2 Prozent gewannen. Diese relative Stärke fiel mit der bereits erwähnten Divergenz bei den US-Krypto-ETF-Flows zusammen, bei der $XRP als einziges der vier großen Assets Nettozuflüsse verbuchte.

Der Kontext dahinter reicht weiter zurück: Bitcoin hatte die 80.000-Dollar-Marke bereits am 5. September verloren, nachdem stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten die Erwartung einer weiteren Fed-Zinserhöhung befeuerten. Die Nonfarm Payrolls stiegen laut Primärquelle um 162.000 – dreimal so stark wie prognostiziert –, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent verharrte. Wie stark diese Divergenz strukturell ist, lässt sich auch anhand des steigenden $XRP-Futures-Volumens einordnen, das die aktuelle Marktstärke zusätzlich untermauert.

On-Chain- und Derivate-Daten

Glassnode zufolge fiel das Bitcoin-Spotmomentum binnen einer Woche um 30 Prozent und liegt damit wieder in der Mitte seiner statistischen Bänder, nachdem die Woche zuvor eine ausgedehnte Lesart gezeigt hatte. Das Spotvolumen blieb bei 5,3 Milliarden Dollar konstant, während sich der Spot-CVD von minus 84,9 Millionen auf minus 29,6 Millionen Dollar verringerte – ein Hinweis darauf, dass Verkaufsdruck abnimmt, ohne dass daraus zwingend eine aggressive Kaufbereitschaft folgt.

Auf der Derivateseite zeigt sich ein widersprüchlicheres Bild: Das Futures-Open-Interest stieg um 1 Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar und lag damit über dem oberen statistischen Band, während die long-seitigen Funding-Zahlungen um 32,8 Prozent auf 1,3 Millionen Dollar fielen. Der Hebel im Markt wächst also, ohne dass eine gleich starke Aufwärtsüberzeugung dahintersteht – ein Muster, das auch bei der Bitcoin-Liquiditätslage an den Börsen eine Rolle spielt.

Analytisches Fazit

Wir sehen in den Zahlen zwei gegenläufige Signale. Bullisch spricht für $XRP, dass es unter den großen Assets als einziges positive Spot-ETF-Zuflüsse verzeichnete und Bitcoin, Ethereum und Solana an einem einzelnen Handelstag klar übertraf. Bearisch für Bitcoin wiegt, dass das Spotmomentum abkühlte, während das Open Interest über dem statistischen Band lag und die Long-Funding-Zahlungen gleichzeitig sanken.

Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch unter 80.000 Dollar, der Reclaim war damit nicht bestätigt. Für den konkreten Tag am 9. September 2026 sprechen die Daten eher für eine fragile, derivategetriebene Erholung als für einen eindeutig spotgetragenen Ausbruch – eine differenziertere Lesart der $XRP-Spotdynamik liefert dazu auch unsere Analyse zu CVD und Spotvolumen.

Bitcoin: Szenarien für den nächsten Reclaim

Drei Verläufe zeichnen sich aus den aktuellen Daten ab. Im bullischen Fall hält Bitcoin die wichtige Unterstützungszone, wie sie Trader Michaël van de Poppe beschrieb, und gewinnt Spielraum für einen Anstieg Richtung 82.700 Dollar. Im Basisszenario bleibt Bitcoin range-bound nahe oder unter 80.000 Dollar, ohne klare Richtungsentscheidung. Im bearischen Fall scheitert der Kurs erneut an der 80.000-Dollar-Marke, was die beschriebene Schwäche des Spotmomentums und die Diskrepanz zwischen steigendem Derivate-Interesse und fallendem Long-Funding zusätzlich unterstreichen würde.

Risiken und Gegenargumente

Die $XRP-ETF-Zuflüsse von 1,55 Millionen Dollar beziehen sich nur auf einen einzigen Handelstag und lassen keinen Rückschluss auf einen längerfristigen institutionellen Trend zu. Bemerkenswert ist zudem, dass das Stocktwits-Sentiment rund um $XRP trotz der relativen Kursstärke im bearishen Bereich verharrte, bei gleichzeitig niedriger Chatter-Aktivität.

Bei Bitcoin gilt ähnliche Vorsicht: Trader Ted Pillows führte die Erholung darauf zurück, dass Short-Positionen geschlossen würden statt echter Spotnachfrage – ein Hinweis darauf, dass das gestiegene Open Interest die Kursbewegung begleiten kann, ohne von einer entsprechend aggressiven Kaufbereitschaft getragen zu sein.

Ausblick: Was jetzt zu beobachten ist

Entscheidend wird, ob Bitcoin die 80.000-Dollar-Marke zurückerobert und hält, und ob sich das von Glassnode gemeldete Spotmomentum nach dem Rückgang stabilisiert. Ebenso relevant ist, ob Open Interest und Funding wieder gemeinsam mit echter Spotnachfrage steigen, statt auseinanderzulaufen.

Für $XRP bleibt offen, ob sich die relative Stärke und die ETF-Zuflüsse über den einzelnen Dienstag hinaus fortsetzen. Die von Michaël van de Poppe genannte Marke von 82.700 Dollar bleibt vorerst eine Einzelmeinung und keine bestätigte Zielzone.

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