Geringere Zinssorgen stützen den Kryptomarkt
Der Kryptomarkt erhielt gestern Rückenwind, nachdem Fed-Direktor Christopher Waller signalisiert hatte, dass er offen dafür sei, die Zinsen unverändert zu lassen. Dadurch sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf rund 50 Prozent, nachdem sie zuvor zeitweise in Richtung 70 Prozent gestiegen war.
Für Bitcoin und Ethereum ist das von Bedeutung. Auch schwächere Arbeitsmarktdaten halfen. Laut ADP kamen im August in der US-Privatwirtschaft lediglich 38.000 Stellen hinzu. Das lag unter den Erwartungen und war der schwächste Zuwachs seit Januar.
ETF-Zuflüsse ziehen wieder an
Neben den Zinserwartungen spielte auch die institutionelle Nachfrage eine Rolle. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten erneut Zuflüsse, mit Nettozuflüssen von rund 730 Millionen Dollar. Vor allem BlackRocks iShares Bitcoin Trust zog Kapital an.
Das zeigt, dass institutionelle Anleger weiterhin bereit sind, Bitcoin-Positionen aufzubauen, sobald sich das makroökonomische Umfeld etwas aufhellt. Diese Zuflüsse reichen bislang jedoch nicht aus, damit Trader deutlich höhere Kursziele einpreisen.
Trader heben den Boden an, nicht die Obergrenze
Das zeigt sich deutlich in den Daten von Polymarket. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin in diesem Jahr 85.000 Dollar erreicht, stieg kräftig auf 81 Prozent. Die Chance auf einen Rückgang auf 70.000 Dollar fiel dagegen auf 48 Prozent.
Damit passen Trader die Untergrenze der erwarteten Handelsspanne nach oben an. Am oberen Ende ändert sich jedoch wenig. Die Wahrscheinlichkeiten für 95.000, 100.000, 110.000 und 120.000 Dollar blieben nahezu unverändert. Trader rechnen also durchaus mit höheren Kursen auf kurze Sicht, aber noch nicht mit einer explosiven Rally in Richtung neuer Rekorde.
Bei Ethereum zeigt sich dasselbe Muster. Die Wahrscheinlichkeiten für 2.750 und 3.000 Dollar stiegen, während die Erwartungen für 3.500 und 4.000 Dollar begrenzt bleiben.