Kryptoaktien legen heute deutlich zu, doch Coinbase und Circle stechen an der Börse klar heraus.
Der gesamte Markt profitiert vom Eingriff des US-Finanzministeriums am Anleihemarkt, der auch Bitcoin (BTC), Ethereum ($ETH) und anderen Coins kräftigen Rückenwind gegeben hat.
Bei diesen beiden kommt noch etwas hinzu – und das spielt sich in Washington ab. Dort steht der Clarity Act in weniger als einem Monat vor seiner ersten ernsthaften Bewährungsprobe.
Coinbase und Circle führen den Markt an
Sowohl die US-Kryptobörse Coinbase (COIN) als auch der Stablecoin-Emittent Circle (CRCL) liegen derzeit mehr als 9 Prozent im Plus.
Coinbase notierte zeitweise sogar mehr als 12 Prozent höher. Gestern schloss der Kurs bei 146 Dollar, in der Spitze lag er bei gut 165 Dollar, aktuell sind es 159 Dollar.
Circle, das Unternehmen hinter dem $USDC-Stablecoin, kam heute zeitweise sogar auf ein Plus von mehr als 13 Prozent. Der Kurs stieg von knapp 72 Dollar auf ein Hoch von 81 Dollar und liegt inzwischen bei 78 Dollar.
Gleichzeitig ist Bitcoin in den vergangenen 24 Stunden um 5,39 Prozent gestiegen. Ethereum ($ETH) legt mit 8,94 Prozent noch stärker zu, Solana (SOL) kommt auf ein Plus von 6,29 Prozent. In diesem Artikel liest du, wie sich die Kurse der größten Coins derzeit entwickeln.
Nach Einschätzung von Owen Lau, Analyst bei Clear Street, wirken derzeit zwei Faktoren zusammen. Anleger nehmen Gewinne bei KI-Aktien mit und suchen neue Anlageziele für dieses Kapital.
Zudem kehrt der Optimismus rund um den Digital Asset Market Clarity Act zurück. Das Gesetz soll dem US-Kryptomarkt erstmals einen bundesweiten Rechtsrahmen geben.
Abstimmung über Clarity Act rückt näher
Der Senat stimmt am 15. September darüber ab, ob der Entwurf überhaupt zur Beratung zugelassen wird. Für diese Verfahrensabstimmung sind sechzig Stimmen nötig, die Republikaner also nur mit Unterstützung von mindestens zehn Demokraten erreichen können.
Tim Scott, Vorsitzender des Bankenausschusses im Senat, sprach am Dienstag auf der SALT-Konferenz in Jackson Hole von „sehr guten Chancen“ im September.
„Dass dieses Gesetz kommt, steht für mich außer Frage“, sagte Scott. „Offen ist nur, wie und wann die nötige Mehrheit zustande kommt.“
Patrick Witt, geschäftsführender Direktor des Kryptorats im Weißen Haus, äußerte sich am Dienstag ähnlich zuversichtlich. Nach seiner Darstellung seien die Verhandler inzwischen an einem Punkt, an dem „ein großer Kompromiss möglich ist“.
Bankenlobby nimmt Stablecoins ins Visier
Gerade bei Coinbase und Circle liegt einer der letzten Streitpunkte. Die American Bankers Association will die Passage zu Prämien auf Stablecoins strenger formuliert sehen.
Rob Nichols, Chef des Bankenverbands, will Prämien verbieten, die im Kern wie Zinsen wirken. Andernfalls könnten Spareinlagen von Bankkonten in Krypto-Wallets abwandern – und damit ein Teil der Grundlage für die Kreditvergabe.
Coinbase zahlt seinen Kunden Prämien auf $USDC und verdient daran gemeinsam mit Circle. Wird dieser Weg versperrt, würde das beide Unternehmen finanziell treffen.
Das Analysehaus TD Cowen bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz in den kommenden Monaten verabschiedet wird, Anfang des Monats auf 25 Prozent.
Verfehlt der Entwurf am 15. September die Marke von sechzig Stimmen, dürfte sich die Aufmerksamkeit in Washington auf die Zwischenwahlen im November verlagern. Anleger, die am Mittwoch eingestiegen sind, könnten dann eine böse Überraschung erleben.
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