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Krypto-Adoption in der Schweiz 2026: 18 Prozent sind investiert – Bankenvertrauen schlägt den Preis

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Kryptowährungen haben in der Schweiz den Sprung aus der Tech-Nische endgültig geschafft. Mittlerweile hält fast jeder fünfte Einwohner der Eidgenossenschaft digitale Vermögenswerte. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen, repräsentativen Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern (HSLU), die gemeinsam mit der Luzerner Kantonalbank (LUKB) durchgeführt wurde.

Die im Sommer 2026 veröffentlichte Untersuchung basiert auf der Befragung von 1’772 Personen aus der Deutsch-, Französisch- und Italienischschweiz. Sie zeichnet ein präzises und teilweise überraschendes Bild davon, wer in der Schweiz in Krypto investiert, wer zögert – und welche massive Rolle die klassischen Hausbanken plötzlich einnehmen.

Der Krypto-Zuwachs: 140’000 neue Schweizer Anleger innerhalb eines Jahres

Gemäss den Studiendaten halten aktuell 18 Prozent der Schweizer Bevölkerung Kryptoanlagen. Damit setzt sich der dynamische Wachstumstrend der vergangenen Jahre nahtlos fort: 2024 lag der Anteil der Krypto-Besitzer noch bei 11 Prozent, im Jahr 2025 kletterte er auf 16 Prozent. Hochgerechnet auf die Bevölkerung bedeutet der Sprung auf 18 Prozent im Jahr 2026, dass allein im vergangenen Jahr rund 140’000 zusätzliche Investorinnen und Investoren in der Schweiz den Weg in den Krypto-Markt gefunden haben.

Zählt man die 8 Prozent der Befragten hinzu, die angaben, früher einmal investiert gewesen zu sein, hat bereits mehr als ein Viertel der Schweizer Bevölkerung (26 Prozent) aktive Erfahrung mit digitalen Assets gesammelt.

«Steigende Anzahl an Personen, die in Kryptoanlagen investiert sind» – Vergleich mit vergangenen Umfragen (Quelle: HSLU & PostFinance, Crypto-Anlagen in der Schweiz (2024); HSLU und LUKB, Anlegen und Vorsorgen in der Schweiz (2025); HSLU Kryptoanlagen-Studie (2026))

Die grösste Überraschung: Nicht das Alter entscheidet, sondern die Erfahrung

Ein weit verbreitetes Klischee besagt, dass Krypto primär ein Phänomen junger, technikaffiner Männer mit hohem Einkommen ist. Die HSLU-Forschenden räumen mit diesem Vorurteil nun gründlich auf. Die statistischen Analysen zeigen, dass demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht oder das Gehalt überraschenderweise nicht die Haupttreiber für ein Krypto-Investment sind.

Der mit Abstand stärkste Indikator dafür, ob jemand in Zukunft Kryptoanlagen kaufen wird, ist die bisherige allgemeine Anlageerfahrung. Wer ohnehin bereits mit Aktien, ETFs oder Fonds an den traditionellen Finanzmärkten aktiv ist, greift mit einer um ein Vielfaches höheren Wahrscheinlichkeit auch zu Bitcoin und Co. Krypto wird von der Bevölkerung somit zunehmend als ganz normaler Baustein einer breiteren Vermögensanlage verstanden.

Bankvertrauen schlägt Preissensitivität: Chance für Schweizer Retailbanken

Ein extrem spannendes Signal liefert die Studie in Richtung der Schweizer Bankenlandschaft. Bei der Wahl der passenden Handelsplattform für Kryptowährungen ist den Schweizerinnen und Schweizern Vertrauen wichtiger als günstige Gebühren. Ein beträchtlicher Teil der Befragten äusserte ein substanzielles Interesse daran, Krypto-Dienstleistungen direkt über die eigene, etablierte Hausbank abzuwickeln – selbst wenn die Transaktionskosten dort höher ausfallen als bei ausländischen Krypto-Börsen.

Dabei geht es den Kunden weniger um eine klassische Anlageberatung im Stile eines Verkaufsgesprächs. Vielmehr suchen Anleger nach:

  • Vertrauenswürdigen Informationen: Banken sollen als neutrale Aufklärer fungieren.
  • Einfacher Abwicklung: Die Integration in das bestehende E-Banking, eine unkomplizierte Steuererklärung sowie die sichere, staatlich regulierte Verwahrung (Custody) der privaten Schlüssel stehen ganz oben auf der Wunschliste.
Grosse Zahl an Interessenten einer Beratung zu Kryptoanlagen.
Quelle: HSLU Kryptoanlagen-Studie (2026), n = 1’772.

Die Kehrseite: Grosse Skepsis in der breiten Bevölkerung

Trotz der Erfolgsmeldungen zeigt die Studie auch eine klare Grenze auf: Der Schweizer Gesamtmarkt ist zweigeteilt. Während knapp 60 Prozent derjenigen, die bereits Krypto besitzen, in den kommenden zwei Jahren weitere Käufe planen, herrscht bei der krypto-abstinenten Mehrheit der Bevölkerung tiefe Skepsis. Ein grosser Teil der Nicht-Inhaber hält einen Einstieg in den kommenden 24 Monaten für absolut unwahrscheinlich.

Zudem korreliert der Verbleib im Markt stark mit dem persönlichen Erfolg: 57 Prozent der aktiven Krypto-Halter berichten von Gewinnen mit ihren Anlagen. Bei den Personen, die dem Krypto-Markt komplett den Rücken gekehrt haben, lag die Gewinnquote hingegen nur bei 43 Prozent.

Fazit: Die Hausbanken sind am Zug

Die HSLU-Studie 2026 macht deutlich, dass Krypto in der Schweiz kein temporärer Trend ist, sondern ein etabliertes Anlagesegment. Für die Schweizer Retailbanken liefert die Erhebung ein klares Mandat: Wer seine Kundschaft im digitalen Zeitalter nicht an ausländische Neo-Broker oder spezialisierte Krypto-Plattformen verlieren will, muss eine sichere, transparente und im Alltag einfach zu bedienende Krypto-Infrastruktur im eigenen Haus anbieten. Das Vertrauen der Schweizer in ihre Banken ist da – nun müssen die Institute liefern.

Quelle: Hochschule Luzern (HSLU) / Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) & Luzerner Kantonalbank (LUKB): Studie „Kryptoanlagen in der Schweiz 2026: Wer investiert, wer zögert – und was Banken daraus lernen können“ (Veröffentlicht im Juni/Juli 2026): Weitere Informationen

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