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WEF 2022: Terra bot unnachhaltige Renditen und DeFi fördert finanzielle Inklusion

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de.cointelegraph.com 25 Mai 2022 07:10, UTC
  
Lesezeit: ~4 Min.

Die Chefredakteurin von Cointelegraph Kristina Lucrezia Cornèr berichtete vom Eröffnungstag der Konferenz "Blockchain Hub Davos 2022" und moderierte eine Podiumsdiskussion zum Thema dezentrale Finanzierung (DeFi) mit dem Titel "Programmable Money is Here - and It's Changing the World as We Know It".

Die Podiumsteilnehmer waren der Chief Partnership Officer von SwissBorg Alexander Fazel; Lucian Aguilar, Leiter für globale Märkte bei Kraken Europe; Mrinal Monahar, Mitbegründer und CEO von CasperLabs und der geschäftsführende Gesellschafter von Coral Capital Patrick Horsman.

In seiner Eröffnungsrede sprach Aguilar über seine Teilnahme an der Veranstaltung vor zwei Jahren und erklärte, die Aufgeschlossenheit und Einstellung gegenüber Krypto habe sich geändert. Er erklärte auch, inwiefern sich die vorherrschende Meinung entwickelt hat. Dazu sagte er: "Letztes Mal waren hier viele Projekte, die versucht haben, sich zu verkaufen und zu präsentieren. Dieses Mal geht es mehr um den Aufbau, die Akzeptanz und die Innovation."

Die anderen Teilnehmer haben ihm in diesem Punkt zugestimmt. Horsman sagte, der Gesamtwert von DeFi habe im Mai 2020 noch bei 1 Milliarde US-Dollar gelegen, sei seitdem aber um das 150-fache gewachsen. Das spiegele den Erfolg dieser Branche gut wider, wie er erklärte

Fazel von SwissBorg hat die Zuhörer gefragt, wann sie jeweils in dem Bereich eingestiegen sind und ließ die Leute die Hand heben. Er erklärte dazu: "Bei der TradiFi denken sich die Leute, ich will kein Geld verlieren. Wie können Sie mir dabei helfen, mein Vermögen unabhängig von den Märkten zu bewahren? Es geht also viel um das Risikomanagement. Im DeFi-Bereich sagen die Degens: 'Gib mir dreistellige Renditen, juhuuu!'"

Degens ist ein Begriff aus der Krypto-Szene und beschreibt Leute, die Coins bei ihrer Erscheinung kaufen, solange die Kurse noch extrem niedrig sind, und dann bei einem Anstieg des Kurses wieder verkaufen. Hierbei geht es rein um den Profit und es werden Coins gekauft, ohne dass die Projekte dahinter großartig geprüft werden. Fazel findet, dass Protokolle in diesem Bereich höhere Standards im Hinblick auf die Transparenz für das Risiko, dass mit den jährlichen prozentualen Renditen einhergeht, einführen sollten. Er glaubt, dass zusätzliche Aufklärung ebenfalls dazu beitragen könnte, die Erwartungen der Anleger realistisch zu halten.

Horsman von Coral Capital glaubt, dass die Situation um Terra (LUNA) zum Teil darauf zurückzuführen sei, dass "sie im Wesentlichen Renditen anboten, die nicht nachhaltig waren, und dass es Risikokapitalfirmen gab, die diese Renditen aufbrachten, um ein Ökosystem aufzubauen". Er erklärte, seine Firma habe im November/Dezember 2021 beschlossen, ihr Kapital aus dem Projekt abzuziehen, als die Reservemodellierungsdaten besorgniserregende Berechnungen für die Zukunft vorausgesagt hatten.

In diesem Zusammenhang: Wo sind all die Bitcoin (BTC) hin? – Terra (LUNA) legt Reserven offen

Aguilar glaubt, dass Protokolle mit beträchtlichen Jahresrenditen im dreistelligen Bereich höchstwahrscheinlich versuchen, ihren eigenen hohen Risikofaktor zu mindern:

"Viele dieser Jahresrenditen sehe ich als Risikoprämie, weil der Basiswert so wenig vorhersehbar und instabil ist, dass das nötig ist, um das Risiko für einen traditionellen Anleger auszugleichen."

Cornèr ging auf die Ziele des Weltwirtschaftsforums (WEF) im Hinblick auf die Bewältigung moderner globaler Herausforderungen ein. Hierbei sind der Klimawandel und die Pandemie zwei der aktuellsten Beispiele. Sie fragte die Podiumsteilnehmer, wie es ihrer Meinung nach um die finanzielle Inklusion steht und wie DeFi den Leuten die Möglichkeit geben könne, die Ungleichheiten im derzeitigen System zu verringern.

Monahar erklärte, "ich glaube, dass DeFi ein riesiges Potenzial hat, finanzielle Inklusion zu schaffen". Zur Verwirklichung der Visionen der Dezentralisierung sei allerdings "Interoperabilität auf einer grundlegenden algorithmischen Ebene" erforderlich. Auf diese Weise entstehe eine reibungslose Erfahrung, die Gemeinsamkeiten fördere und Anreize für die Integration schaffe.

Er wertet die Nutzung der Programmiersprache Rust seitens der Entwickler sowie deren Ähnlichkeit mit HTTPS als positives Signal.

Im Hinblick auf die finanzielle Eingliederung erklärte Fazel, es "gibt keinen besseren Weg, um Vermögen aufzubauen, als DeFi". Dienste zur Datenmonetarisierung wie Brave Browser, Play-to-Earn-Spiele wie Axie Infinity, Play-to-Move-Plattformen wie Sweatcoin und der wachsende Trend zu STEPN würden die Möglichkeit bieten, "Vermögen aufzubauen, ohne dass man zu Beginn unbedingt Vermögen haben muss".

Die Anreize, die einige dieser Plattformen bieten, können die Inklusion von Vermögen in weniger entwickelten Ländern unterstützen, so Fazel. Dabei erzählte er eine Anekdote über seinen Vater, der im Iran lebt, wo das monatliche Gehalt im Durchschnitt 250 Dollar beträgt. Dieser habe vom Airdrop von 300 Uniswap (UNI) enorm profitiert.

In diesem Zusammenhang: WEF 2022, 23. Mai: Aktuelles vom Weltwirtschaftsforum in Davos

Das Cointelegraph-Team berichtet diese Woche ausführlich über das Weltwirtschaftsforum (WEF) und den Blockchain Hub 2022. Lesen Sie unseren Blog, um alle Highlights und Höhepunkte mitzuverfolgen.

Die vollständige Diskussionsrunde "Programmable Money is Here - and It's Changing the World as We Know It" können Sie sich auf Youtube ansehen.


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