Die US-Kryptobranche stand am Mittwoch im Weißen Haus im Mittelpunkt. Präsident Donald Trump empfing dort führende Vertreter der Industrie und bekräftigte sein Ziel, die Vereinigten Staaten zur globalen Krypto-Hauptstadt zu machen.
Auch Ripple-CEO Brad Garlinghouse nahm an dem Treffen teil. Im Anschluss hob er vor allem hervor, welches Gewicht Krypto in den USA inzwischen hat. Seiner Darstellung zufolge nutzen bereits Dutzende Millionen Amerikaner Krypto und Blockchain-Technologie.
Ripple-CEO: Krypto ist längst keine kleine Branche mehr
„Krypto ist längst kein Nischenthema mehr“, sagte Garlinghouse nach dem Treffen.
Er verwies dabei auf eine Untersuchung der National Cryptocurrency Association. Demnach nutzen rund 100 Millionen Amerikaner in irgendeiner Form Blockchain-Technologie. Etwa 67 Millionen Amerikaner sollen Krypto langfristig halten.
Zugleich nimmt das Interesse weiter zu. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, 2026 stärker an Krypto interessiert zu sein als ein Jahr zuvor.
Für Ripple hatte das Treffen im Weißen Haus besonderes Gewicht. Das Unternehmen stritt jahrelang mit US-Aufsichtsbehörden über die rechtliche Einstufung von $XRP. Am Mittwoch saß CEO Garlinghouse nun mit der US-Regierung an einem Tisch. Trump wandte sich in seiner Rede sogar direkt an ihn und bedankte sich bei ihm.
Great to be back at the White House today alongside @realDonaldTrump, @SECPaulSAtkins, @ChairmanSelig and leaders across the crypto industry.
— Brad Garlinghouse (@bgarlinghouse) August 20, 2026
The big picture has never been clearer: 67 million Americans hold crypto today (that’s nearly 1 in 4!). Crypto isn't a fringe industry.… pic.twitter.com/fsyX1ZwG2a
Auch die wichtigsten Finanzaufseher waren anwesend. CFTC-Vorsitzender Michael Selig machte deutlich, dass Washington eine Phase beenden will, in der Krypto-Unternehmen aus Sicht der Branche durch Klagen, Probleme beim Zugang zu Bankdienstleistungen und Regulierung über Durchsetzungsmaßnahmen ausgebremst wurden. Auch SEC-Vorsitzender Paul Atkins betonte, dass rasch klarere Regeln nötig seien.
Dabei steht vor allem der CLARITY Act im Mittelpunkt. Das Gesetz soll festlegen, nach welchen Regeln Krypto-Unternehmen in den USA tätig sein können. Trump rief den Kongress bei dem Treffen dazu auf, das Gesetz voranzubringen. Vorerst steckt der Entwurf jedoch noch im Senat fest, wo die Beratungen voraussichtlich im September fortgesetzt werden.
$XRP-Kurs erholt sich deutlich vom Tiefpunkt
Auch der $XRP-Kurs hat in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt. Seit dem Tiefpunkt von 0,98 Dollar am 14. August ist $XRP um fast 30 Prozent gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich das Handelsvolumen binnen 24 Stunden am Donnerstag auf rund 6,6 Milliarden Dollar.
Ripple selbst arbeitet unterdessen weiter an seiner Stellung im traditionellen Finanzsystem. Das Unternehmen verfügt inzwischen über 75 Lizenzen und setzt zudem verstärkt auf seinen eigenen Stablecoin $RLUSD.
Dieser Stablecoin könnte die Rolle von $XRP allerdings verändern. Finanzinstitute können $RLUSD nutzen, um Zahlungen abzuwickeln, ohne den Kursschwankungen von $XRP ausgesetzt zu sein. Vor der Einführung von $RLUSD spielte $XRP über Ripples On-Demand-Liquidity-Angebot bei solchen Transaktionen eine wichtige Rolle.
Für $XRP-Anleger bleibt vor allem der Kurswechsel in Washington relevant. Ripple stand jahrelang im Konflikt mit US-Aufsehern, nun saß CEO Brad Garlinghouse in dieser Woche im Weißen Haus mit am Tisch. Zusammen mit der kräftigen Erholung des $XRP-Kurses ergibt sich damit ein deutlich positiveres Umfeld als noch vor wenigen Jahren.