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TRX mit Rallye, Kursflaute bei ETH: Darum hängt Tron Ethereum ab

source-logo  btc-echo.de 28 Mai 2026 09:00, UTC
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Tron galt lange als Projekt, das man in Krypto-Kreisen eher müde belächelte. Der $TRX-Token startete 2017 als ERC-20-Token auf Ethereum. Das Whitepaper wurde früh wegen Plagiatsvorwürfen kritisiert, Vitalik Buterin machte sich öffentlich über die Copy-Paste-Anmutung lustig, Arthur Cheong, CEO und CIO von DeFiance Capital, nannte das Projekt “Vaporware”.

Dazu kamen Justin Suns Marketing-Stunts. Der Warren-Buffett-Lunch, der Kauf von BitTorrent, später die Millionen-Banane. Tron wirkte lange wie ein Projekt, das mehr von Aufmerksamkeit lebte als von einem realen Use-Case. Inzwischen ist Tron eine der wichtigsten Stablecoin-Rails. Auf der Chain zirkulieren über 80 Milliarden $USDT, zeitweise sogar mehr als auf Ethereum. Und $TRX, der hauseigene Token, ist einer der wenigen Altcoins, der nahe dem Allzeithoch notiert. Doch was ist das Erfolgsrezept des umstrittenen Projekts?

TXR erklimmt still und heimlich neue Hochs | Quelle: BTC-ECHO

Tron ist nicht billig, sondern bequem

Tron ist nicht die billigste Chain. Ein $USDT-Transfer kann für normale Nutzer rund zwei bis vier US-Dollar kosten. Sogar die Ethereum-Mainchain ist in ruhigen Phasen günstiger, Layer-2s und Solana ohnehin.

Trotzdem bleibt Tron für viele Nutzer der Standard. Der Grund liegt im Gebührenmodell. Die Layer-1 funktioniert anders als Ethereum, wo Nutzer Gas in $ETH zahlen. Tron unterteilt das Gebührenmodell nämlich in zwei Bestandteile: Bandwidth und Energy. Bandwidth deckt die Daten einer Transaktion ab und reicht für einfache $TRX-Transfers oft aus.

Für die Ausführung von Smart Contracts wird dagegen $TRX benötigt. Und da $USDT auf Tron als TRC-20-Token läuft, ist jeder $USDT-Transfer eine Smart-Contract-Nutzung. Wer keine Energy besitzt, zahlt indirekt mit $TRX, welche anschließend geburnt werden.

Power User können $TRX staken oder Energy über Drittanbieter “mieten”. Damit sinken die Kosten teils deutlich. Gelegenheitsnutzer tun das in der Regel jedoch nicht. Sie klicken auf “Senden”, akzeptieren die Wallet-Gebühr und zahlen den vollen Preis.

Damit monetarisiert Tron die Bequemlichkeit bzw. das fehlende Wissen der Nutzer. Wer sich auskennt, optimiert. Wer einfach $USDT schicken will, zahlt. Für Nutzer ist das relativ kostspielig, für das Netzwerk hochprofitabel.

Der Unterschied zu Ethereum

Trons Gebührenmodell verbindet also Stablecoin-Nutzung direkt mit $TRX-Nachfrage. Wenn Nutzer keine Energy haben, wird $TRX verbrannt. Bei Millionen Transaktionen am Tag entsteht daraus ein permanenter Werttransfer zugunsten von $TRX.

Das unterscheidet das Netzwerk von Justin Sun von vielen anderen Chains. Ethereum führte mit EIP-1559 ebenfalls einen Burn-Mechanismus ein. Ein großer Teil der Aktivität ist mittlerweile jedoch auf Layer-2s abgewandert. Für Ethereums Skalierungsstrategie ergibt das Sinn, senkt aber die Gebühreneinnahmen auf dem Mainnet.

Tron dagegen hält den $USDT-Flow auf seiner Chain. Deshalb erscheint Tron bei Umsatz-Rankings meist in der Spitzengruppe. Auswertungen beziffern die allein im Jahr 2025 generierten Gebühren auf mehrere Milliarden US-Dollar.

Tron gehört auch beim Holder Revenue konstant zu den besten Krypto-Projekten | Quelle: DeFiLlama

Trons Erfolgsrezept

Des Weiteren hat das Projekt starke Netzwerkeffekte aufgebaut. Viele Nutzer in Asien, Lateinamerika, Afrika und Teilen Europas kennen $USDT auf Tron als Standard. Damit lässt sich das Erfolgsrezept von Justin Suns Krypto-Unterfangen wie folgt beschreiben: Der Token ist Teil einer Gebührenmaschine. Jeder unoptimierte $USDT-Transfer frisst $TRX. Jeder neue Stablecoin-Nutzer erhöht den Wert der bestehenden Zahlungsinfrastruktur und jede Börse und jedes Wallet mit TRC-20-Support verstärkt den Lock-in.

Aus der Ethereum-Kopie ist so eine zentralisierte, oft kritisierte, aber enorm profitable Stablecoin-Schiene entstanden. Ethereum hat die ideologisch saubere Infrastruktur für die Krypto-Zukunft gebaut. Tron hat mit Pragmatismus den Zahlungsverkehr der Gegenwart besetzt. Im Krypto-Markt wird derzeit vor allem Letzteres honoriert. Geht es nach einem bekannten Blockchain-Analysehaus könnte sich das derzeit so schlechte Sentiment rund um Ethereum jedoch auch als Boden-Indikator für $ETH herausstellen.

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