Wie hat das Liquid Network seine Bitcoin-Reserven wiederhergestellt?
Das öffentliche Dashboard des Liquid Network zeigt derzeit Bestände von 4.270,54 $BTC. Das entspricht jetzt der Menge der ausgegebenen, tokenisierten Wrapped-$BTC-Token.
Der Schritt folgt auf die Wiederaufnahme der $BTC-zu-LBTC-Swaps vor einigen Wochen. In dieser Phase hielt die Plattform ihre 1:1-Bindung über teilnehmende Swap-Anbieter aufrecht.
Das Liquid Network bezeichnete den Meilenstein als „deutlichen Fortschritt“ bei der Wiederherstellung. Zugleich bekräftigte es sein Bekenntnis zu langfristiger Sicherheit, Stabilität und Widerstandsfähigkeit als Bitcoin-Sidechain und Layer-2-Protokoll.
Wie kam es zum Verlust der Bitcoin?
Anfang September nutzte eine Gruppe, die sich als White Hats bezeichnete, eine zentrale Softwareschwachstelle im Kerncode des Liquid Network aus. Der Fehler erlaubte es den Tätern, 4.000 ungedeckte LBTC zu erzeugen.
Anschließend beantragten die Hacker eine schnelle Auszahlung über SideSwap, einen von der Föderation autorisierten Swap-Anbieter. So konnten die Täter 4.000 $BTC abziehen.
Ein White-Hat-Hacker ist ein IT-Sicherheitsexperte, der mit ethischen Hacking-Methoden Schwachstellen in Computersystemen, Netzwerken oder Anwendungen aufspürt. Dafür braucht er in der Regel die Erlaubnis des Eigentümers. Weder das Liquid Network noch Blockstream hatten diese Aktion beim $BTC-Raub genehmigt.
Dennoch meldeten sich die Hacker schließlich über die OP_RETURN-Funktion von Bitcoin bei Blockstream, um die sichere Rückgabe der gestohlenen Vermögenswerte zu ermöglichen. Zurück kamen nur 85 % der fehlenden $BTC, also 3.400 $BTC. Die Hacker behielten die übrigen 15 %, das sind 600 $BTC, und beanspruchten sie als Belohnung für ihre Mühe.
Damit lag der Fehlbetrag bei rund 47 Millionen US-Dollar. Viele in der Krypto-Community hielten das für eine reichlich überzogene Belohnung. Für das Liquid Network bedeutete es außerdem eine erhebliche Deckungslücke bei allen im Umlauf befindlichen LBTC.
Wie hat Blockstream eingegriffen?
Das Liquid Network sammelte die 600 $BTC nach und nach über mehrere Einzahlungen ein. Dabei gaben die Hacker den einbehaltenen Betrag allerdings nicht zurück. Samson Mow, Vorstandsmitglied der Liquid Federation und früherer Blockstream-Manager, bestätigte, dass die Mittel von Blockstream stammen, einem privaten Bitcoin-Technologieunternehmen unter der Leitung von CEO Adam Back.
Bislang ist nicht bekannt, ob das Liquid Network oder Blockstream weiterhin versucht, die von den Hackern einbehaltenen 600 $BTC zurückzuholen.