Investoren haben eine bundesweite Sammelklage gegen JPMorgan Chase eingereicht. Sie werfen der Bank vor, Überweisungen im Wert von 253 Millionen USD abgewickelt zu haben, die mit mutmaßlich verdächtigen Zahlungen der in Florida ansässigen Goliath Ventures in Verbindung stehen. Diese Zahlungen waren Teil eines 328-Millionen-USD-Ponzi-Systems.
Goliath Ventures, früher Gen-Z Venture Firm genannt, versprach Investoren monatliche Renditen von etwa 4 Prozent (also circa 48 Prozent im Jahr). Diese Erträge sollten angeblich durch Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und USD Coin (USDC) Liquiditätspools entstehen, wobei die Pools jedoch tatsächlich keine echten Gewinne erzeugten.
Ponzi CEO verhaftet – Anleger sehen JPMorgan in der Verantwortung
- CEO Christopher Alexander Delgado wurde am 24. Februar 2026 wegen Betrugs durch elektronische Übermittlung und Geldwäsche festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Zeitraum von 2023 bis 2026 mehr als 2.000 Investoren betrogen zu haben.
- Opfer haben nur geringe Chancen, ihre Verluste zurückzubekommen, da die beschlagnahmten Vermögenswerte zuvor für Luxusimmobilien, teure Fahrzeuge und Privatjet-Reisen ausgegeben wurden.
- Die Klage prüft, ob Banken bei Versäumnissen im Bereich Anti-Geldwäsche (AML) zivilrechtlich haftbar sein können, wenn durch ihre Konten Betrug möglich ist.
- Investoren, die ihre Altersvorsorge an Goliaths JPMorgan-Konten überwiesen haben, gingen davon aus, dass die Know-Your-Customer (KYC)-Prüfungen der Bank sie zusätzlich schützen würden.
Einzelheiten:
- Steele gegen JPMorgan Chase Bank, N.A. (Az. 3:26-cv-02067) wurde am 10. März 2026 beim Bundesgericht des nördlichen Bezirks von Kalifornien eingereicht.
- Laut Beschwerde bewegten sich 253 Millionen USD ohne echten Geschäftszweck in kreisförmigen Bewegungen über Goliaths Chase-Konten.
- Gelder der Investoren gingen von JPMorgan-Konten auf Coinbase-Wallets ein und dienten dort Auszahlungen an frühere Anleger.
- Delgado drohen bei einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft. Die Vermögenswerte sind aktuell durch einen vom Gericht bestellten Verwalter eingefroren.
Das Gesamtbild:
- Die Strafanzeige des DOJ nennt JPMorgan-Konten als zentrale Infrastruktur eines Betrugs, der über zwei Jahre unbemerkt blieb.
- Großangelegter Krypto-Betrug wird zunehmend über große US-Banken abgewickelt, bevor die Gelder an Börsen weitergeleitet werden. Dadurch geraten AML-Pflichten immer stärker ins Visier der Behörden.
- Parallele Klagen gegen die frühere Rechtsanwaltskanzlei von Goliath, Alston & Bird, zeigen, dass auch professionelle Helfer zunehmend zur Verantwortung gezogen werden sollen.
de.beincrypto.com