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Krypto-Hacks erreichen neuen Rekordwert in 2022

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www.coinpro.ch 21 August 2022 05:50, UTC
  
Lesezeit: ~3 Min.

Chainalysis veröffentlicht jüngst einen Bericht über das erste Halbjahr 2022 und hält darin fest: Krypto-Hacks erreichen in diesem Jahr bislang neue Rekordwerte. Gleichzeitig erklärt man Handelsaktivitäten auf Darknet Markets für Rückläufig, doch da unterläuft den Analysten ein Fehler.

Hackerangriffe auf Kryptobranche nehmen zu

Für Leser von CoinPro ist es womöglich wenig überraschend, schliesslich berichten wir zuletzt immer wieder über bedeutende Hackerangriffe auf die Kryptobranche. Analysten von Chainalysis unterlegen die Quintessenz dieser Entwicklung nun aber mit Daten, denn: Hackerangriffe auf die Kryptobranche nehmen in 2022 deutlich zu.

In Chainalysis’ Mittjahresupdate sieht man eine deutliche Zunahme der Krypto-Hacks im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Jahr entwendeten Hacker der Krypto-Szene umgerechnet fast zwei Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt ca. 1,2 Milliarden US-Dollar.

Profite der Hacks der Kryptobranche in 2021 und 2022 im Vergleich.

Mit dem Hack der Ronin Bridge stellte man zudem einen neuen Rekord auf. Über 615 Millionen US-Dollar konnten die Angreifer entwenden. Offenkundig wird dabei auch die Professionalität der Hacker.

Im Fall der Ronin Bridge fand ein langwieriger Angriff statt, der so gut gelang, dass der Diebstahl erst mehrere Tage später auffiel. Die Hacker hatten die Beute zu diesem Zeitpunkt längst in Sack und Tüten.

US-Behörden vermuten dahinter Hacker der nordkoreanischen Lazarus Gruppe, die man für einige der spektakulärsten Hacks der Geschichte verantwortlich erklärt. Infolgedessen sanktionierte man die Krypto-Mixer Blender.io und Tornado.Cash und löst dadurch folgenschwere Entwicklungen in der Krypto-Szene aus.

Der Hack der Nomad Bridge von Anfang des Monats schafft es auf Platz sechs der grössten Krypto-Hacks.

Krypto-Betrug nimmt ab

Chainalysis erwähnt auch erfreuliche Nachrichten. Demnach nehmen die Verluste von Geldern durch Krypto-Betrug ab. Die Rekordsummen von den Betrugsmaschen PlusToken und Finiko erreicht kein modernes Äquivalent. In den Jahren 2019 und 2021 ergatterten diese zwei und 1,5 Milliarden US-Dollar.

Auch Mind.capital und die CashFXGroup, die im Jahr 2021 nach Profiten die zweit- und drittpopulärste Betrugsmasche abbilden, lassen diesjährige Betrüger weit zurück.

Doch diese Botschaft klingt wohl positiver, als sie wirklich ist. Einerseits zockte JuicyFields.io als grösster Betrug des Jahres arglosen Nutzern noch immer fast 274 Millionen US-Dollar ab, andererseits gelang all das während stark fallender Kurse.

2019 und 2021 stiegen die Kurse von Bitcoin und Co. hingegen deutlich. Die drei erfolgreichsten Krypto-Scams 2022 erlangten Zugriff auf rund 650 Millionen US-Dollar.

Die jeweils drei grössten Krypto-Betrugsmaschen in 2021 und 2022.

Darknet Markets immer unpopulärer? Zahlen rezessiv

Zusätzlich seien die Profite der Darknet Markets stark rückläufig – das schreibt Chainalysis und lässt dabei möglicherweise einen wichtigen Punkt ausser Acht. 2022 ging mit Hydra ein riesiger Vertreter offline, der ganze 17 Millionen registrierte Nutzer hatte.

Hydra ist der Darknet Market mit der längsten Laufzeit der Geschichte und bot Kunden die Nutzung des Bitcoin zur Zahlung an. Seither nimmt die Zahl der Profite in der Statistik der Blockchain-Analysten extrem ab.

Veränderungen der Krypto-Einzahlungen auf Darknet Markets im Vergleich. Das Fehlen der undurchsichtigen Monero-Zahlungen täuscht eine starke Abnahme vor, die vermutlich nicht realistisch ist.

In Wahrheit fand in der Branche jedoch ein Wandel statt. Vorbei sind die Zeiten der Silk Road, welche die Branche durch die Nutzung des Bitcoin revolutionierte. Heute dient hauptsächlich Monero als Zahlungsmittel und bietet Blockchain-Analysten keinen Chance zur Auswertung von Daten.

Entsprechend ist Chainalysis nicht in der Lage, aktuelle Zahlen akkurat einzuschätzen. Mit AlphaBay etabliert sich die Wiedergeburt eines bekannten Marktes als Branchenführer, der einzig und allein die Nutzung von XMR zulässt.


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