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Kryptowährungen sind nichts wert, so EZB-Präsidentin Christine Lagarde


bitcoin-2go.de 23 Mai 2022 05:15, UTC
Lesezeit: ~3 Min.

Kryptowährungen sind nichts wert, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, einer niederländischen Fernsehproduktion. Ihre Aussage steht exemplarisch für die Verwerfungen zwischen klassischer und neuer Finanz.

Lagarde warnt vor Kryptowährungen

Christine Lagarde habe gegenüber einem niederländischen Sender jüngst gesagt:

Kryptowährungen sind wertlos.

So berichtet das Magazin Politico. Ihre Aussagen werde die niederländische Serie College Tour am heutigen Sonntag ausstrahlen. Lagarde hält ihre Ansicht für gut begründet. So fährt sie fort:

Sie [Kryptowährungen] basieren auf nichts und es gibt keine zugrunde liegenden Vermögenswerte, die als Sicherheitsanker dienen könnten.

Ungedeckte Fiatwährungen wie den Euro kritisiert sie nicht im gleichen Ausmaß, dabei kommt dieser ebenso ohne Werthinterlegung aus – ein Zustand, der die Entstehung des Bitcoin mitbegründete.

Stattdessen zeigt sich Lagarde sogar als große Anhängerin von CBDCs. Für sie offenbar kein Widerspruch. Die offizielle Webpräsenz der EZB präsentiert stolz ein Zitat Lagardes:

Mit unserer Arbeit wollen wir sicherstellen, dass Bürger und Unternehmen auch im digitalen Zeitalter Zugang zur sichersten Form des Geldes, dem Zentralbankgeld, haben.

Damit spricht Lagarde auf den bereits in der Entwicklung befindlichen digitalen Euro an. Schon 2023 plant man eine Veröffentlichung der CBDC.

Für die Krypto-Szene ist diese Form der Fiatwährung ein echter Albtraum, baut sie doch die Kontrolle der Behörden über das Geld eines jeden Einzelnen deutlich aus. Die EZB bemüht sich auf ihrer Webseite um eine positive Darstellung.

Ein digitaler Euro würde den Menschen eine zusätzliche Möglichkeit bei der Bezahlung geben und diese erleichtern, was zu Barrierefreiheit und finanzieller Inklusion beiträgt.

Ein Beitrag zu den enormen Nachteilen des digitalen Euro findet sich bisher allerdings nicht.

Sohn der EZB-Präsidentin investiert in BTC und scheitert

Lagarde gibt außerdem bekannt, dass einer ihrer beiden Söhne bereits in Kryptowährungen investierte. Er entschied sich für den Bitcoin – den Vater aller Kryptowährungen. Und er scheiterte dabei, so sagt sie.

Die Investition sei natürlich gegen ihren Willen geschehen, so macht sie deutlich. Denn:

Ich habe die ganze Zeit gesagt, dass Krypto-Vermögenswerte hoch spekulativ und sehr riskant sind.

Demgegenüber seien CBDCs Währungen mit deutlich größerer Sicherheit. Besonders im Falle des digitalen Euros könne sie das zusagen.

Wenn wir das digitale Zentralbankgeld haben, einen digitalen Euro, dann garantiere ich diesen. Also die Zentralbank steht dahinter. Das macht den großen Unterschied zu irgendeinem dieser Dinger [Kryptowährungen] aus.

Europäische Zentralbank will Inflation durch Zinsen bekämpfen

Zusätzlich teilte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank mit, sich dem Vorbild der US-Zentralbank FED anzuschließen und den Leitzins innerhalb der Europäischen Union zu erhöhen.

Bereits im Juli sollen die Zinssätze steigen. Zuletzt sorgte ein ähnliches Ereignis in den USA für starke Kursverluste am Kryptomarkt, die am Ende womöglich sogar der Anlass für den Terra-Crash waren.

Die Erhöhung des Leitzins um 50 Basispunkte (0,5 Prozent) hält Lagarde jedoch für unrealistisch. Sie strebt den halben Wert von 25 Basispunkten an. Ziel sei keine explosive, sondern eine allmähliche Zinserhöhung.

Laut offiziellen Informationen liegt die aktuelle Inflationsrate in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat bei sieben bis acht Prozent. Die Inflation in den USA liegt inzwischen bei fast zwölf Prozent – gemessen an Marktdaten.


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