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Bitcoin-Miner wechseln zu KI – auch wenn der Kurs steigt

source-logo  bitcoinnews.ch 21 September 2026 07:11, UTC
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Selbst wenn der Bitcoin-Kurs wieder abhebt, bleiben die Miner am Boden – zumindest was ihr altes Geschäft angeht.

Es klingt fast wie eine Trennung, bei der einer der Partner schon längst emotional ausgecheckt hat: Bitcoin-Miner, die in den letzten Jahren Milliarden in Rechenzentren gesteckt haben, kehren dem Mining zunehmend den Rücken zu – und zwar dauerhaft. Das zeigt ein neuer Q2-Report von CoinShares, veröffentlicht am 15. September. Die zentrale These von Analyst Luke Nolan: Der Umstieg auf KI-Infrastruktur ist für die meisten Betreiber strukturell nicht mehr rückgängig zu machen. Selbst eine Kurserholung bei Bitcoin würde daran nichts ändern.

Die Zahl, die alles erklärt: 3 zu 1

Der Grund für den Exodus ist erschreckend simpel und lässt sich in einer Zahl zusammenfassen: KI-Infrastruktur bringt diesen Unternehmen laut CoinShares aktuell rund 1,5 Millionen Dollar Profit pro Megawatt – Bitcoin-Mining schafft im Vergleich nur etwa 500.000 Dollar. Ein Dreifach-Vorsprung, der jede Diskussion über Loyalität zur eigenen Branche im Keim erstickt. Wer als börsennotiertes Unternehmen seinen Aktionären Rechenschaft schuldet, trifft bei so einem Gefälle keine emotionale, sondern eine mathematische Entscheidung.

Wenn die Ausstiegskosten selbst zum Beweis werden

Besonders eindrücklich: Core Scientific zahlte fast 42 Millionen Dollar, nur um einen Vertrag über 15 EH/s an Mining-Hardware der nächsten Generation zu canceln. Das ist kein Kleingeld – und genau das macht die Botschaft so stark. Wenn ein Unternehmen bereit ist, eine derart hohe Summe zu verbrennen, um aus dem alten Geschäftsmodell auszusteigen, sagt das mehr über die Überzeugung hinter dem KI-Pivot als jede Pressemitteilung.

Andere Betreiber sind noch tiefer eingestiegen: KI- und HPC-Leasingverträge mit Laufzeiten von 15 Jahren oder mehr sind längst unterschrieben. Das bindet sie an den KI-Kurs – unabhängig davon, wo Bitcoin in fünf Jahren steht. Insgesamt sind bereits mindestens 35 EH/s Rechenleistung fest eingeplant, die Gruppe der börsennotierten Miner zu verlassen. Das entspricht etwa 4,7 % der gesamten Bitcoin-Hashrate von aktuell 750 EH/s.

Wer schon gegangen ist – und wer noch geht

Der Wandel ist längst keine Ankündigung mehr, sondern gelebte Realität:

Keel (ehemals Bitfarms) hat das Mining im Juni 2026 komplett eingestellt. IREN will seinen vollständigen Ausstieg bis Ende 2026 abschließen. Cipher Digital wird die Branche laut Prognose bis Ende 2027 verlassen. TeraWulf baut seine verbliebenen 145 Megawatt Mining-Kapazität gerade ab. Für CoinShares sind das alles Entscheidungen, die entweder vertraglich bindend oder finanziell zu teuer sind, um sie bei einer reinen Kurserholung wieder rückgängig zu machen.

Nicht jeder springt ab: Riot, MARA, HIVE und Bitdeer werden von CoinShares explizit als Unternehmen genannt, die sich bewusst flexibel gehalten haben – ohne die langfristigen Infrastrukturdeals, die eine Rückkehr zum reinen Mining verhindern würden. Sollte der Bitcoin-Preis nachhaltig steigen, könnten genau diese Player ihre Mining-Kapazitäten wieder hochfahren.

Das Quartal, in dem Mining schlicht nicht mehr rentabel war

Die Zahlen hinter der Entscheidung sind brutal: Im zweiten Quartal 2026 lagen die durchschnittlichen Cash-Kosten für die Produktion eines Bitcoin bei rund 75.500 Dollar – während BTC das Quartal bei nur 58.400 Dollar beendete. Die meisten börsennotierten Miner produzierten also schlicht mit Verlust. Der monatliche durchschnittliche Hash-Preis, also der Ertrag pro Recheneinheit, fiel im Juni 2026 auf ein Allzeittief von 27,70 Dollar pro Petahash/Sekunde/Tag.

Zwar hat sich die Lage danach etwas entspannt – Bitcoins Erholung auf rund 77.000 Dollar trieb den Hash-Preis wieder auf etwa 38 Dollar, womit die meisten Betreiber knapp über die Gewinnschwelle zurückkehrten. Doch CoinShares ist überzeugt: Für Unternehmen, die sich bereits vertraglich auf KI festgelegt haben, ändert das nichts mehr am großen Bild. Nicht der kurzfristige Kursverlauf entscheidet über die Rückkehr zum Mining, sondern die Laufzeit und der Umfang der bereits unterschriebenen Verträge.

Das Fazit

Was hier passiert, ist mehr als ein Trend – es ist eine strukturelle Neuausrichtung ganzer Geschäftsmodelle. Bitcoin-Mining war lange das Kerngeschäft dieser Unternehmen; jetzt wird es für viele zur Fußnote in einer KI-Erfolgsgeschichte. Und selbst wenn Bitcoin in den kommenden Monaten weiter steigt, dürfte das die einmal getroffene Entscheidung kaum noch umkehren – die Verträge sind unterschrieben, die Hardware storniert, die Rechenzentren umgebaut.

Quelle: CoinShares Q2-2026-Mining-Report, zitiert nach CoinMarketCap Academy (Ayesha Aziz).

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