de
Zurück zur Liste

Wie viele Bitcoin produziert eine grosse Windturbine?

source-logo  bitcoinnews.ch 25 M
image

Eine moderne Offshore-Windturbine kann heute gewaltige Mengen Strom produzieren. Doch was würde passieren, wenn dieser Strom nicht ins Netz eingespeist, sondern direkt zum Bitcoin-Mining verwendet würde?

Die Antwort ist überraschend: Eine einzige grosse Windturbine könnte theoretisch mehr als 100 Bitcoin pro Jahr erwirtschaften.

Eine 15-MW-Turbine als Beispiel

Die Vestas V236-15.0 MW gehört zu den grössten kommerziellen Windturbinen der Welt. Sie verfügt über eine Nennleistung von 15 MW und einen Rotordurchmesser von 236 Metern. Vestas gibt eine mögliche Jahresproduktion von rund 80 GWh pro Turbine an – abhängig vom Standort.

80 GWh entsprechen:

80 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Die Turbine läuft dabei natürlich nicht permanent mit voller Leistung. Windstärke und Standort bestimmen die tatsächliche Produktion.

Was daraus beim Bitcoin-Mining wird

Für die Berechnung kann man die aktuelle Mining-Ökonomie als Näherung verwenden. Anfang September 2026 lag der sogenannte Bitcoin-Hashprice bei ungefähr 39 US-Dollar pro PH/s und Tag. Gleichzeitig bewegte sich die globale Bitcoin-Hashrate in der Grössenordnung von rund 900 EH/s.

Nimmt man einen modernen ASIC-Miner mit einer Effizienz von etwa 13,5 J/TH als Referenz, benötigt ein Terahash rund 0,324 kWh pro Tag.

Damit lassen sich aus 80 GWh theoretisch etwa 120 Bitcoin pro Jahr berechnen – bei den genannten Marktbedingungen und unter der Annahme, dass praktisch die gesamte Energie für Mining zur Verfügung steht.

Die grobe Rechnung

80 GWh Strom pro Jahr

→ moderne Mining-Hardware
→ etwa 13,5 J/TH
→ aktueller Hashprice
→ ungefähr 120 $BTC pro Jahr

Das entspricht im Durchschnitt etwa:

0,33 Bitcoin pro Tag.

Aber: In der Realität wären es weniger

Die 120 $BTC sind eine theoretische Modellrechnung und keine garantierte Produktion.

In einem echten Projekt entstehen zusätzliche Verluste und Kosten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Stromverluste und Kühlung
  • Netzteile und Infrastruktur
  • Ausfallzeiten der ASIC-Miner
  • Wartung
  • schwankende Windproduktion
  • Veränderungen der Bitcoin-Difficulty
  • sinkender Mining-Ertrag pro Hashrate
  • Transaktionsgebühren und Veränderungen des Bitcoin-Preises

Ausserdem bedeutet eine Windturbine mit 15 MW nicht, dass permanent 15 MW zur Verfügung stehen. Genau deshalb ist die Jahresproduktion von 80 GWh die sinnvollere Grundlage für die Berechnung.

Onshore wäre ebenfalls interessant

Auch grosse Onshore-Windturbinen könnten für Bitcoin-Mining eingesetzt werden. Die aktuell bestellten Onshore-Turbinen in Europa erreichen inzwischen durchschnittlich mehr als 6 MW Leistung.

Der entscheidende Faktor ist deshalb nicht nur die Grösse der Turbine, sondern vor allem:

Wie viel günstiger Strom steht tatsächlich für das Mining zur Verfügung?

Eine Windturbine kann beispielsweise Strom produzieren, wenn die Nachfrage im Netz niedrig ist. Statt den Strom zu einem sehr niedrigen Preis zu verkaufen oder die Produktion abzuregeln, könnte ein Mining-Standort diese Energie nutzen.

Bitcoin-Mining als Stromabnehmer

Genau hier wird die Kombination aus Windenergie und Bitcoin interessant.

Bitcoin-Miner können theoretisch sehr flexibel betrieben werden. Wenn Strom günstig und reichlich vorhanden ist, werden die Maschinen eingeschaltet. Steigt der Strompreis, können sie abgeschaltet werden.

Eine grosse Windanlage könnte damit neben dem Stromverkauf eine zweite Einnahmequelle erhalten.

Bei einer 15-MW-Offshore-Turbine könnte das – abhängig von Stromproduktion, Mining-Hardware und Marktbedingungen – in der Grössenordnung von über 100 $BTC pro Jahr liegen.

Das zeigt, wie gross die Energiemengen moderner Windkraftanlagen inzwischen sind: Eine einzige gigantische Turbine produziert genügend Elektrizität, um eine beträchtliche Bitcoin-Mining-Flotte zu betreiben.

bitcoinnews.ch