Laut einem neuen Bericht von Coinshares, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, sahen sich Bitcoin-Miner zu Beginn des Jahres 2026 mit zunehmendem Kostendruck und einem raschen Wandel hin zur Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) konfrontiert.
Der KI-Boom verändert den Bitcoin-Mining-Sektor, wie der Coinshares-Bericht zeigt
Laut der jüngsten Analyse zum Bitcoin-Mining war das vierte Quartal 2025 eine der schwierigsten Phasen für Miner seit dem Halving im April 2024, da der Bitcoin-Preis von etwa 124.500 US-Dollar im Oktober auf rund 86.000 US-Dollar Ende Dezember sank. Gleichzeitig blieb die Netzwerk-Hashrate nahe Rekordwerten, was die Rentabilität unter Druck setzte. Die gewichteten durchschnittlichen Cash-Kosten für die Produktion eines Bitcoins stiegen auf fast 80.000 US-Dollar, wodurch viele Betreiber nahe der Gewinnschwelle lagen.
Der Hashpreis, eine wichtige Umsatzkennzahl, sank im vierten Quartal auf etwa 36 bis 38 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde (PH/s) pro Tag und fiel Anfang 2026 weiter auf rund 29 US-Dollar. Diese Bedingungen lösten Anzeichen einer Kapitulation der Miner aus, darunter drei aufeinanderfolgende negative Schwierigkeitsanpassungen – zum ersten Mal seit Juli 2022.
James Butterfill, Forschungsleiter bei Coinshares, erklärte, das Umfeld spiegele „eine der schwierigsten Phasen“ für Miner seit dem letzten Halving wider, bedingt durch eine Kombination aus Preisdruck und zunehmendem Wettbewerb im Netzwerk.
Vor diesem Hintergrund wendet sich die Branche zunehmend KI und Hochleistungsrechnen (HPC) als alternative Einnahmequelle zu. Coinshares teilte mit, dass börsennotierte Mining-Unternehmen Verträge im Wert von mehr als 70 Milliarden US-Dollar im Bereich KI und HPC angekündigt haben, wobei einige Firmen bis Ende 2026 voraussichtlich bis zu 70 % ihres Umsatzes mit KI erzielen werden.
Dieser Wandel spiegelt einen grundlegenden wirtschaftlichen Kompromiss wider: KI-Infrastruktur bietet unter den aktuellen Bedingungen stabilere Erträge als Bitcoin-Mining. Dennoch verläuft der Übergang uneinheitlich. Einige Unternehmen positionieren sich aggressiv als Rechenzentrumsbetreiber neu, während andere weiterhin dem Mining Vorrang einräumen oder hybride Strategien verfolgen.
Unterdessen bleibt das Bitcoin-Netzwerk selbst trotz der jüngsten Volatilität widerstandsfähig. Die Hashrate erreichte 2025 einen Höchststand von über 1 Zettahash pro Sekunde, bevor sie zurückging und sich bei etwa 1.020 Exahash pro Sekunde stabilisierte. Coinshares geht davon aus, dass sich das langfristige Wachstum fortsetzen wird, und prognostiziert, dass die Hashrate bis Ende 2026 1,8 Zettahash und bis Anfang 2027 2 Zettahash erreichen könnte.
Geografisch gesehen dominieren die Vereinigten Staaten, China und Russland nach wie vor das globale Mining und machen etwa 68 % der gesamten Hashrate aus, während Länder wie Paraguay und Äthiopien an Boden gewinnen.
Trotz der Verlagerung hin zur KI bleibt die Wirtschaftlichkeit des Minings eng mit dem Bitcoin-Preis verbunden. Der Bericht stellte fest, dass eine Erholung in Richtung 100.000 US-Dollar die Hash-Preise anheben und die Margen verbessern könnte, während eine anhaltende Schwäche weitere Betreiber dazu zwingen könnte, den Betrieb einzustellen. Derzeit scheint sich der Sektor in zwei Lager zu spalten: traditionelle Miner und hybride Infrastrukturunternehmen, die die Bitcoin-Produktion mit KI-gesteuerten Workloads in Einklang bringen.
FAQ 🧭
- Warum haben Bitcoin-Miner im Jahr 2026 zu kämpfen? Niedrigere Bitcoin-Preise und eine steigende Hashrate haben die Margen geschmälert und die Kosten nahe an die Gewinnschwelle gedrückt.
- Was ist der Hash-Preis und warum ist er wichtig? Der Hash-Preis misst den Ertrag der Miner pro Einheit Rechenleistung und wirkt sich direkt auf die Rentabilität aus.
- Warum steigen Miner auf KI um? KI-Infrastruktur bietet unter den aktuellen Marktbedingungen stabilere Erträge als das Mining.
- Wird sich das Bitcoin-Mining erholen? Die Rentabilität hängt weitgehend vom Bitcoin-Preis ab, wobei höhere Preise voraussichtlich die Margen verbessern werden.