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Frankreich will MiCA-Regeln für DeFi-Zugang verschärfen: Haftung für Börsen im Gespräch

source-logo  kryptoszene.de 22 Oktober 2026 07:00, UTC
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Frankreich will die Lücke schließen, die MiCA für DeFi offen lässt: Das Finanzministerium hat am 21. Oktober 2026 unter Mitwirkung der Aufsichtsbehörden AMF und ACPR sowie der Banque de France in einer gemeinsamen Stellungnahme zur Überarbeitung der EU-Krypto-Verordnung vorgelegt. Danach sollen zentrale Anbieter wie Börsen und Broker, die Kunden Zugang zu DeFi-Protokollen verschaffen, diese Protokolle prüfen und für bestimmte Verluste haften.

Der Regelungsansatz: der zentrale Vermittler als Ansatzpunkt

Die Verordnung über Kryptomärkte, MiCA, schuf ein einheitliches EU-Lizenzsystem für Krypto-Dienstleister, nahm aber vollständig dezentrale Dienste ohne Vermittler vom Anwendungsbereich aus. Genau dort setzen die Franzosen an: Statt DeFi selbst zu regulieren, wird der regulierte zentrale Anbieter zum Nadelöhr. Krypto-Asset-Dienstleister, kurz CASPs, sollen danach DeFi-Protokolle prüfen, bevor sie den Zugang anbieten, laufend auf Schwachstellen und verdächtige Aktivitäten überwachen und die Zertifizierung von Protokollen und Smart Contracts unterstützen. Wer einen Kunden aktiv Zugang verschafft, soll für bestimmte Vorfälle haften. Die französischen Behörden formulierten es so: „Krypto-Dienstleister sollten für bestimmte Vorfälle haften, die Kunden betreffen, wenn sie aktiv Zugang ermöglicht haben“ ().

Ein Freiraum bleibt: Wer eigene Sorgfaltsprüfungen durchführt und erweiterte Risikohinweise gibt, kann Kunden auch mit nicht zertifizierten Protokollen verbinden. Die Pflichten gelten für große Anbieter in vollem Umfang und skalieren für kleinere herunter. Kein Protokoll und kein Token wird namentlich genannt.

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Warum Frankreich jetzt drängt

Der Vorschlag fällt in eine Phase, in der der Druck auf die französische Aufsicht ohnehin wächst: Das nationale DASP-Regime lief am 1. Juli 2026 unter den Übergangsregeln von MiCA aus, seither müssen in Frankreich registrierte Firmen im EU-Rahmen arbeiten. Das Papier speist sich zugleich aus eigener Vorarbeit: Die AMF und die ACPR arbeiten seit 2024 an einer Zertifizierung von Smart Contracts, und ein Bericht der EBA und der ESMA von Januar 2025 hatte DeFi-Risiken von Hacks über Schwächen bei der Geldwäschebekämpfung bis zu Lücken im Verbraucherschutz aufgelistet.

Damit aus Vorschlägen Recht wird, ist ein langer Weg nötig. Die Antworten auf die Konsultation der Europäischen Kommission fließen in einen Bericht an das EU-Parlament und den Rat ein, der bis zum 30. Juni 2027 vorliegen soll. Er kann Änderungsvorschläge zu MiCA enthalten, muss aber nicht. Bis dahin ändert sich für Börsen und Nutzer rechtlich nichts.

Einordnung für den deutschen Markt

Für deutsche Börsen und Broker mit EU-Lizenz würde eine solche Haftung die Kostenstruktur verändern: Protokollprüfung und laufende Überwachung wären Personal- und Technologieaufwand, den bisher keiner der EU-lizenzierten Anbieter trägt. Die Debatte zeigt auch, wie unterschiedlich die Mitgliedstaaten MiCA auslegen. Während die ESMA gerade Fristen für Stablecoins setzt und die EBA USDC als erstes „significant“ E-Money-Token eingestuft hat, arbeitet BaFin bei der Lizenzvergabe streng: Der MiCA-Antrag des Bitcoin.de-Betreibers wurde abgelehnt, der Handel bleibt ausgesetzt. Sollte Frankreichs Ansatz in den Bericht der Kommission einfließen, dürfte auch die Frage der Überwachung großer Anbieter durch die ESMA statt der nationalen Aufsichten Teil der Verhandlungen werden.

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