Frankreich will die Lücke schließen, die MiCA für DeFi offen lässt: Das Finanzministerium hat am 21. Oktober 2026 unter Mitwirkung der Aufsichtsbehörden AMF und ACPR sowie der Banque de France in einer gemeinsamen Stellungnahme zur Überarbeitung der EU-Krypto-Verordnung vorgelegt. Danach sollen zentrale Anbieter wie Börsen und Broker, die Kunden Zugang zu DeFi-Protokollen verschaffen, diese Protokolle prüfen und für bestimmte Verluste haften.
Der Regelungsansatz: der zentrale Vermittler als Ansatzpunkt
Die Verordnung über Kryptomärkte, MiCA, schuf ein einheitliches EU-Lizenzsystem für Krypto-Dienstleister, nahm aber vollständig dezentrale Dienste ohne Vermittler vom Anwendungsbereich aus. Genau dort setzen die Franzosen an: Statt DeFi selbst zu regulieren, wird der regulierte zentrale Anbieter zum Nadelöhr. Krypto-Asset-Dienstleister, kurz CASPs, sollen danach DeFi-Protokolle prüfen, bevor sie den Zugang anbieten, laufend auf Schwachstellen und verdächtige Aktivitäten überwachen und die Zertifizierung von Protokollen und Smart Contracts unterstützen. Wer einen Kunden aktiv Zugang verschafft, soll für bestimmte Vorfälle haften. Die französischen Behörden formulierten es so: „Krypto-Dienstleister sollten für bestimmte Vorfälle haften, die Kunden betreffen, wenn sie aktiv Zugang ermöglicht haben“ ().
Ein Freiraum bleibt: Wer eigene Sorgfaltsprüfungen durchführt und erweiterte Risikohinweise gibt, kann Kunden auch mit nicht zertifizierten Protokollen verbinden. Die Pflichten gelten für große Anbieter in vollem Umfang und skalieren für kleinere herunter. Kein Protokoll und kein Token wird namentlich genannt.
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