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30.000 Unterschriften in wenigen Tagen: Krypto-Community wehrt sich gegen Steueränderung

source-logo  t3n.de 07 August 2026 08:00, UTC
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Es ist ein Etappensieg für die Verfechter der Bitcoin-Haltefrist: Eine Petition zum Erhalt der steuerlichen Regelung für Kryptowährungen hat nach Angaben der Initiative ProHaltefrist bereits mehr als die benötigten 30.000 Unterschriften gesammelt. So viele Unterzeichner sind nötig, damit sich der Petitionsausschuss in einer öffentlichen Anhörung mit dem Thema befasst.

Die Unterschriften kamen offensichtlich schnell zusammen, denn die Petition wurde erst am Dienstag auf der Plattform des Deutschen Bundestags freigeschaltet.

Was hinter den Plänen zur Bitcoin-Haltefrist steckt

Die Initiative ProHaltefrist wendet sich gegen Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), die Veränderungen an der bisherigen steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen vorsehen.

Bislang werden Bitcoin und Co. so behandelt wie Luxusuhren, Oldtimer oder Kunstwerke. Wer solche Vermögenswerte länger als ein Jahr besitzt, darf sie danach komplett steuerfrei verkaufen. Steuerrechtlich gilt der Verkauf als privates Veräußerungsgeschäft. Wer Bitcoin und Co. allerdings innerhalb eines Jahres verkauft und mehr als 1.000 Euro Gewinn erzielt, zahlt dagegen den persönlichen Einkommensteuersatz, der bis zu 45 Prozent betragen kann.

Damit werden die Krypto-Gewinne grundsätzlich anders behandelt als etwa Aktienverkäufe, bei denen immer eine pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig wird.

Klingbeil will Bitcoin-Haltefrist streichen

Nach Klingbeils Plänen sollen Kryptowährungen künftig wie Kapitalerträge besteuert werden. „Wer mit Kryptowerten Gewinne erzielt, soll künftig ebenso seinen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwohls leisten wie derjenige, der seinen Arbeitslohn oder Aktienerträge versteuert“, heißt es dazu im Entwurf der Bundesregierung zum Haushalt 2027.

Noch ist allerdings unklar, ob der Koalitionspartner CDU/CSU die Pläne der SPD im Parlament überhaupt unterstützen wird. Im bislang bekannten Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 ist die Abschaffung der Haltefrist momentan nicht vorgesehen.

Außerdem ist noch nicht bekannt, ob es Übergangsregeln für Anleger:innen geben soll. In Österreich wurde bereits im Jahr 2022 die Regelung abgeschafft, Krypto-Gewinne nach einem Jahr steuerfrei zu stellen. Altinvestor:innen dürfen ihre Gewinne trotzdem steuerfrei behalten, für neue Anschaffungen und Verkäufe gilt dort seitdem ein Steuersatz von 27,5 Prozent.

Laut Berechnungen der Frankfurt School of Finance entgeht dem Staat durch die bisher geltende Haltefrist viel Geld. Demnach haben Anleger:innen im Jahr 2024 etwa 47 Milliarden Euro Gewinn mit Kryptowährungen erzielt, wovon fast zwei Drittel aufgrund der aktuellen Gesetzeslage nicht versteuert werden mussten. Wären die Gewinne mit einem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert worden, hätte der Staat mehr als elf Milliarden Euro Steuern eingenommen.

Petition plädiert für Beibehaltung der Haltefrist

In der Branche stoßen die Klingbeil-Pläne auf wenig Verständnis. Die Initiative hinter der Petition fordert, die einjährige Haltefrist beizubehalten und die bisherige Einordnung von Kryptowerten als „andere Wirtschaftsgüter“ beizubehalten. Begründet wird das mit der Rechtssicherheit für private Anleger:innen und den Nachteilen für den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb.

Nachdem die ersten 30.000 Unterschriften in so kurzer Zeit zusammengekommen sind, will die Initiative nun bis zum Ende der Mitzeichnungsfrist am 15. September mindestens 210.000 Unterschriften sammeln, um noch mehr politischen Druck aufzubauen und ein „unübersehbares Signal“ zu setzen.

t3n.de