Insider der Kryptoindustrie erhielten erstmals Einblick in den überarbeiteten Marktstruktur-Gesetzentwurf im Senat, und der erste Eindruck war, dass die Formulierungen zu erlaubten Stablecoin-Renditen zu eng gefasst und unklar seien, so eine mit dem aktuellen Entwurf vertraute Person.
Die neue Sprache, die wurde am Freitag bekannt gegeben durch die Senatorinnen Angela Alsobrooks und Thom Tillis würde Auszahlungen von Erträgen für das bloße Halten eines Stablecoins verbieten. Es würde außerdem jegliche Ansätze einschränken, die das Programm in irgendeiner Weise mit einer Bankeinlage gleichsetzen, und es legt weitere Beschränkungen für andere potenziell erlaubte Aktivitäten fest, so die Person, wobei hinzugefügt wurde, dass die Mechanik zur Bestimmung von auf Aktivitäten basierenden Stablecoin-Belohnungen unklar bleibt.
Die Kryptoindustrie erhielt am Montag in einer geschlossenen Sitzung auf dem Capitol Hill in Washington erstmals Einblick in den überarbeiteten Abschnitt des Digital Asset Market Clarity Act. Dies stellt einen Versuch dar, ein Hindernis bei der Bemühung um eine Anhörung im Senatsausschuss für Banken zu beseitigen. Banker hatten darauf bestanden, dass Stablecoin-Belohnungen mit zinstragenden Bankeinlagen nichts zu tun hätten, da sie argumentierten, dass das konkurrierende Produkt die Branche behindern und die Kreditvergabe strangulieren könnte. Das Kompromiss wird es daher erlauben, Belohnungsprogramme für die Aktivitäten der Nutzer mit Stablecoins zuzulassen, nicht jedoch für deren Guthaben.
Eine ähnliche Version des Clarity Act wurde im vergangenen Jahr im Repräsentantenhaus verabschiedet, und eine andere Version wurde in der Anhörung des Agrarausschusses des Senats zur Überarbeitung angenommen. Das Bankenausschuss stellt einen großen Schritt dar, der die Gesetzgebung an einen Punkt bringen würde, an dem die Gesetzgeber eine endgültige, kombinierte Version vorbereiten könnten, die anschließend einer Abstimmung im gesamten Senat unterzogen wird.
Der Lobbykampf um die Rendite von Stablecoins zwischen dem Kryptosektor und der Bankenbranche hatte den Fortschritt der Gesetzgebung eine Zeit lang gebremst. Doch dies ist nicht der einzige Knackpunkt. Die Branche muss weiterhin den endgültigen Ansatz zur Aufsicht des Bereichs der dezentralen Finanzen (DeFi) abwarten, der für die Demokraten ein Besorgnisgebiet bleibt, da sie sicherstellen wollen, dass Schutzmaßnahmen gegen illegale Finanzaktivitäten greifen. Zudem haben die Demokraten auf ein Verbot für hochrangige Regierungsbeamte bestanden, persönlich von der Kryptoindustrie zu profitieren — eine Regelung, die gezielt auf Präsident Donald Trump abzielt.
Obwohl die Branche im vergangenen Jahr einen bedeutenden Erfolg verzeichnete, als der Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins (GENIUS) Act zum ersten großen US-Gesetz wurde, das einen Teilsektor der Kryptoindustrie regelt, sollte dies als der weniger wichtige erste Schritt eines zweiteiligen politischen Ansatzes verstanden werden, der mit dem Clarity Act abschließt.
Die vollständige Integration von Krypto in das US-Finanzsystem wird die regulatorische Unsicherheit für Anleger beseitigen, die bisher zögerlich waren, sich in diesem Sektor zu engagieren. Insider im Bereich digitaler Vermögenswerte sind überzeugt, dass dies die Schleusen für institutionelle Investoren und Entwickler öffnen wird, die auf der Technologie aufbauen möchten.