Anthropic hat soeben einen Konflikt mit seinem größten potenziellen Kunden begonnen.
Das KI-Unternehmen hinter Claude hat am Montag eine Klage eingereicht vor dem Bezirksgericht der Vereinigten Staaten für den nördlichen Bezirk von Kalifornien, in dem die Ministerien für Finanzen, Handel, Außenpolitik, Gesundheit und Soziale Dienste, Veteranenangelegenheiten, die General Services Administration sowie mehrere weitere Bundesbehörden als Beklagte genannt werden.
Anthropic erklärt, dass die US-Regierung seine KI-Systeme de facto auf eine schwarze Liste für Bundesbeschaffungen gesetzt hat und dies getan hat, ohne die gesetzlichen Verfahren einzuhalten, die erforderlich sind, um einen Anbieter tatsächlich zu verbieten.
Es wird angegeben, dass es an einer formellen Entscheidung, einer behördenübergreifenden Überprüfung, dokumentierten Nachweisen sowie an einer Bewertung weniger restriktiver Alternativen wie bedingter Genehmigung oder Sicherheitsprüfungen mangelte.
Laut der Klage rechtfertigten die Verantwortlichen die Beschränkungen intern mit Verweis auf nationale Sicherheits- und Lieferkettenbelange und ließen die Anweisung anschließend informell über zentrale Beschaffungskanäle verbreiten, bis Anthropic vollständig von bundesweiten Vertragsvergaben ausgeschlossen wurde.
Das Timing macht dies zu mehr als nur einer Beschaffungsstreitigkeit.
Die US-Regierung befindet sich mitten in der größten Übernahme von KI-Technologien in der Geschichte der Bundesregierung und nutzt OpenAIs ChatGPT als bevorzugtes Werkzeug. Behörden setzen generative KI für Cybersicherheit, Analyse von Geheimdienstinformationen, administrative Automatisierung und interne Entscheidungsfindung ein. Die Verträge sind groß, laufen über mehrere Jahre und werden zunehmend zentral für die Funktionsweise der Regierung.
Vom Zugang zu diesem Markt ausgeschlossen zu werden ist kein geringfügiger kommerzieller Rückschlag, sondern ein existenzielles Wettbewerbsproblem für jedes KI-Unternehmen, das auf institutioneller Ebene ernst genommen werden möchte.
Anthropic bittet das Gericht, die Beschränkungen für rechtswidrig zu erklären und den Behörden die Durchsetzung zu untersagen. Sollte das Unternehmen gewinnen, würde die Entscheidung die bundesstaatliche Beschaffung wieder eröffnen und möglicherweise einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie weit Behörden bei der Einschränkung von KI-Anbietern aus Gründen der nationalen Sicherheit gehen können, ohne ihre eigenen Vorschriften einzuhalten.
Die Regierung hat bisher nicht öffentlich auf die Einreichung reagiert, aber ein Axios-Bericht berichtete am Dienstag, dass das Weiße Haus eine Durchführungsverordnung vorbereite, die die Bundesregierung formell anweist, die KI von Anthropic aus ihren Operationen zu entfernen, so Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.