CLARITY: Steht das US-Krypto-Gesetz nun vor dem Ende?
Das US-amerikanische Krypto-Gesetz CLARITY wird zunehmend zum politischen Spielball. Infolgedessen entbrennt ein Streit um die Zukunft des Gesetzes. Laut jüngster Medienberichte droht die US-Regierung inzwischen mit einem Ende des Gesetzes, sollte man keinen Konsens finden.
Als das Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf im Juli 2025 verabschiedete, war die Unterstützung für den CLARITY Act noch riesig. Innerhalb der Krypto-Szene gilt er als Meilenstein, da er Krypto in den USA eine bisher nicht dagewesene Rechtssicherheit verleiht.
Damit das Gesetz in Kraft treten kann, benötigt es jedoch auch die Zustimmung des Senats. Dieser bearbeitet den Entwurf seit September 2025 und konnte bisher keine Einigung erzielen. Der politische Einfluss auf das bis dahin unverfängliche Gesetz nimmt im Senat zu. Die Einschränkungen wachsen – zum Nachteil der Kryptobranche.
Vergangene Woche kündigte Coinbase-Geschäftsführer Brian Armstrong an, die Unterstützung für das Gesetz zu beenden, da es in seiner neuesten Fassung zum Vorteil von Banken und für eine überbordende staatliche Kontrolle ausgerichtet ist.
Laut der Journalistin Eleanor Terrett sorgte Armstrongs Kritik für Unzufriedenheit in der US-Regierung. Diese sei mit Armstrongs unversöhnlicher Haltung nicht einverstanden. Der Coinbase-CEO hatte erklärt, dass die Verordnung in der aktuellen Fassung inakzeptabel sei.
“Das Weiße Haus erwägt, seine Unterstützung für den Gesetzentwurf zur Strukturierung des Kryptomarktes [CLARITY] vollständig zurückzuziehen, wenn Coinbase nicht mit einer Renditevereinbarung an den Verhandlungstisch zurückkehrt, die die Banken zufriedenstellt und alle zu einer Einigung bringt”, schrieb Terrett und beruft sich dabei auf einen direkten Kontakt zur US-Regierung.
Das Weiße Haus habe sich durch Armstrongs schroffe Abfuhr brüskiert gefühlt. Auch die Bedeutung seiner Kritik halte man für fraglich, obwohl Armstrongs Positionen innerhalb der Blockchainbranche nahezu ausschließlich Zustimmung ernteten.
“Das hier ist das Gesetz von Donald Trump, nicht von Brian Armstrong”, habe der Insider gegenüber Terrett deutlich gemacht.
Coinbase-CEO zeigt sich versöhnlich
Coinbase-CEO Armstrong reagierte versöhnlich auf Terretts Bericht. Auf X kündigte er an, bereits an einem Konsens zu arbeiten. Die Darstellung der Journalistin empfindet er als unzutreffend.
“Das Weiße Haus hat sich hier sehr konstruktiv gezeigt. Es hat uns gebeten, zu versuchen, eine Einigung mit den Banken zu erzielen, woran wir derzeit arbeiten”, erklärte Armstrong.
Seinen Beitrag setzte er mit einem ironischen Unterton fort. So gab er an, bereits eine Idee zu haben, womit er den Segen kleiner Geschäftsbanken erhalten könne.
“Wir haben einige gute Ideen entwickelt, wie wir den lokalen Banken speziell in diesem Gesetzentwurf helfen können. Denn darum geht es hier ja… um die lokalen Banken, richtig? Mehr dazu in Kürze.”
In general, love your posts, but this is not accurate. The White House has been super constructive here.
They did ask us to see if we can go figure out a deal with the banks, which we're currently working on.
Actually, we've been cooking up some good ideas on how we can help… https://t.co/t1bK48oRc0
— Brian Armstrong (@brian_armstrong) January 17, 2026
In vorherigen Beiträgen kritisierte Armstrong den Einfluss der US-Finanzbranche auf CLARITY. Durch ein Verbot von Zinszahlungen auf angelegte Stablecoins versuchen Banken, ihrem drohenden Bedeutungsverlust vorzubeugen, argumentierte er.
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