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Thailändische SEC nimmt OKX wegen Verstößen gegen KYC- und AML-Vorschriften ins Visier – Durchgreifen gegen Krypto-Compliance

source-logo  invezz.com 31 März 2025 12:16, UTC

Die thailändische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat ihre Maßnahmen gegen Unternehmen für digitale Vermögenswerte, die außerhalb des rechtlichen Rahmens tätig sind, verschärft. OKX ist die jüngste Börse, die unter die Lupe genommen wird.

Die Aufsichtsbehörde reichte eine formelle Beschwerde ein, in der sie OKX vorwirft, in Thailand ohne die nach dem Digital Asset Business Act BE 2561 (2018) erforderliche Lizenz Kryptowährungshandelsdienste angeboten zu haben.

Die Maßnahme der SEC spiegelt umfassendere Bemühungen wider, unregulierte Kryptoaktivitäten im Land einzudämmen, insbesondere solche, die die Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und zur Identifizierung von Kunden (KYC) umgehen.

Die Beschwerde führt auch OKXs Versäumnis an, die regulatorischen Meldepflichten zu erfüllen, was nach Ansicht der SEC die Fähigkeit zur Überwachung des Handelsgeschehens und zum Schutz der Anleger beeinträchtigt.

Obwohl noch kein rechtskräftiges Urteil vorliegt, könnten thailändische Nutzer den Zugriff auf die Plattform verlieren, falls OKX letztendlich für schuldig befunden wird.

Fehlende KYC-/AML-Systeme wurden gemeldet.

OKX wird vorgeworfen, thailändischen Nutzern ohne Registrierung oder Genehmigung Handelsdienstleistungen angeboten zu haben. Gemäß dem Digital Asset Business Act müssen in Thailand tätige Unternehmen Lizenzen erwerben, um die behördliche Aufsicht zu gewährleisten.

Laut SEC hat OKX diese Anforderungen nicht erfüllt.

Ein weiterer schwerwiegender Vorwurf ist das Fehlen robuster KYC- und AML-Protokolle.

Die SEC argumentiert, dass das Fehlen dieser Systeme lokale Händler potenziellen Risiken aussetzt, darunter Betrug und Geldwäsche.

Die Aufsichtsbehörde hat Bedenken geäußert, dass das Fehlen effektiver Kontrollen die Überprüfung der Identität von Nutzern oder die Verfolgung verdächtiger Transaktionen erschwert, was beides für die Aufrechterhaltung von Transparenz und Sicherheit auf dem Markt unerlässlich ist.

SEC weitet Krypto-Durchsetzung aus

Die Maßnahmen gegen OKX sind kein Einzelfall. Sie folgen einem Muster von Durchsetzungsmaßnahmen der thailändischen Behörden gegen Crypto exchanges , die außerhalb der Landesgrenzen tätig sind.

Im Juli 2021 reichte die SEC eine ähnliche Klage gegen Binance ein, woraufhin die Börse später eine Partnerschaft mit Gulf Energy Development einging, um über ein Joint Venture eine lizenzierte Plattform zu starten.

Zuletzt, im Dezember 2023, wurde Bybit von der SEC auch wegen des Betriebs einer nicht autorisierten Trading platform für digitale Vermögenswerte ins Visier genommen.

Diese Maßnahmen sind Teil einer gezielten Kampagne, um alle Handelsaktivitäten unter regulatorische Kontrolle zu bringen und Thailand an globale Standards zur Krypto-Compliance anzugleichen.

Im April 2024 kündigte die SEC in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss zur Verhütung und Bekämpfung von Technologiekriminalität Maßnahmen zur Sperrung des Zugangs zu nicht registrierten Börsen an.

Diese Maßnahmen umfassen eine Karenzzeit, die es den Nutzern ermöglicht, Gelder abzuheben, bevor die Beschränkungen in Kraft treten.

Ziel ist es, den Anlegerschutz zu gewährleisten und den Nutzern gleichzeitig Zeit für die Verwaltung ihrer Vermögenswerte zu geben.

Rechtliche Risiken bei einer Verurteilung von OKX

Obwohl die SEC bisher nur eine Klage eingereicht hat, wird das Gerichtsverfahren entscheiden, ob OKX gegen thailändische Gesetze verstoßen hat.

Bei einer Verurteilung drohen der Plattform Strafen, und der Zugang für thailändische Nutzer wird gesperrt.

Dies könnte auch dazu führen, dass OKX den Betrieb in Thailand einstellen oder nachträgliche Compliance-Maßnahmen ergreifen muss.

Bis zu einem Urteil steht OKX unter behördlicher Beobachtung, was seine Position in der Region beeinträchtigt.

Die Beschwerde sendet auch eine breitere Botschaft an andere internationale Börsen, die ohne Genehmigung Dienstleistungen in Thailand anbieten.

Solche Durchsetzungsmaßnahmen unterstreichen die Bedeutung der Einhaltung nationaler Gesetze, insbesondere in aufstrebenden Kryptomärkten, in denen die Regulierungsbehörden die Kontrollen verschärfen.

Der Fall gegen OKX verdeutlicht auch den globalen Trend zu einer verstärkten Aufsicht im Krypto-Sektor, insbesondere in Märkten wie Südostasien.

Thailands Ansatz, der rechtliche Maßnahmen mit Investorenschutzmaßnahmen verbindet, signalisiert die Absicht, die Branche zu formalisieren und gleichzeitig Stabilität und Vertrauen zu wahren.

invezz.com