Hintergrund:
Die Kryptowährungsbörse FTX, die kürzlich Insolvenz angemeldet hat, hat rechtliche Schritte gegen ehemalige Mitarbeiter ihrer Tochtergesellschaft in Hongkong eingeleitet. In der Klage wird diesen Personen die Beteiligung an bevorzugten oder betrügerischen Vermögenstransfers im Gesamtwert von etwa 157,3 Millionen US-Dollar vorgeworfen. FTX versucht, diese Vermögenswerte durch gerichtliche Intervention zurückzugewinnen.
Vorwürfe der Vermögensübertragung:
In einer am Donnerstag eingereichten Gerichtsakte nannte FTX Michael Burgess, Kevin Nguyen, Darren Wong und Matthew Burgess als ehemalige Mitarbeiter, die für die mutmaßlichen Vermögensübertragungen verantwortlich waren. Diese Personen hatten zuvor für Salameda gearbeitet, eine von Sam Bankman-Fried kontrollierte FTX-Tochtergesellschaft. Die Einreichung verwickelt auch Lesley Burgess und zwei weitere mit FTX verbundene Unternehmen in die Vermögensübertragungen.
Laut FTX wurde der Großteil der Vermögenswerte, mit einem Gesamtwert von 123 Millionen US-Dollar zum 31. August 2023, am oder nach dem 7. November abgezogen. Insbesondere wird davon ausgegangen, dass über 73 Millionen US-Dollar dieses Betrags betrügerisch übertragen wurden an Michael Burgess.
In der Akte wird außerdem behauptet, dass Matthew Burgess, ein damaliger Mitarbeiter der FTX Group, andere Mitarbeiter des Unternehmens damit beauftragt habe, ausstehende Auszahlungsanträge von Michael Burgess‘ US-amerikanischen FTX-Börsenkonten durchzusetzen. Dabei wurde der Bericht fälschlicherweise als Matthews eigener Bericht dargestellt.
Darüber hinaus soll Lesley Burgess, die Mutter von Michael und Matthew Burgess, von ihren Verbindungen profitiert und erfolgreich Vermögenswerte abgehoben haben, unmittelbar bevor die FTX.com-Börse die Abhebungen am 8. November 2022 einstellte.
Ausnutzung von Zugang und Einfluss:
Darüber hinaus geht aus den Gerichtsakten hervor, dass sowohl Bankman als auch Fried, die Positionen als Professoren an der Stanford Law School innehaben, angeblich ihren Zugang und Einfluss innerhalb von FTX zum persönlichen Vorteil genutzt haben. Über einen Zeitraum von sechs Monaten, von November 2021 bis Mai 2022, leitete Bankman Spenden der FTX Group in Höhe von mehr als 5,5 Millionen US-Dollar an die Stanford University, seinen Arbeitgeber.
Diese Klage stellt den Versuch von FTX dar, die angeblich von seinen ehemaligen Mitarbeitern entweder bevorrechtigt oder betrügerisch übertragenen Vermögenswerte zurückzugewinnen. Der Fall beleuchtet mögliches Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens und verdeutlicht die damit verbundenen erheblichen finanziellen Auswirkungen.