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Binance schult Behörden im Umgang mit Krypto-Kriminalität

Regelung

www.coinpro.ch 30 September 2022 06:30, UTC
  
Lesezeit: ~3 Min.

Binance schult Behörden künftig im Umgang mit Krypto-Kriminalität. Der Weltmarktführer wolle auf diesem Weg einen Beitrag dazu leisten, Terrorismusfinanzierung und Erpressung zu bekämpfen. Lange war die Beziehung zu staatlichen Stellen eisig, doch seit einiger Zeit kommt es zu Verbesserungen.

Binance trainiert Strafbehörden weltweit

Binance startete erst 2017 und eroberte den Kryptomarkt mit einfacher Handhabe, einem breiten Angebot und besonders niedrigen Gebühren im Sturm. Das einst in China ansässige Unternehmen verlegte seinen Hauptsitz mittlerweile nach Malta und ist seit Januar 2018 Marktführer.

Die grösste Krypto-Börse der Welt hatte unter den Behörden bisher keine besonders grossen Freunde. Sowohl US-amerikanische, als auch britische und deutsche Behörden warfen dem Unternehmen Rechtsbrüche vor.

Seit einigen Monaten geht das Unternehmen mit seinen Nutzern besonders streng vor. Offenbar vollzieht sich im Hintergrund ein Wandel. Dieser trägt nun erste Früchte. So gibt Binance bekannt, mit den Behörden mehrerer Staaten kooperieren zu wollen.

Angestellte der Krypto-Börse trainieren demnach weltweit künftig die Strafverfolgungsbehörden zu kryptospezifischen Themen. Ziel ist es, effektiver gegen Terrorismusfinanzierung, Erpressung, Menschenhandel, Kinderpornografie und Geldwäscherei vorzugehen.

Das geht aus einem Bericht von Yahoo hervor. Das Portal beruft sich dabei auf direkte Aussagen von Binance. Ausserdem soll es gelingen, die Zunahme von Hackerangriffen auf die Kryptobranche und besonders auf den DeFi-Sektor zu mildern.

Tatsächlich ist die Branche ein sehr beliebtes Ziel. Angriffe auf Bridges gelten als besonders ertragreich, doch auch Wallets und Bitcoin-ATMs werden geknackt. Im August erreichten Krypto-Hacks bereits einen neuen Höchstwert im Vergleich zu Vorjahren.

Binance engagiert ehemalige Staatsbedienstete

Um der Nachfrage der staatlichen Geschäftspartner gerecht zu werden, ruft Binance eine neue Abteilung ins Leben.

Da immer mehr Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden sich mit Kryptowährungen befassen, sieht Binance eine Nachfrage nach Schulungen, die zur Aufklärung und Bekämpfung von Krypto-Verbrechen beitragen.

Erklärt Tigran Gambaryan, Vorstand der Ermittlungsabteilung von Binance. Gambaryan ist früherer Mitarbeiter der US-Steuerbehörde IRS. Auch sonst ist die Krypto-Börse zunehmend mit den Behörden verwoben.

Einerseits plant man, weitere ehemalige Staatsbedienstete zu engagieren und so einen bessere Verbindung zu den Behörden aufzubauen. Andererseits hat die Ermittlungsabteilung von Binance bereits viel zu tun. Allein seit November bearbeitete sie mehr als 27.000 Anfragen von Strafbehörden.

Kooperation zwischen Behörden und Kryptobranche vielversprechend

Matt Price, Direktor der Ermittlungsabteilung, berichtet, in ständigem Kontakt zum FBI, Secret Service und weiteren US-Behörden zu sein. Price erklärt, dass eine bessere Verbindung zwischen privaten Unternehmen und dem öffentlichen Sektor zu schnelleren Reaktionen führen könnten, die dann auch besseren Erfolg bei der Strafverfolgung versprechen.

In einem konkreten Fall hätte die Kooperation bereits Erfolg gehabt. Als einem Binance-Nutzer das Smartphone und 350.000 US-Dollar von seinem Binance-Konto gestohlen wurden, habe er diesen ausfindig gemacht.

Der Dieb hatte auch ein Binance Konto. Also habe ich dieses eingefroren und seine Daten an die Behörden weitergeleitet, die ihn festnehmen und das Diebesgut sicherstellen konnten.

Erklärt Price.


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